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EGO-Geschäftsführer Franz Beringer (Bild l., stehend) will in Zukunft mehr Augenmerk auf die Werbung für Fleisch legen.

Erzeugergemeinschaft Oberbayern für tierische Veredelung

„Miserable Schweinepreise“

Die Erzeugergemeinschaft Oberbayern für tierische Veredelung ist derzeit gut aufgestellt. In der Zukunft wird es aber Veränderungen in der Struktur geben.

Von Henry Dinger

St. Wolfgang – „Das Ergebnis unserer Bilanz von 2016 ist eher durchwachsen, dennoch sind wir gut aufgestellt“, erklärte Anton Mayr, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Oberbayern für tierische Veredelung (EGO), bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Schex in St. Wolfgang. Die Gemeinschaft hat im vergangenen Jahr gut 74 Millionen Euro Umsatz gemacht. Dass der Gewinn mit knapp über 3500 Euro dennoch mager ausfiel, sei dem „miserablen Schweinepreis“ zu verdanken. Nach einem Tiefpunkt zum Jahresbeginn stieg er erst ab Juni wieder an.

Jakob Maier, BBV-Kreisobmann für Erding (Bild oben), fordert die Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleinere Betriebe.

Zudem hätte der Umbau des Schlachthofs in Landshut unerwartete Probleme erzeugt. Auch steigende Fuhrparkkosten machten der Gemeinschaft zu schaffen, zudem hätten Personalprobleme für Schwierigkeiten gesorgt. Die lange Krankheit eines der Geschäftsführer hätte letztlich dazu geführt, dass man die Strukturen ändere und künftig mit Franz Beringer nur noch einen Geschäftsführer hat. Um die Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft und damit auch die sinkende Zahl der Viehbetriebe abzufedern, könnte es künftig noch weitere Einschnitte geben. „Vielleicht müssen wir künftig strategische Allianzen mit anderen Erzeugergemeinschaften suchen“, sagte Mayr, „das Wort Fusion möchte ich dabei aber noch nicht in den Mund nehmen“. Derzeit wäge der Vorstand ab, ob die drei Bürostandorte in Waldkraiburg, Waidhofen und Pfaffenhofen auf zwei reduziert werden. „Da gibt es Für und Wider“, sagte Mayr. Man müsse zunächst durchrechnen, was die Zusammenlegung von Waidhofen und Pfaffenhofen kosten würde.

Einen seiner ersten öffentlichen Auftritte hatte Jakob Maier, der erst seit einigen Wochen den Bayerischen Bauernverband als neuer Kreisobmann von Erding vertritt. Er betonte in seiner kurzen Ansprache, dass es eine wichtige Aufgabe sei, die ökonomischen Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Betriebe zu verbessern, um den Strukturwandel in Bayern aufzuhalten.

EGO-Geschäftsführer Franz Beringer ging in seinem Rückblick auch auf den Fleischkonsum der Deutschen ein. Der Durchschnitts-Deutsche aß im Jahr 2016 durchschnittlich 35,8 Kilo Schwein, 11,9 Kilo Geflügel und 9,5 Kilo Rind. Beim Rind ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht nach oben. Hier seien es vor allem hochwertige Steaks, die nachgefragt würden. Für 2017 wird mit einem weiteren leichten Anstieg gerechnet. Beim Schwein nehme die Zahl ab, das sei ein Trend, der auch in der Vermarktung spürbar sei – das wäre vor allem einem rückläufigen Export geschuldet. Hier seien es Märkte wie Italien, die deutlich weniger Schweine abnehmen würden, als noch vor zehn Jahren. Auch der Export nach China, der im Vergleich zu 2015 wieder anstieg, dürfte wieder zurückgehen. Das läge an den USA, die ihre Schweinefleischproduktion erhöhten und nun den Export nach China ankurbelten. „Das dürfte sich auch auf unsere Preise auswirken“, sagte Beringer.

Deutschland war 2016 der größte Schweinefleischlieferant in China, dicht gefolgt von den USA. Ein deutlicher Aufwärtstrend sei beim Verzehr von Geflügel zu beobachten, obwohl das Federvieh derzeit wegen der Stallhaltung in der Diskussion sei. „Es ist leicht zuzubereiten und leichter bekömmlich“, erklärte Beringer und verwies darauf, dass sich die Gesellschaft ändere und es immer mehr ältere Leute gäbe. Hinzu kämen jene Menschen, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen würden. Für die Erzeugergemeinschaft sieht Beringer in Zukunft die zwingende Notwendigkeit, die Werbung für die heimischen Fleischzeugnisse anzukurbeln. Der alte Spruch „Wer nicht wirbt, der stirbt“, gelte nach wie vor, betonte der Geschäftsführer. Die „Qualität aus Bayern“ müsse den Verbrauchern noch stärker vermittelt werden.

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