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Mehr Sicherheit auf der A 94-Umleitung bei St. Wolfgang

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Von: Timo Aichele

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Fast fertig ist die Brücke über die B 15 bei Hohenpolding. Abteilungsleiter Felix Krötz (l.) zeigte den Räten die Baustelle. Am Montag wurden die Geländer montiert, auf der B 15 (unten) dürfte kommende Woche freie Fahrt sein.
Fast fertig ist die Brücke über die B 15 bei Hohenpolding. Abteilungsleiter Felix Krötz (l.) zeigte den Räten die Baustelle. Am Montag wurden die Geländer montiert, auf der B 15 (unten) dürfte kommende Woche freie Fahrt sein. © Timo Aichele

Der Verkehrsausschuss des Kreistags Erding beschließt einen neuen Kreisel an der B 15 bei St. Wolfgang. Damit würde eine besonders gefährliche Kreuzung entschärft.

Erding – Die Abfahrt auf der ED 18 bis runter zur B 15 am Nordrand von St. Wolfgang wäre für Wintersportler eine mörderische Schlittenpartie. Doch auch für Autofahrer sind diese 400 Meter abschüssige Gerade nicht ohne Risiko. Deswegen wird schon seit Jahren über eine Entschärfung der Kreuzung mit der Bundesstraße am Ende dieser Rennstrecke diskutiert.

Die Mitglieder des Landkreis-Verkehrsausschusses besichtigten am Montag die Situation bei einer Busfahrt im östlichen Landkreis. Die Mehrheit war überzeugt: Der Ausschuss votierte gegen die Stimmen der zwei Grünen-Kreisräte für den Kreisverkehr, den auch der St. Wolfganger Gemeinderat befürwortet.

Früher war sogar einmal ein Brückenbauwerk mit Einschleifung in die Bundesstraße geplant gewesen, stieß aber auf Widerstand in St. Wolfgang und scheiterte wie auch andere Planungen am Grunderwerb. Nun stand das Thema auf Kreisebene erneut zur Debatte. Das Staatliche Bauamt hatte vorgeschlagen, die stark sanierungsbedürftige Kreisstraße neu zu asphaltieren. Von dieser Verfestigung des Status Quo hielt Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wenig. Die Kreuzung habe sich schon früher als Unfallschwerpunkt erwiesen „und wird sich künftig möglicherweise verschärfen“, erklärte er. „Die Straße hat als Umleitung für die A 94 eine neue Bedeutung erlangt.“ Daher plädierte er für eine Lösung des Verkehrsproblems.

Zur Debatte – zunächst beim Ortstermin im Nieselregen neben der ED 18 und anschließend im behaglichen Bürgerhaus Schönbrunn bei bester Bewirtung – war auch Bürgermeister Ullrich Gaigl gekommen. Er bat dringend darum, den Kreisverkehr weiter nördlich zu beschließen.

Dafür muss ein Stück der ED 18 Richtung Lappach verlegt werden. Allerdings seien davon nur noch zwei Grundeigner betroffen und nicht mehr sechs wie bei früheren Planungen. Diese Linienführung benötige 12 000 Quadratmeter Grund, etwa die Hälfte von früheren Planungen, erläuterte Gaigl.

Eine weitere Station dieser Kreisstraßenbefahrung im Reisebus war ein Unfallschwerpunkt mit einer schrecklichen Bilanz: die Kreuzung der Kreisstraßen ED 26 und ED 13 bei Jakobrettenbach (Gemeinde Taufkirchen). Dort seien in den vergangenen sechs Jahren zehn Unfälle mit einer Toten, zwei Schwer- und elf Leichtverletzten geschehen, berichtete Felix Krötz, der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt, den Kreisräten.

Die Gefahrenstelle wird laut Krötz entschärft: „Hier soll 2023 ein Kreisverkehr entstehen.“ In der Planung des Kreisels mit 35 Metern Außendurchmesser werde berücksichtigt, dass die Gemeinde einen Geh- und Radweg zwischen Taufkirchen und Moosen bauen wolle. Die Arbeiten würden die gesamte Bausaison ab März 2023 in Anspruch nehmen, erklärte Krötz. Zu klären sei, ob dafür eine Vollsperrung nötig sei.

Auch die Brücke über die B 15 bei Hohenpolding besichtigten die Ausschussmitglieder. Der Landkreis habe das Bauwerk zu 46 Prozent finanziert, den Rest der Bund, berichtete Krötz vor Ort. Bei passendem Wetter könne die Baustelle noch heuer abgeschlossen werden. Das hänge vom Wetter ab, erläuterte Krötz: „Dafür müssen zwei Tage über fünf Grad sein.“

Die richtigen Temperaturen braucht der Bautrupp für die abschließende Maßnahme, den Deckenbau auf der ED 31, also auf der Brücke über die Bundesstraße. „Wir schauen, dass wir bis Weihnachten fertig sind“, berichtete Christian Holbl, Bauaufseher beim Staatlichen Bauamt und Stadtrat in Dorfen, den Kreisräten.

Die Verkehrsteilnehmer auf der B 15 dürften schon in der kommenden Woche vollkommen freie Fahrt haben. Nachdem am Montag oben die Geländer montiert wurden, ging es mit dem Einbau des Pflasters unten an der Böschung weiter. Die Baustelle sei vor etwa einem Jahr begonnen worden, berichtete Holbl. Wegen des schwierigen Untergrunds sei das Fundament mit 15 Meter langen Bohrpfählen ausgeführt worden. Insgesamt seien 210 Kubikmeter Beton verbaut worden.

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