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Ein Riesengewerbegebiet auf landwirtschaftlichem Grund bei Reith (oberhalb der A94 in der Bildmitte) plant die Gemeinde St. Wolfgang. Links hinten zu sehen ist die B15.

Bürgermeister kann nach scharfer Kritik liefern

St. Wolfgang: Reichlich Platz für Gewerbe und Wohnungen

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Heftige Kritik musste Bürgermeister Ullrich Gaigl in den letzten Monaten einstecken. Ein Vorwurf: viel zu wenig Wohnbau- und Gewerbeflächen. Jetzt hat er allerdings geliefert.

St. Wolfgang Teils heftige Kritik musste St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW-Einigkeit) in den vergangenen Monaten einstecken. Ein Vorwurf: Er mache viel zu wenig in Sachen neue Wohnbau- und Gewerbeflächen. Die Gemeinde könne derzeit keinen Gewerbegrund oder Wohnbauland anbieten. Jetzt hat Gaigl in der Gemeinderatssitzung allerdings geliefert. Im Rahmen der 11. Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) stellte Gaigl zwei neue Areale für Wohnen und Gewerbe vor.

In der Bürgerversammlung hatte er bereits angekündigt, es werde „ein großes Baugebiet“ geben, ohne allerdings konkret zu werden. Mehrere Flächen im Gemeindegebiet werden nun im Rahmen der FNP-Änderung für Wohnen und Gewerbe ausgewiesen. Darunter sind ein Areal für ein Wohnbaugebiet mit rund drei Hektar am nordwestlichen Ortsrand St. Wolfgangs und knapp 200 000 Quadratmeter Gewerbefläche direkt an der A94 bei Reith.

Gemeinderat wird noch konkret beraten und entscheiden

Gaigl wies darauf hin, dass eine Überplanung von Flächen im FNP keine unmittelbaren baurechtlichen Folgen und vor allem keine einklagbaren Baurechtsansprüche bei Grundeigentümern auslöse. Erst in einem späteren Schritt der Bauleitplanung werde der Gemeinderat im Rahmen seiner Planungshoheit konkret über entsprechende Bebauungspläne beraten und entscheiden. Der FNP solle aufzeigen, wo in der Gemeinde welche Entwicklungen möglich und sinnvoll sind, ergänzte Verwaltungsleiter Christian Miksch.

Zwei Wohnbauareale nannte Gaigl für den Hauptort St. Wolfgang. Das ist das kleinere, bereits beschlossene Baugebiet Schiller-Areal am südöstlichen Ortsrand an der B15 und eine Erweiterung der Wohnbebauung im Westen. Konkret wird eine rund drei Hektar große Hangfläche am westlichen Ortsrand zwischen der ED18 bis etwa Höhe Heizwerk an der Raiffeisenstraße in den FNP aufgenommen. In Schönbrunn werden zwischen neuem Bürgerhaus und dem Weiler Notzing zwei Wohnbau- und eine Gewerbefläche ausgewiesen. Die neue Bebauung an der Verlängerung der Forststraße in Lappach besteht bereits, muss aber noch in den FNP eingetragen werden.

Hälfte des Grunds ist in Planung, die andere für die Zukunft

Und auch die A94 wird im FNP dargestellt. Einig war man sich, dass gewerbliche Entwicklungen nur in Armstorf an der A94 sinnvoll sind. Laut Gaigl befinden sich die neuen Gewerbeflächen bei Reith auf landwirtschaftlichem Grund westlich der B15 und südlich der A94. Er betonte, etwa die Hälfte der 200 000 Quadratmeter sei „in Planung, das andere wäre für die Zukunft“. Einig war sich der Gemeinderat, dass eine Erschließung des Gewerbegebiets an der A94 wegen der Größe in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden soll. Anton Schneider (CSU) meinte dennoch, 20 Hektar seien „scho a Brocken“. Gewisse Bedenken hatte auch Michael Schrägle (FW-Einigkeit). Er hoffe, „dass ned alles zugepflastert wird“. Und er regte an, dass auf den Gewerbeflächen auch Wohnraum für die Angestellten geschaffen werde, die dort einmal arbeiten. Ein Aufstellungsbeschluss zur FNP-Änderung wurde mit großer Mehrheit gefasst, nur Anton Schneider (CSU) stimmte dagegen. Den Planungsauftrag erhielt das Germeringer Büro AKFU Architekten & Stadtplaner.

Hermann Weingartner

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