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Lässt sich ein rohes Ei wirklich mit einem schweren Rettungspreizer packen und ohne kaputtzugehen versetzen? An dieser Station auf dem Weg der Löschwassersuchwanderung wurde dabei viel Geschick gezeigt.

Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager

Spielerisch die Technik lernen

19 Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis trafen sich in Pyramoos bei St. Wolfgang zu einem Zeltlager. Neben Spiel und Spaß hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, eine Menge zu lernen.

Von Henry Dinger

Pyramoos – Um eingeklemmte Menschen aus Unfallautos zu befreien, verwendet die Feuerwehr einen Rettungsspreizer. Dieses Gerät hat so viel Kraft, dass es Autos anhebt, Armaturenbretter wegdrückt und Blech so knüllen kann, als wäre es Papier. Mit diesem martialischen Gerät ein rohes Ei anzupacken und zu transportieren, klingt ein nach einer super Idee für „Wetten dass . . .“. Doch am vergangenen Samstag sollten die Nachwuchskräfte beim Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Pyramoos diese Übung ohne Eierbruch bewältigen. Fingerspitzengefühl war aber nicht nur beim Umfang mit dem Spreizer gefragt, sondern auch beim Zielspritzen, beim Zusammenbau von Feuerwehrarmaturen oder beim Kuppeln von Schläuchen zu einem Saugring.

Alle zwei Jahre treffen sich die Jugendfeuerwehren des Landkreises Erding zu einem Zeltlager. Ausrichter in diesem Jahr war die Freiwillige Feuerwehr Pyramoos, die am Mühlberg das Lager eingerichtet hatte. Gekommen waren 19 Jugendfeuerwehren, die mit ihren Betreuern und Helfern an die 300 Leute zusammenbrachten.

Das Event begann am Freitag mit der Eröffnungsrede von St. Wolfgangs Bürgermeister Ulrich Gaigl. Mit ihm, im Sinne des Wortes als „Schirmherr“, kam auf den Punkt genau die Sonne heraus. Die Veranstalter hatten einiges auf die Beine gestellt, um das Zeltlager für die jungen Leute zwischen zwölf und 18 Jahren zum Erlebnis werden zu lassen. Einer der Höhepunkte neben einer Fackelwanderung sowie Karten- und Menschenkicker-Turnieren war die „Löschwassersuchwanderung“. Auf dieser Tour galt es, Wasserentnahmestellen wie Hydranten, Löschweiher oder einen Bach zu finden. In kleinen Gruppen erkundeten die Kinder und Jugendlichen auf einem Rundkurs von insgesamt drei Kilometer Länge nicht nur das Areal, sondern mussten an insgesamt 13 Stationen ihre Geschicklichkeit und Teamfähigkeit beweisen. Dabei standen der erwähnte Eiertransport ebenso auf dem Programm wie der Lauf mit einer Rettungstrage oder der Zielwurf mit der Feuerwehrleine.

„Das Zeltlager dient dem gemeinsamen Kennenlernen und für den Zusammenhalt im Feuerwehrleben“, erklärt Albert Stettner, Zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pyramoos. Auch Handgriffe mit den Geräten könnten so spielerisch geübt werden. Aber natürlich steht auch jeder Menge Spaß auf der Tagesordnung – schon allein das Lagerleben mit Zelten, Lagerfeuer und Livemusik ist eine spannende Sache.

Vorbereitung dauerte ein Jahr

Etwa ein Jahr lang hat die Pyramooser Wehr das Lager und die Aktivitäten geplant und organisiert. Die Vorbereitung des Platzes und der Aufbau selbst haben über eine Woche gedauert. „Vor dem, was die Pyramooser hier geleistet haben, kann man nur den Hut ziehen“, sagt Kreisjugendwart Martin Kowalski, „für dieses Engagement gebührt ihnen wirklich ein großes Lob!“ Kowalski lässt aber auch nicht unerwähnt, dass es ohne die Sponsoren, die sich mit Geld und Sachspenden beteiligt haben, nicht zu stemmen gewesen wäre. „Wir danken allen, die sich beteiligt haben, damit das Lager zu einem Erfolg werden konnte“.

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