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Hochwasserschutz dank Starkregenkarte

Mit einer Starkregenkarte will die Gemeinde St. Wolfgang das Hochwasser in den Griff kriegen. Wie das Programm funktioniert, hat der Gemeinderat nun am Beispiel Armstorf diskutiert.

Von Hermann Weingartner

St. Wolfgang – Die Gemeinde St. Wolfgang ist die erste Kommune im Landkreis, die über eine Starkregenkarte verfügt. Mit dem PC-Programm lassen sich Gefahren bei unwetterartigen Regenfällen im Gemeindegebiet vorab erkennen. Im Gemeinderat stellte Bauingenieur Peter Helmprecht zu seinem Pilotprojekt im Landkreis Erding anhand des Ortsteils Armstorf einen konkreten Fall vor, wie man damit arbeiten kann.

Wie sich die Wasserläufe in Armstorf bei Starkregen entwickeln, zeigte Helmprecht mit einer Simulation auf der Karte auf. Das Programm bietet eine Reihe einzelner Detailkarten, die zeigen, wie sich Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten des Oberflächenwassers sowie Wasserwege entwickeln.

Die Kirchenstraße in Armstorf sei ein gutes Beispiel. Sie werde bei heftigen Regengüssen zum reißenden Bach und gefährde oder überschwemme benachbarte Bebauungen. Die Wassertiefen betragen laut Simulation bis zu 50 Zentimeter. Danach schießt das Wasser über die B 15 in die Mayerhofer Straße.

Diese Erkenntnisse aus der Karte sollen dem Gemeinderat in Sachen Lösungsmöglichkeiten helfen. So könnte der Feldweg auf dem Höherücken an einer Stelle aufgefüllt werden und das Regenwasser so südlich vorbei an der Bebauung in die landwirtschaftlichen Flächen geleitet werden. Dort wären laut Helmprecht Geländemodulationen sinnvoll, die eine Wasserrückhaltung bewirken. Die Wiesen werden laut Simulation bereits jetzt durchflutet.

Ein Vorschlag von Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) war, eventuell einen Teil der Wassermassen nach Norden und den Rest südlich abzuleiten. In jedem Fall würden weitere Schutzmaßnahmen für die Bebauung an den neuen Wasserläufen fällig. Und man müsse neue Betroffenheiten klären.

Ein zweiter Brennpunkt ist die Mayerhofer Straße. Die sei bei Starkregen schon ein natürlicher Notwasserweg mit bis zu 80 Zentimeter hohen Fluten, die Richtung Goldach strömten. Die Simulation machte deutlich, dass abgeleitetes Wasser aus der Kirchenstraße dann verzögert auch weiter in Mayerhofer Straße fließt, die Hochwassersituation dort aber nicht mehr deutlich verschärft.

Wenn man die Mayerhofer Straße als Notwasserweg nutzt, muss man dort laut Helmprecht entsprechende Schutzmaßnamen für die Anwohner überlegen. Die drei Armstorfer Gemeinderäte Josef Göschl, Josef Müller (WG Armstorf) und Georg Hofmeister (CSU) lehnten ein solches Vorhaben strikt ab. Es dürften keine Maßnahmen zur Entschärfung des Hochwassers getroffen werden, die dann zur Verschärfung an der Mayerhofer Straße führen.

Verwaltungsleiter Christian Miksch sagte, mit der Karte könne man Bürger warnen: „Schützt euch vor Starkregen“, denn die Gemeinde sei nicht unbedingt immer in Handlungspflicht. Helmprecht betonte, jeder müsse Maßnahmen so abstimmen, dass keine Nachbarn gefährdet würden. Die Karte soll demnächst für die Bürger online zur Verfügung stehen.

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