Der Friedhof soll schöner werden: Moderne Grabmale sind im gemeindlichen Teil möglich. Foto: Weingartner

St. Wolfganger Friedhofssatzung

Moderne Grabmale kein Problem

St. Wolfgang - Über die Zulassung moderner Grabmale im gemeindlichen Teil des Friedhofs im Lappach wurde im St. Wolfganger Gemeinderat beraten. Dabei gab es kontroverse Meinungen.

Ein „sehr persönliches, emotionales Thema“ sei die Grabgestaltung, sagte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Vielen sei vermutlich nicht bewusst, dass der Gottesacker in Lappach mit einem kommunalen und einem kirchlichen Bereich „zweierlei Friedhöfe“ sind, erklärte Gaigl zunächst. Die zuletzt 2013 geänderte Friedhofssatzung der Gemeinde sei „eng an die kirchliche Satzung angelehnt“.

Festgelegt ist derzeit nur die Größe der Grabstätten, die „spätestens drei Monate nach der Beisetzung oder nach der Verleihung des Nutzungsrechts würdig herzurichten, gärtnerisch anzulegen und in diesem Zustand zu erhalten sind“, heißt es in der Satzung.

Die Errichtung von Grabmalen bedarf stets der Erlaubnis der Gemeinde. Festgesetzt ist im Wesentlichen nur die Breite und Höhe (1,30 Meter) des Grabes, bei Urnenerdgräbern ein Meter Höhe. Weiter müssen die Grabmale „dem Friedhofszweck entsprechen“ und so gestaltet sein, „dass die Würde des Friedhofs als Ruhestätte der Verstorbenen gewahrt ist“.

Darüber lasse sich streiten, denn was dem Friedhofszweck entspreche, schön und würdig sei, das liege natürlich „im Auge des Betrachters“, betonte Gaigl. Das werde unterschiedlich „sehr emotional“ gesehen.

Anstoß der Beratung war, dass es immer wieder Anfragen zu modernen Grabgestaltungen gebe, sagte Gaigl. Aktuell habe man eine Nachfrage, ob hochpolierter Marmor zulässig sei. Auch die Möglichkeit einer Baumbestattung sei nachgefragt worden.

Von einer Firma liege die Anfrage vor, ob eine Glasplatte als Grababdeckung und Einfassung erlaubt ist, ergänzte Verwaltungsleiter Christian Miksch. „Beides wäre zulässig“, sagte Gaigl. Künftig rechne man im Rathaus öfters mit Anfragen zur modernen Gestaltung von Grabstätten.

Bisher sind die Gräber ganz traditionell angelegt. „Mir gefällt der Friedhof nicht“, sagte dazu Michael Schrägle (FW). Er wünschte sich „a bisserl a Abwechslung“. Auch Magdalena Wandinger-Strauß (FW) sprach sich für eine „Vielfalt“ auf dem Friedhof aus. Da sollte die Gemeinde „nix vorschreiben, das geht uns nix an“. Nur die Größe der Grabmale sollte die Kommune festlegen. Anton Daumoser (WG Gatterberg-Schönbrunn) wies darauf, hin dass Hinterbliebene, die weiter weg wohnen, oft „keine Grabpflege wollen“. Für die sollten pflegeleichte Grabstellen möglich sein.

Die „persönliche Meinung“ des Bürgermeisters war, nur die Größe der Begrenzung und des Grabmals vorzugeben. Ein Grab sei „die persönliche Note der Leute“. Gaigl könne sich vorstellen, wenn etwa Motorradfahren „das Leben“ eines Verstorbenen war, könnte ein Motorrad auch ein Grabmal sein. Das dürfe aber nicht als „wuchtiges Monument“ errichtet werden.

Der Auffassung folgte der Gemeinderat einstimmig. Die Satzung bleibt unverändert und lässt auch moderne Grabmale zu.

Hermann Weingartner

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