Ein riesiges Dankeschön sprach Bürgermeister Ullrich Gaigl Annemarie Haunolder aus.
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Ein riesiges Dankeschön sprach Bürgermeister Ullrich Gaigl Annemarie Haunolder aus.

Ruhestand

Annemarie Haunolder: Guter Geist, EDV-Pionierin, Organisationstalent im Rathaus in St. Wolfgang

  • VonCIF.H. Weingartner
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Annemarie Haunolder war fast 30 Jahre lang die rechte Hand der St. Wolfganger Bürgermeister. Nun wurde sie mit viel Lob in den Ruhestand verabschiedet.

St. Wolfgang – Eine Top-Organisationsmanagerin und zuverlässige Mitarbeiterin in vielfältigen Aufgabenbereichen hat das St. Wolfganger Rathaus nach fast 30 Jahren verlassen: Die Verwaltungsangestellte und rechte Hand des Bürgermeisters, Annemarie Haunolder, ist seit Jahrzehnten der „gute Geist“ im Rathaus. Jetzt räumte sie den Schreibtisch und trat in Altersteilzeit ein. Im Oktober 2022 geht sie offiziell in Rente.

Bekannt und geschätzt in ihrer Tätigkeit war Annemarie Haunolder auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Neben ihren zahlreichen Verwaltungsaufgaben organisierte die St. Wolfgangerin die letzten Jahrzehnte unter anderem unzählige Termine, wie Bürgerversammlungen oder Ehrungen sowie weithin bekannte Megaveranstaltungen, etwa die drei Gewerbeschauen in der Goldachhalle, das legendäre Dorffest, den Christkindlmarkt, Maibaum- und Faschingsfeste. Mit 62 Jahren ist nun Schluss mit dem aktiven Arbeitsleben. Haunolder war stets dabei, wann immer es in St. Wolfgang mit Gemeindebeteiligung etwas zu organisieren gab. Das erledigte sie auf ihre ganz persönliche, sympathische Art.

Bei der Verabschiedung durch Bürgermeister Ullrich Gaigl erzählte Haunolder aus ihrer fast 30-jährigen Tätigkeit. Da ließe sich eigentlich ein Buch schreiben. Im November 1991 holte Altbürgermeister Jakob Schwimmer, damals Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags, die gelernte Arzthelferin als Schreibkraft ins Rathaus. Schnell sei sie in der Verwaltung integriert gewesen und mit Aufgaben betraut worden, wie das Amtsblatt gestalten, den Schriftverkehr oder die Gemeinderatssitzungen protokollieren.

Von Anfang an arbeitete sie auch im Sekretariat des Gemeindetags, Kreisverband Erding. „Meine Bürgermeister hab ich mir noch weiter behalten“, sagte Haunolder.

In ihren beinahe 30 Jahren im St. Wolfganger Rathaus arbeitete Haunolder mit drei Verwaltungsleitern und zwei Bürgermeistern zusammen. Dabei begleitete sie maßgebliche Entscheidungen und Projekte der Gemeinde, wie 1992 die Einweihung der Goldachhalle und des Kindergartens. Im gleichen Jahr begann die EDV-Einführung im Rathaus mit Computern, die heute wie aus der Steinzeit wirken. Erste E-Mails wurden verschickt, und ein Kurs beim ortsansässigen EDV-Unternehmen Data-Plan war die erste Berührung mit dem Schreibprogramm Word 2.0.

Ihre größte Aufgabe – „ein Lebenswerk“ – sei 1994 die Erstellung der Gemeindechronik gewesen, erinnert sich Haunolder. Der damalige Verwaltungsleiter Gerd Donhauser habe gesagt: „Macht mal schnell für die Chronik ein zweispaltiges Format DIN A4 und eine Word-Datei.“ Und schon war sie verantwortlich für die gesamte Gestaltung der am Ende 648 Seiten starken Chronik.

Und das war damals alles andere als einfach mit Word 2.0. Die Software bot keine großartigen Funktionen für das Layout. Bei Textänderungen waren viel Geduld und Nerven gefragt. Nach 800 Stunden Arbeit war die Chronik – und auch Haunolder – fertig. Heute sei „in fast jedem Haushalt eine Chronik“, ist Haunolder noch heute stolz auf ihr „Lebenswerk“.

Die ruhige Arbeitsweise, ihre sympathische Art, hohe Kompetenz und Zuverlässigkeit von Haunolder war nicht nur bei den Mitarbeitern und Gemeindechefs sehr geschätzt, sondern bei vielen Gemeindebürgern und auch der Presse. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten typische Verwaltungsarbeiten wie der Aufbau der Friedhofsverwaltung, aber auch der Anzeigenverkauf und das Sammeln der Bilder für den St. Wolfganger Jahreskalender, Präsentationen für die Bürgerversammlungen, den Internet-Auftritt betreuen bis zum Organisieren der Weihnachtsfeiern oder der Betriebsausflüge. Aber auch außerhalb des Rathauses war die St. Wolfgangerin aktiv. Als Jakob Schwimmer von 2003 bis 2013 Landtagsabgeordneter war, begleitete sie fast 2000 Besucher ins Maximilianeum.

„Besonders am Herzen lag mir, dass ich die Organisation der diversen Veranstaltungen immer in enger Zusammenarbeit mit Bürgermeister Schwimmer und dann mit Bürgermeister Gaigl sowie mit den jeweiligen Veranstaltungsreferenten durchgezogen habe“, betont die Teilzeitrentnerin. Es waren „schöne Jahre“, erinnert sich die St. Wolfgangerin. Zum Abschied gab’s einen Dank an ihre Kollegen. Kräftige und unbürokratische Unterstützung habe stets auch der gemeindliche Bauhof bei allen Events geleistet: „Ohne meine Männer wär ja gar nix möglich gewesen. Das war halt Teamwork – und auf das waren wir alle auch immer stolz.“

Gaigl verabschiedete Haunolder in den Vorruhestand mit einem „riesen Vergelt’s Gott“ für die jahrzehntelange loyale und stets zuverlässige Arbeit. Natürlich gab’s auch ein Präsent. „Auf die Annemarie war immer Verlass. Schade, dass sie jetzt nicht mehr da ist“, bedauert Gaigl.

Jetzt die Füße hoch legen ist für Haunolder nichts. Mit der Freizeit habe sie mehr Zeit für ihre Hobbys wie Reisen, Fotografieren oder Lesen. Und dann „hob i ja a no mein Gemeindetag“ und einen ganz neuen Job als Oma.

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