Das Entwicklungskonzept stellten Susanne Bauer und René Karnott (v. r.) vor. foto: weingartner

Schönbrunner Ortsvereine

Die Suche nach neuer Heimat kommt voran

Die Ortsvereine in Schönbrunn sind heimatlos und wollen wie einige junge Ortsansässige dringend ein Eigenheim bauen. Was fehlt, sind Bauplätze. Da soll es nun vorwärts gehen.

Schönbrunn – Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) hatte die Schönbrunner zu einem Infoabend „Planungskonzept – Dorfentwicklung“ eingeladen. Im vollen Schulungsraum der FF Schönbrunn/Fürholzen verfolgten rund 70 Besucher eine Präsentation von René Karnott und Susanne Bauer vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Die Stadtplaner sind beauftragt worden, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten.

Weil der Wirt im Ortsteil Schönbrunn zugesperrt hat, sind seit 2014 die sieben Ortsvereine heimatlos. Die örtlichen Schützen sind seitdem bei den Armstorfer Schützen Gäste. Das Wirtshaus hatte die Gemeinde zur Stärkung der Ortsmitte gekauft – als Nutzung für ein Vereinsheim. Für die Schönbrunner Vereine sei das „nicht geeignet“, sagte ein Vereinsvertreter. Man wolle ein eigenes Bürgerhaus mit einer integrierten Wirtschaft bauen. Eine Besucherin schimpfte: Wenn es nicht bald Baugrund gebe für die Jungen, „sterben wir aus“. Seit Jahren werde man vertröstet.

Zumindest ein Grundstück für das Bürgerhaus am westlichen Ortsrand ist da. Das liegt aber im Außenbereich und hat somit kein Baurecht. Versuche, dort Baurecht auch für Wohnbebauung zu schaffen, waren bisher immer an der Genehmigungsbehörde gescheitert. Nicht „angebunden“, wie im Landesentwicklungsplan (LEP) gefordert, ist die Begründung. Abhilfe soll ein vom Landratsamt verlangtes Gesamtkonzept schaffen.

Karnott und Bauer stellten ihre Grobplanung vor. Mit dem Gesamtkonzept für den Ort sollen „maßvolle“ Entwicklungsmöglichkeiten für die beiden örtlichen Betriebe, Wohnbebauung und eben die Schaffung eines Bürgerhauses ermöglicht werden. Weiter soll die aktive Landwirtschaft im Ort „erhalten und gesichert“, das Vereinsleben gestärkt und eine Aktivierung der Leerstände versucht werden. Geprüft werden auch weitere Entwicklungen, wie etwa das alte Schulhaus zu erschließen wäre. „Missstände sollen mit der Neuplanung im Ort ausgeräumt werden“.

Im Ort selbst gibt es nur einige Baulücken, so die Stadtplaner. Ein paar Bauplätze sieht das Konzept im Osten sowie ein Mischgebiet für Gewerbe und ein kleines Wohnbaugebiet in Süd-West-Richtung zum Weiler Notzing vor. Einige Notzinger sind allerdings noch nicht begeistert von der neuen Entwicklung, wie zu hören war. Entscheidend sei nun, ob es gelingt, eine neue Erschließungsstraße bei der Spedition am südlichen Ortsrand zu bauen. Die würde auch die Erschließung des Gewerbes verbessern und die im LEP geforderte Anbindung schaffen.

Alles hänge nun davon ab, wie sich die Grundstücksverfügbarkeiten entwickeln, so die Planer. Entsprechende Gespräche werde der Bürgermeister aufnehmen. Am Ende hatten die Planer die Zustimmung zu ihrem Gesamtkonzept mit einer Testabstimmung ausgelotet. Aus der Versammlung gab’s nur vier Gegenstimmen. Die befürchten für sich Nachteile durch Entwicklung. Das Feedback habe gezeigt, dass die Gemeinde weitermachen soll, so Gaigl. Er sah die Abstimmung als klaren Auftrag und versprach: „Wir bleiben dran.“

Hermann Weingartner

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