Das Krautschneiden beendet das Vereinsjahr: Bei der Arbeit sind (v. l.) Martin Bürger, Agnes Lang, Jakob Kellner, Maria Bürger und Florian Ober.
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Das Krautschneiden beendet das Vereinsjahr: Bei der Arbeit sind (v. l.) Martin Bürger, Agnes Lang, Jakob Kellner, Maria Bürger und Florian Ober.

Gartenbauverein St. Wolfgang

Obst pressen, Saft verkaufen, Kraut schneiden in St. Wolfgang

  • VonCIF.H. Weingartner
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Der Gartenbauverein St. Wolfgang macht das Beste aus der Corona-Situation. Die Apfelkönigin bleibt im Amt.

St. Wolfgang – „Es war besser als letztes Jahr, aber Corona schränkte auch heuer wieder einige Aktivitäten des Gartenbauvereins St. Wolfgang ein“, blickt Vorsitzender Rudi Brand zurück. So wird es auch nichts mit dem gemütlichen Abschluss des Gartenjahrs im Armstorfer Gasthaus Hagl: Die Veranstaltung am 30. November ist abgesagt.

Insgesamt müsse man aufgrund der Pandemiesituation und der wetterbedingt geringeren Obsternte zufrieden sein mit dem Gartlerjahr, sagt Brand. Die Mitgliederzahl liege erfreulich konstant bei etwas über 700. Stolz ist die Führung des zweitgrößten St. Wolfganger Vereins auf die große Jugendgruppe mit über 80 Nachwuchsgartlern. Für den Erfolg sei maßgeblich Jugendleiterin Andrea Hammer verantwortlich, die mit ihrem „großartigen Einsatz“ die Jugend fürs Garteln begeistert.

2020 mussten fast alle Aktivitäten abgesagt werden. Heuer hatten es die Kinder und Jugendlichen leichter gehabt, weil zumindest im Sommer und Herbst vieles wieder möglich war.

Ausfallen musste dagegen erneut der traditionelle Gartlertag, zu dem stets zwischen 2000 und 3000 Besucher aus der ganzen Region strömten, bedauert Brand. Als Ersatz wurde ein kleiner Obst- und Gartenmarkt veranstaltet.

Weithin bekannt ist der Gartenbauverein vor allem auch wegen der leistungsstarken Bandobstpresse und dem automatischen Saftabfüller samt Erhitzer. Ende Oktober wurde die Saison nach 19 Presstagen im Zweischichtbetrieb beendet, berichtet Brand. Täglich seien zwischen 40 und 50 Leute auch aus den Nachbarlandkreisen gekommen. Immer wieder werde man gelobt, weil die Organisation „so gut läuft und es fast zu keinen Wartezeiten kommt“. Aus dem Obst wurden täglich zwischen 2500 und 5000 Liter Apfelsaft gepresst. Die Mengen seien heuer etwas weniger gewesen, weil viele Bäume nicht so viel Obst trugen.

Zur letzten Aktion im Jahreslauf hatten sich mehrere Vereinsmitglieder im Vereinsheim getroffen. Dort wurden rund 420 Kilogramm Kraut „eingeschnitten“ und in 20 kleine Tonfassl abgefüllt. „Die Leut ham scho drauf g’wart“, sagt Brand, „denn die Krautfassl sind ein Renner“. Viele waren vorbestellt, einige für Vereinsmitglieder, der Rest wird im örtlichen Regio-Markt verkauft. Und am Vereinsheim gibt’s am Samstag, 27. November, nochmal eine Verkaufsaktion. Da wird der Apfelsaft aus dem Jahr 2020 aus unbehandeltem Obst der Vereinsstreuobstwiese verkauft. Pasteurisiert habe der Saft in den Fünf- und Zehn-Liter-Boxen nichts von seiner Qualität verloren.

Traurig war das Gartlerjahr erneut für Apfelkönigin Raphaela I. (Müller). Die Armstorferin war im Oktober 2019 ins Amt gekommen – und dann kam schon Corona und damit keine Einsätze mehr. Eigentlich wäre nun ihre Amtszeit vorbei gewesen, sagt Brand, ihre Regentschaft wurde aber bis 2023 verlängert. HERMANN WEINGARTNER

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