Werbung für regionale Produkte: Am „Zandereck“ von Katharina und Anton Obermeier mit ihren Söhnen Korbinian und Jonas (vorne) trafen sich (hinten, v. l.) Vize-Kreisobmann Michael Hamburger, Anne Mangstl, Kreisbäuerin Irmgard Posch, Vize-Kreisbäuerin Lore Hermannsdorfer, Kreisobmann Jakob Maier, Sepp Eberl, Bernhard Karrer und Bernhard Hartl.
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Werbung für regionale Produkte: Am „Zandereck“ von Katharina und Anton Obermeier mit ihren Söhnen Korbinian und Jonas (vorne) trafen sich (hinten, v. l.) Vize-Kreisobmann Michael Hamburger, Anne Mangstl, Kreisbäuerin Irmgard Posch, Vize-Kreisbäuerin Lore Hermannsdorfer, Kreisobmann Jakob Maier, Sepp Eberl, Bernhard Karrer und Bernhard Hartl.

Info-Tour des bayerischen Bauernverbands

Mit mehreren Standbeinen werden Landwirte krisenfest

  • vonCIF.H. Weingartner
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Zanderzucht, Milchviehhaltung, Biogasanlage: BBV-Vertreter zeigen sich beeindruckt vom Obermeier-Hof bei St. Wolfgang. Das Motto der Info-Tour des Verbands lautet #EssenAusBayern.

St. Wolfgang – Den Trend, regionale und saisonale Produkte zu kaufen, hat die Corona-Pandemie verstärkt. Das freut besonders die Landwirte. Mit einer Info-Tour macht der Bayerische Bauernverband (BBV) derzeit auf Qualität, Vielfalt und Bedeutung seiner heimischen Erzeugnisse aufmerksam. Bei der Aktion #EssenAusBayern ging es mit einem Traktor durchs Bayernland. Auf der Werbetour machte der von BBV-Kreisobmann Jakob Maier gesteuerte bunte #EssenAusBayern-Schlepper auch im Landkreis Erding halt. Die zehnte von 16 Stationen war der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Obermeier in Rabeneck (Gemeinde St. Wolfgang).

Anton und Katharina Obermeier betreiben auf ihrem „Zandereck“ eine Indoor-Zander-Fischzucht, eine kleine Milchviehhaltung und eine 150-Kilowatt-Biogasanlage. Die BBV-Vertreter zeigten sich bei der Führung durch die Fischzucht beeindruckt. Für den unternehmerischen Mut des Ehepaars gab’s viel Lob.

Die alten Stallungen hatte Anton Obermeier mit viel Eigenleistung umgebaut und eine im süddeutschen Raum einmalige Zanderzucht eingebaut, die völlig ohne Medikamentenzugabe auskommt.

Kreisobmann Jakob Maier und Kreisbäuerin Irmgard Posch erklärten, was der BBV mit der Aktion #EssenAusBayern erreichen möchte. Wichtig sei vor allem, auf die Lebensmittelversorgung aufmerksam zu machen, sagte Posch. Die Leute wollten wissen, was sie essen, woher die Lebensmittel kommen und wie sie erzeugt werden. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die „landwirtschaftliche Produktion systemrelevant ist“. Den Landwirten sei die Verantwortung bewusst.

Maier freute sich, den Betrieb der Familie Obermeier kennenzulernen. Ein neues Ziel für die bäuerlichen Betriebe sei es, „krisenfester zu werden mit einem zweiten oder dritten Standbein“. Dafür seien die Obermeiers ein gutes Beispiel. Das sei allerdings mit deutlich mehr Arbeit verbunden. Ein Großteil der Betriebe werde aber weiter spezialisiert bleiben.

Maier betonte, die Bauern „müssen sich Forderungen der Gesellschaft zum Teil anpassen. Wir können nicht gegen die Bevölkerung Landwirtschaft betreiben“. Ein großes Ziel sei es daher, den Leuten zu erklären, wie Landwirtschaft funktioniere. Das sei „nicht so einfach, aber wir sind auf dem Weg“.

Ein aktuelles Beispiel in der Nähe von Isen, wo ein Schweinehalter einen Stall errichten wollte, zeige, wie schwierig es sein könne, Forderungen nach mehr Tierwohl auch umzusetzen. Da klaffe der Anspruch der Gesellschaft und das eigene Verhalten oft auseinander. Es sei nicht verwunderlich, wenn der Bauer dann sage: „Das tue ich mir nicht an.“

Bayerns Landwirtschaft lebe auch vom Export, erklärte Maier. Die Region sei Europa. Trotzdem wolle man natürlich, dass vermehrt regional gekauft werde. Dann sei mehr Wertschätzung für die Produkte nötig. „Das zahlt aber derzeit keiner.“ Auch bei immer mehr Auflagen für die Landwirtschaft hoffe Maier, „dass wir wieder bisserl mehr runterkommen“.

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