Der 13-jährige Jonas Hermes (M.) mit seinen Brüdern Maximilian (l.) und Leonard.
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Auf dem Weg in die Selbstständigkeit: Der 13-jährige Jonas Hermes (M.) wurde in früher Kindheit mehrfach am Herzen operiert und gestaltet heute aktiv seinen Alltag, hier mit seinen Brüdern Maximilian (l.) und Leonard.

Licht in die Herzen: Jonas (13) blickt trotz angeborenem Herzfehler optimistisch in Zukunft

Mit halbem Herzen, aber voller Willenskraft

Jonas Hermes wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Doch der 13-Jährige blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft.

St. Wolfgang – Mit Zuversicht und medizinischer Unterstützung auf den Weg in die Selbstständigkeit: Der 13-jährige Jonas Hermes wurde mit einem gravierenden Herzfehler geboren. Er lebt sozusagen mit einem halben Herzen, weil die Anlage der rechten Herzklappe fehlt. Dank dreier großer Operationen in früher Kindheit, der behutsamen und kontinuierlichen Förderung seiner Eltern, eigener Energie und Willenskraft gestaltet Jonas seinen Alltag dennoch ziemlich selbstbestimmt.

Jonas’ Start ins Leben war schwer. Mit nur fünf Wochen wurde er zum ersten Mal operiert, mit acht Monaten folgte die zweite OP. Bei der dritten war der Bub dreieinhalb Jahre alt. Den Personalmangel in der Fachklinik in Nordrhein-Westfalen erlebten die Eltern als dramatisch und nervenaufreibend.

Denn obwohl der Eingriff dringend notwendig war, musste er dreimal verschoben werden, weil auf der Intensivstation kein Bett frei war. Insgesamt habe man acht Monate warten müssen, erzählt Kerstin Hermes. Die Mutter hat als Kinderkrankenschwester auch in der Kardiologie Erfahrungen gesammelt und ist Fachfrau.

So viel Normalität wie möglich

Inzwischen besucht Jonas die siebte Klasse an der Mittelschule Isen und bewegt sich dort in einem vertrauten Umfeld. Er ging in St. Wolfgang in die Grundschule, viele seiner Klassenkameraden sind mit nach Isen gewechselt. Die Lehrkräfte stehen im engen Kontakt mit den Eltern und unterstützen den Buben, damit er bei möglichst vielen Aktivitäten mitmachen kann – auch im Sportunterricht. Denn: „Jonas ist schneller aus der Puste als gesunde Kinder, da er einen atmungsabhängigen Herzfehler hat“, erklärt seine Mutter. Es gehe immer um das richtige Maß an Forderung und Förderung.

Den Eltern ist es wichtig, dass ihr Sohn so viel Normalität wie möglich erlebt. Bei der Schwimmfreizeit für Familien herzkranker Kinder, die der Verein „Junge Herzen Bayern“ regelmäßig organisiert, durfte Jonas unter ärztlicher Aufsicht sogar tauchen, was normalerweise tabu ist. Für den Buben, der sehr gern schwimmt, war das eine motivierende Erfahrung. „Unter Aufsicht ist er weitergekommen und hat das nächste Schwimmabzeichen geschafft“, berichtete seine Mutter stolz.

„Im Moment geht‘s uns gut“

Jonas wird lebenslang Medikamente nehmen müssen. Wenn die Familie verreist, ist eine umfangreiche Vorbereitung nötig. Die Eltern klären vorher ab, in welcher Fachklinik Jonas im Notfall behandelt werden könnte. Die Tasche mit Medikamenten ist immer mit dabei. Ihr Fachwissen ist für Kerstin Hermes „Segen und Fluch“ zugleich, wie sie sagt. Belastend sei, „dass man weiß, was noch kommen kann“. Doch die Familie vertraut ins Leben: „Im Moment geht’s uns gut.“ Jonas fühle sich wohl in der Klassengemeinschaft und nehme gern an Ausflügen teil. „Er hat eine Klasse, die hinter ihm steht. Die Schule weiß Bescheid und geht gut damit um.“

Der Jugendliche praktiziert Taekwondo und hat es schon bis zum gelb-grünen Gürtel gebracht. Zudem ist er Mitglied bei der Jugendfeuerwehr St. Wolfgang. Die Eltern unterstützen ihren Sohn auf seinem Weg in die Selbstständigkeit. „Jonas hat schon so vieles geschafft, und er wird noch vieles schaffen“, freut sich Kerstin Hermes.

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt den Verein Junge Herzen Bayern und Kinder wie Jonas. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

Vroni Vogel

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