Rüstiger Jubilar: Im Kreise der Familie feierte Georg Loidl (vorne mit Frau Gerda) seinen 85. Geburtstag. Dazu gratulierte auch Vizebürgermeister Konrad Bernhard (r.). Foto: prä

Georg Loidl 85

Landwirt, Bankchef, Politiker und Gartler

Kaum ein St. Wolfganger, der Georg Loidl nicht kennt. Der Mann ist seit Jahrzehnten vielseitig im beruflichen wie gesellschaftlichen Leben der Gemeinde höchst aktiv. Jetzt feierte er im Kreis der Familie seinen 85. Geburtstag, wozu auch Vizebürgermeister Konrad Bernhard herzlich gratulierte.

St. Wolfgang – Geboren wurde Loidl im Weiler Weiding als älterer Sohn. Auf dem landwirtschaftlichen Hof der Eltern war er mit zehn Geschwistern aufgewachsen. Zur Schule ging es nach St. Wolfgang. Damals, in der Kriegszeit, erinnerte sich Loidl, „mussten wir in der Schule noch Schießen lernen“. Vom Pult aus wurde das Zielen geübt.

Nach der Schulzeit arbeitete der Jubilar zunächst daheim auf dem Hof mit: „Ich war immer ein begeisterter Landwirt“. In der Landwirtschaftsschule St. Ottilien habe er eine Ausbildung zum landwirtschaftlichen Gehilfen und Landwirtschaftsmeister gemacht: „Eine tolle Schule fürs Leben“.

Loidl sollte eigentlich zuhause den Hof übernehmen. Sein beruflicher Werdegang führte ihn aber zur Raiffeisenbank St. Wolfgang, die damals zunächst nur ein Lagerhaus mit einer Rechnerstube betrieb. Nach einigen Kursen hatte Loidl 1956 bei der Raiffeisen-Genossenschaft angefangen. Damals war samstags arbeiten normal und auch sonntags noch zwei Stunden, bei einem Stundenlohn von 90 Pfennig, erzählte der Jubilar. Beschweren oder jammern war aber nie Loidls Sache. Er war stets ehrgeizig und nahm alles sehr ernst, „manchmal auch zu ernst, privat wie geschäftlich“, wie er heute sagt.

Als 1961 die Raiffeisenbank 50-jähriges Jubiläum feierte, übernahm Loidl von seinem Vater Anton, der RaiBa-Geschäftsführer war, die Nachfolge: „Damals hatten wir eine Bilanzsumme von rund 500 000 D-Mark“; heute hat die Bank fast 200 000 Millionen Euro. Der Jubilar leitete und lenkte als Erster Mann dann die Geschicke der Bank sehr erfolgreich bis zu seinem Ausscheiden 1994.

Privat fand Loidl sein Lebensglück mit Anna, eine geborene Hermann, die er 1960 heiratete. Die beiden haben drei Töchter, Heidi, Gabriele und Martina. Ein „brutaler Schicksalsschlag“ war 1988 der frühe Tod seiner Ehefrau. Loidl fand die Kraft und auch wieder den Lebensmut und mit Gerda, eine geborene Reich, seine zweite Liebe fürs Leben. Die beiden heirateten 1991. Sie brachte zwei Kinder mit in die Ehe. Zur Freude von Opa Loidl gehören inzwischen auch fünf Enkel zur Familie.

Loidl war und ist ein vielseitig interessierter und engagierter Bürger. Er war Gemeinderat von 1966 bis 1996 und damals, von 1966 bis 1972, noch Kreisrat im aufgelösten Landkreis Wasserburg, wozu St. Wolfgang vor der Landkreis- und Gemeindegebietsreform gehörte. Es sei mit sein Verdienst gewesen, dass St. Wolfgang damals als eigenständige Kommune erhalten blieb. Auch für die Eigenständigkeit der kleinen Raiffeisenbank habe er alles getan.

Privat war Loidl langjähriger Vorsitzender des Gartenbauvereins St. Wolfgang, den er zur Blüte gebracht und zum zweitgrößten Gemeindeverein gemacht hat. Er war unter anderem maßgeblich verantwortlich für den Bau eines eigenen Vereinsheims mit einer Bandobstpresse, die weit über das Gäu hinaus genützt wird, und für die Anlage einer Streuobstwiese mit über 300 Bäumen und Sträuchern. Besonders stolz ist der Jubilar, dass es gelungen ist, einen Apfelmarkt im Rahmen des weithin bekannten St. Wolfganger „Gartlertags“ zu etablieren, und dass die Gartler eine eigene St. Wolfganger Apfelkönigin haben. Weiter war Loidl als führender Funktionär in der Landjugend, CSU-Ortsgruppe und im Pfarrgemeinderat aktiv, Vorsitzender des Maschinenrings St. Wolfgang, Geschäftsführer der Wasserbeschaffungsgruppe und des Dorfhelferinnenverbandes, Mitgründer und Vorsitzender des Kindergartenvereins Armstorf und des Musikvereins St. Wolfgang.

Die Lebensleistungen einer Persönlichkeit wie Loidl blieben natürlich nicht unbemerkt, und er wurde dafür mit einigen hohen Ehrungen und Auszeichnungen gewürdigt. So wurde ihm 1998 für sein politisches und gesellschaftliches Wirken die Bürgermedaille der Gemeinde verliehen. Er bekam von seinem Arbeitgeberverband auch die Goldene Raiffeisen-Nadel und für sein Vereinsengagement den Ehrenvorsitz sowie die Goldene Ehrennadel des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege.

Hermann Weingartner

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