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Letzte Arbeiten in Gotteshaus führte Restauratorin Angelika Graßmann (M.) in Schönbrunns Kirchen aus. Über den neuen Glanz freuen sich Kirchenpfleger Anton Daumoser (l.) und Mesner Jakob Mühlhuber (r.).

Renovierung abgeschlossen

St. Zeno erstrahlt wieder in altem Glanz

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Nach über zwei Jahren Arbeit ist die Gesamtrenovierung der Kirche St. Zeno in Schönbrunn abgeschlossen. Gefeiert werden kann allerdings erst später.

Schönbrunn – Kälte, Hitze, Feuchte und Trockenheit setzten der Pfarrkirche St. Zeno Schönbrunn im Laufe der Jahrzehnte innen und außen deutlich zu. Bereits 2018 hatte die Pfarrei daher eine umfangreiche Gesamtrenovierung in Angriff genommen. Jetzt erstrahlt das Gotteshaus wieder in ganzer Schönheit. Allerletzte Arbeiten an der Innenausstattung wurden gerade abgeschlossen.

Insgesamt über 300 000 Euro kosten die Maßnahmen, berichteten Kirchenpfleger Anton Daumoser und Mesner Jakob Mühlhuber beim Besuch der Heimatzeitung. Das Kirchenpatrozinium heuer im April war eigentlich geplant für den großen Tag, um den Renovierungsabschluss mit den Gläubigen zu feiern, berichtete Daumoser. Auf den Festgottesdienst mit Weihbischof Bernhard Haßlberger freuten sich die Leute. Daraus wurde aber nichts, denn auch die neue Orgel sollte erklingen, deren Anschaffung sich verzögerte. Seit zwei Monaten werde an dem neuen Kircheninstrument gearbeitet.

Dann kam die Corona-Krise, und die Kirche musste ganz schließen. Weihnachten, so die Hoffnung derzeit, soll dann die Renovierung mit einem Fest und Festmesse mit Weihbischof Haßlberger abgeschlossen werden. Es könnte aber auch nächstes Jahr werden, befürchtet Daumoser. Immerhin schaffte Corona, dass die seit Oktober 2019 laufenden Restaurierungen im zuletzt geschlossen Gotteshaus ungestört vonstatten gehen konnten.

Mit der Konservierung- und Restaurierung der Innenausstattung, wie Altar, Heiligenfiguren, Bilder oder Kanzel wurde die Diplom-Restauratorin Angelika Graßmann aus Burghausen beauftragt. Sie habe sich mit großer Leidenschaft und Freude an die Arbeit gemacht, die Schäden zu beheben. Dadurch werde kommenden Generationen der Eindruck und Verständnis für vergangene Epochen und die Schönheit von Gotteshäusern vermittelt, wie in der „herrlichen Schönbrunner Kirche“, so Daumoser.

Der Zahn der Zeit hat an Farben und Körpern der Heiligenfiguren genagt und Bildern, Altar, Seitenaltar, Kreuzigungsgruppe, Kanzel, Kreuzweg und Ambo zugesetzt, berichtete die Restauratorin. Da sei viel Detail- und Feinarbeit sowie Gefühl gefragt unter besonderem Augenmerk auf den Originalzustand zu achten. Das Raumklima verändere die Objekte, Holz fange an sich zu bewegen, Strukturen, Fassung und Malerei verändern sich, erklärte Graßmann. Sie habe erfahren, dass es in Schönbrunn mal einen Pfarrer gab, der es besonders warm mochte in der Kirche und „25 Grad bevorzugte“. Da sei es Figuren zu trocken geworden, und Strukturen im Holzkern seien geschrumpft, was Schäden der Oberflächen verursachte.

Andere Probleme waren entstanden, weil etwa immer wieder mal Gießwasser aus Blumentöpfen auf Sockeln ausgelaufen war. Auch bildhauerische Arbeiten, wie abgebrochene Finger an Heiligenfiguren waren nötig, die aber von Bildschnitzer erledigt wurden.

Die Gesamtsanierung der Innenausstattung kostet lautet 61 000 Euro. Die Hälfte davon steuere das Erzbischöfliche Ordinariat München bei, den Rest die Pfarrei. Die Renovierung und Teilsanierung von Raumschale und Kirchengebäude sei erledigt und habe 95 000 Euro gekostet. Dafür habe die Pfarrei Zuschüsse von Gemeinde, Landkreis, Bezirk sowie Privatspenden erhalten und rund 300 Stunden Eigenleistung eingebracht. Rund 140 000 Euro werde die Pfarrgemeinde die neue Orgel kosten.

Als spätgotischer Bau wurde St. Zeno in Schönbrunn im 15. Jahrhundert erbaut. Im 18. Jahrhundert folgte innen eine Barockisierung, und 1880 fügte man ein weiteres Langhaus-Joch an. In die Spätbarockzeit um 1680 fällt der Hoch- und Nebenaltar. Eine Besonderheit ist eine von Christian Jorhan dem Älteren 1832 geschaffene Kreuzigungsgruppe. Erhalten ist eine Grabplatte von Heinrich III von Schönbrunn († 1501).

HERMANN WEINGARTNER

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