Großübung im Pflegeheim

Rettungsdienste arbeiten gut zusammen

Im Notfall sind die Retter schnell zur Stelle. Eine Großübung am Betreuungzentrum St. Wolfgang zeigt das gute Zusammenspiel der Feuerwehren und Rettungsdienste.

Von Henry Dinger

Wernhardsberg – Mit gespenstischem Ton schrillt am Samstagnachmittag um 13.20 Uhr der Feueralarm im Betreuungszentrum Wernhardsberg bei St. Wolfgang. Dicker Rauch quillt aus den Dachfenstern, eine Frau und ein kleines Mädchen stehen hilfesuchend auf einem Balkon. Zwei Minuten später schwirrt das Heulen von Sirenen durch die Luft, etwas später gemischt mit dem Klang von Martinshörnern. Von mehreren Seiten rücken immer mehr Retter an – Feuerwehren, die Malteser Erding und das BRK aus Erding und Ebersberg. Mutter und Kind schweben im Korb einer Drehleiter der Feuerwehr Dorfen nach unten. Schläuche ziehen sich durchs Treppenhaus, ein großer Lüfter am Eingang entraucht tosend das Gebäude. Feuerwehrleute mit Atemschutz eilen die Treppe nach oben, holen Verletzte ins Freie. Am Sammelplatz werden sie von Sanitätern versorgt und dann in Krankenhäuser gefahren.

Zum Glück: Die ganze Aktion war nur eine Übung, die das Zusammenspiel der Rettungskräfte bei einer Katastrophe in der Einrichtung trainieren sollte. Immerhin leben oder arbeiten im Senioren- und Pflegeheim Wernhardsberg mehrere hundert Menschen, die im Ernstfall schnell aus der Gefahrenzone gebracht werden müssen. Josef Moser, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Jeßling, die das Training initiiert hatte, beschreibt das Szenario. „Im zweiten Obergeschoss des Pflegeheims wurde der Brandmeldealarm ausgelöst. In diesem Fall rücken zunächst die Wehren aus Jeßling und St. Wolfgang an“, so Huber. Deren Aktive sollten dann am Samstag feststellen, dass es sich um einen Großbrand der beinahe höchsten Alarmierungsstufe B 5 handelt, mindestens 25 Bewohner noch vermisst werden oder verletzt sind. Dann sollten über die Integrierte Leitstelle Erding Einsatzkräfte nachalarmiert werden.

Für Arno Seidel, Leiter des Betreuungszentrums, kommt die Probe genau recht. „In den vergangenen Jahren haben wir viel in den Brandschutz investiert, beispielsweise bei der Brandmeldeanlage aufgerüstet und Feuerschutztüren eingebaut. Gefehlt hat eigentlich nur noch der abschließende Praxistest“, freut sich Seidel. Am Montag zogen die Beteiligten Resümee. „Die Übung war sehr lehrreich“, erklärt Kreisbrandmeister Florian Axenböck, „die wichtigste Erkenntnis war, dass die Einsatzkräfte gut zusammenspielen“. Immerhin eilten die Einsatzkräfte – neben den drei Sanitätsdiensten insgesamt elf Feuerwehren – aus drei Landkreisen herbei. „Wir haben vor allem auch die Punkte gesehen, an denen wir nachbessern müssen“, so Axenböck. Beispielsweise sollten noch ein oder zwei Feuerwehren zusätzlich alarmiert werden.

Auch Erich Eß von der Jeßlinger Feuerwehr zeigte sich zufrieden. „Wir waren am Anfang etwas nervös, aber es ist sehr gut gelaufen“. Immerhin waren weit über zweihundert Retter in die Übung involviert. „Uns hat der Test gezeigt, dass wir gut auf den Ernstfall vorbereitet sind“, sagt auch Arno Seidel. Es sei ein gutes Gefühl zu wissen, dass im Ernstfall „über zweihundert Leute alles stehen- und liegen lassen und in Windeseile herbeiströmen, um unsere Bewohner zu retten“.

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