Gemeinderat St. Wolfgang

Streit um Fotovoltaik auf der grünen Wiese

Bei Freiflächenfotovoltaikanlagen scheiden sich die Geister. Einerseits soll die Energiewende gelingen, andererseits verschandeln sie Natur und Ortsbild. St. Wolfgang überlegt, ob es solche Anlagen haben will.

St. Wolfgang – Noch gibt es keine derartigen Freiflächenfotovoltaikanlagen (PV-Anlagen) in der Gemeinde. Der Bauausschuss des St. Wolfganger Gemeinderates hatte sich bereits in seiner Juli-Sitzung mit einer Bauvoranfrage zur Errichtung einer solchen Anlage bei Pyramoos beschäftigt. Einstimmig wurde beschlossen, dass der Gemeinderat dazu eine Grundsatzentscheidung über die Zulassung solcher PV-Anlagen beschließen sollte. In der August-Sitzung des Gemeinderats wurde das Thema jetzt behandelt.

Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) erklärte, es liege eine Anfrage vor, ob die Kommune der Errichtung einer solchen PV-Anlage zustimmen würde. Diese sei südöstlich von Mühlberg auf einer landwirtschaftlich genützten nassen Wiese am Hang in der Nähe von Pyramoos geplant. Das Landratsamt habe empfohlen einen Beschluss gründlich zu überlegen. Dem stimmte auch Gaigl zu, denn, wie auch immer, es sei „eine langfristige Entscheidung“, die auch das Landschaftsbild im Gemeindegebiet betreffe. Gaigl informierte, in der Kommune werde derzeit insgesamt mehr Strom erzeugt als verbraucht.

Im Sinne der angestrebten Energiewende wurde allgemein die Erzeugung von Sonnenstrom begrüßt. Grundsätzlich könnte sich der Gemeinderat eine Freiflächenanlage unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, wie die Diskussion zeigte.

Anton Daumoser (WG Gatterberg-Schönbrunn) wollte, dass Betreiber Gemeindebürger sein sollten und „nicht irgendwelche Investoren“. Vizebürgermeister Konrad Bernhard (WG Gatterberg-Schönbrunn) und Anton Schneider (CSU) lehnten PV-Anlagen auf „normal bewirtschafteten“ landwirtschaftlichen Flächen ab.

„Ned guad“, fand Gemeinderat Dieter Fischer (CSU) den Bau von Freiflächenanlagen. Das sei „nicht mehr kontrollierbar“, wie man bei den Biogas-Anlagen gesehen habe. Zunächst sollte das Potenzial von PV-Anlagen auf Dächern ausgeschöpft werden. Da seien „noch genügend da“.

Werner Axenböck (CSU) forderte, es müssten auf alle Fälle Eckpunkte für die Genehmigung solcher Anlagen in freier Natur gefasst und vorab eine Standortanalyse gemacht werden.

Gaigl fand den Vorschlag gut, Daumoser war „gegen eine Standortanalyse“. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, Flächen für diese Anlagen zu finden.

Zu einer klaren Entscheidung fand der Gemeinderat nicht. Für eine grundsätzliche Entscheidung soll zunächst externe Beratung eingeholt werden, so der Beschluss. Die Verwaltung soll ein Kostenangebot für eine Standortanalyse einholen. Das Gutachten soll Fragen beantworten, wo es überhaupt Flächen im Gemeindegebiet für einen wirtschaftlichen Betrieb solcher PV-Anlagen gibt.

Hermann Weingartner

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