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Lappach hat keinen zentralen Dorfplatz. Das könnte sich vielleicht bald ändern.

Entscheidung vertagt

Dorfplatz oder Wohnbebauung? Kontroverse Debatte über Lappacher Ortskern

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Kontrovers diskutierte der Gemeinderat St. Wolfgang über die städtebauliche Entwicklung Lappachs. Einnahmen erlösen oder Dorfmittelpunkt schaffen –das war die Frage.

St. WolfgangKontrovers diskutierte der Gemeinderat St. Wolfgang über die städtebauliche Entwicklung Lappachs. Einnahmen erlösen oder Dorfmittelpunkt schaffen –das war die Frage.

Zwei Bauplätze könnte die Kommune verwerten oder alternativ einen zentralen Platz als Ortskern schaffen. Entschieden wurde noch nichts. Laut 10:5-Beschluss soll ein Fachbüro jetzt lediglich eine Bebauungsplanänderung vorbereiten und dann abschließend im Gemeinderat beraten werden.

Zentraler Platz statt Wohnungsbau

Seit Jahren gibt es den gültigen Bebauungsplan „Lappach Ortsmitte“. Darin ist nach dem Abbruch eines alten Gebäudes eine Wohnbaufläche mit fünf Parzellen ausgewiesen worden. Drei davon sind schon bebaut. Die Restfläche mit rund 1000 Quadratmetern ist in gemeindlichem Besitz und bis heute unbebaut. Die Verwertung dieses Areals stand nun wieder einmal zur Diskussion.

Die Mehrheit der Räte und Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW-Einigkeit) sprachen sich für die Anlage eines Dorfmittelpunkts statt einer Wohnbebauung aus. Das sei eine einmalige Chance, die man nicht vergeben dürfe, so die Argumentation. Sei der Bereich erst bebaut, gebe es keine Möglichkeit mehr, einen zentralen Platz zu schaffen, begründete Gaigl seine Haltung.

Parkplätze, Spielplatz, Sitzgelegenheiten und E-Bike-Ladestation

Das sehe auch die Mehrheit der Lappacher Bürger so, wie 2019 in mehreren Gesprächen und einer Ortsteilversammlung deutlich geworden sei, sagte Gaigl. Dass so ein Platz für die Entwicklung eines Ortes wichtig sei, zeigten auch staatliche Förderprogramme wie „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“.

Gaigl stellte die aktuelle Überplanung des Areals vor. So sollen ein Weg und eine Reihe von Parkplätzen entstehen, die multifunktional zu nutzen sind, ein kleiner Spielplatz, Sitzgelegenheiten und eine E-Bike-Ladestation. Auch ein Maibaum könnte dort einmal stehen. Die Kostenschätzung für den Ausbau liege bei 150 000 Euro. Wie viel Geld der Gemeinde durch die Nichtverwertung der Bauplätze entgeht, konnte Gaigl nicht beziffern.

CSU gegen Dorfmitte

Kritik am Dorfplatz kam überwiegend aus der CSU-Fraktion, denn es gebe ja einen gültigen Bebauungsplan. Anton Schneider (CSU) argumentierte, der Gemeinde entgehe viel Geld, und andere Ortsteile hätten auch keinen Dorfmittelpunkt. Franz Finger (CSU) verwies auf die aktuell angespannte Situation bei verfügbarem Wohnbauland. Werner Axenböck (CSU) ergänzte, hier habe man zwei Baugrundstücke, die zu „erschwinglichen Preisen“ zu vergeben wären.

Dieter Fischer (FW-Einigkeit) ist Lappacher und berichtete, das Dorf wachse weiter, und die Mehrheit der Bürger spreche sich klar für einen zentralen Platz aus. Mit zu erwartender Eigenleistung aus der Dorfgemeinschaft könnten die Baukosten gesenkt werden. Mit den Parkplätzen würde die Gemeinde in Fischers Augen auch ein Signal senden, etwas gegen die Parkplatznot besonders bei Beerdigungen am Gemeindefriedhof zu unternehmen. Regelmäßig würden private Grundstücke mit Duldung zugeparkt, was nicht ewig so bleiben müsse.

Die Forderung nach einem Dorfplatz bestätigten auch zwei Bürger aus dem Zuschauerbereich. Als „traurig“ bezeichnete einer die Haltung, zu sagen: „Da holen wir alles raus, was geht.“

Hermann Weingartner

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