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Die Riege der St. Wolfganger CSU-Kandidaten (vorne, v. l.): Ortsvorsitzender Georg Hofmeister, Gerhard Obermeier, Nicole Otto, Evi Rottenwaller, Angelika Dirnecker, Thomas Döllel und Christian Loidl mit den Kreistagskandidaten Jakob Schwimmer und Josef Lohmaier sowie (hinten, v. l.) Wahlleiter Thomas Bauer, Wolfgang Brandlhuber, Anton Schneider jun., Josef Moser, Franz Seidl, Johannes Ober, Hans Waltl, Anton Lohmaier, Werner Axenböck und Listenführer Franz Finger. 

Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl

St. Wolfganger CSU will „5 plus X“ im Gemeinderat erreichen

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Einen Bürgermeisterkandidaten stellt die CSU St. Wolfgang  nicht. Auch erfahrene Räte  treten bei der nicht mehr zur Wahl an. Unter ihnen ist der Ortsvorsitzende Georg Hofmeister. 

VON HERMANN WEINGARTNER

St. Wolfgang – „5 plus X“ im neuen Gemeinderat ist die Formel der CSU-Wählergemeinschaft St. Wolfgang für die Kommunalwahlen 2020. Dieses Ziel formulierte Ortsvorsitzender Georg Hofmeister bei der Aufstellung der CSU-Kandidatenliste am Donnerstagabend im Schex-Saal. Mit einer stark verjüngten, offenen Kandidaten-Liste aus den Ortsverbänden St. Wolfgang-Schönbrunn/Gatterberg soll das gelingen. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu stellen, sei nicht leider gelungen, erklärte Hofmeister, der selbst auch nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert.

Der Vorsitzende führte dafür persönliche und berufliche Gründe an. Neben ihm würden mit Anton Schneider sen. und Christine Fleidl zwei engagierte CSU-Gemeinderäte ebenfalls nicht mehr antreten. Sie hätten teilweise Jahrzehnte die Gemeinde mit gestaltet. Die Gemengelage sei dadurch „schwierig“ geworden, erklärte Hofmeister.

Voll im Wahlkampfmodus zeichnete er ein Bild der aktuellen Lokalpolitik und attackierte die Freien Wähler. Der neue Gemeinderat müsse anpacken und Maßnahmen umsetzen. Auf der CSU-Liste sei ein breites Spektrum aus allen Schichten und vielfältigen Berufen mit Parteimitgliedern und viele junge Bürgerinnen und Bürgern aus der ganzen Gemeinde. Deren Ziel müsse sein „die Gemeinde voranzubringen“.

Vor sechs Jahren habe der langjährige CSU-Bürgermeister Jakob Schwimmer sein Mandat niedergelegt, blickte Hofmeister zurück. Ohne seine vorausschauende Politik stünde St. Wolfgang nicht gut so da, betonte der Ortsvorsitzende. Die Gemeinde stehe heute „finanziell sehr gut da, und wir können kommende Aufgaben mit breiter Brust angehen“. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 habe sich Ullrich Gaigl von den Freien Wählern gegen den CSU-Kandidaten Christian Miksch durch, erinnerte Hofmeister. Unter Gaigls Führung sei es dem Rat aber nicht gelungen, „die Gemeinde entscheidend voranzubringen“.

Es herrsche vielmehr ein „Auf-der-Stelle-treten“. Daran seien aber auch die CSU-Vertreter „nicht ganz unschuldig“, weil man es versäumt habe, „unsere immer wieder gestellten Anträge vehement zu vertreten“. Die vor der Wahl versprochene Transparenz des Bürgermeisters und Verwaltung finde „nur bei unwichtigen Themen statt“, kritisierte Hofmeister die FW-Konkurrenz. Wichtige Punkte würden „dann doch auch gern mal im Hinterzimmer entschieden“, wie die eigenmächtige Bestellung von Arbeitsmaschinen für den Bauhof bewiesen habe.

Besonders schade findet Hofmeister, „dass viele unserer gestellten Anträge nicht, wie in der Geschäftsordnung vorgesehen, innerhalb der Drei-Monatsfrist auf die Tagesordnung gelangen, oder manchmal auch gar nicht behandelt werden“.

Gefasste Beschlüsse, wie die Überplanung der noch freien Fläche am Grünbacher Ring würden „leider nicht umgesetzt“. Vor allem junge Bürger bemängelten immer wieder das Fehlen von Baugrundstücken. Außer „ein paar Parzellen in Lappach“ sei leider kein Baugebiet auswiesen worden. Besonders in Schönbrunn „sollten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden“, wenn Grundstückseigentümer schon verkaufen wollten. Grunderwerb müsse Priorität haben.

Als „Never-ending-Storys“ bezeichnete der Ortsvorsitzende den Breitbandausbau sowie die Überplanung und Vergabe des Brauereigeländes in St. Wolfgang. Das gehöre „endlich vernünftig abgehakt“, sonst werde es immer teurer.

Eckpunkte für die nächste Legislaturperiode seien der kurzfristige Neubau eines Gebäudes für die Mittagsbetreuung der Schule, der gesetzliche Anspruch auf Ganztagesbetreuung und eventuell ein Feuerwehrhaus-Neubau in St. Wolfgang. Anfang Januar soll bei einem Workshop das CSU-Wahlprogramm ausgearbeitet werden.

Die Listenkandidaten:

1. Franz Finger, 2. Werner Axenböck, 3. Franz Seidl (alle drei gesetzt und bereits im Gemeinderat), 4. Anton Scheider jun., 5. Wolfgang Brandlhuber, 6. Josef Moser, 7. Evi Rottenwaller, 8. Anton Lohmaier, 9. Hans Waltl, 10. Angelika Dirnecker, 11. Xaver Leipfinger, 12. Thomas Döllel, 13. Christian Rott, 14. Johannes Ober, 15. Christine Loidl, Gerhard Obermeier; Ersatz: Nicole Otto.

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