Freuen sich über eine positive Entwicklung: (v. l.) Vorstandsvorsitzender Josef Stöckl, der scheidende Aufsichtsrat Paul Rott, Nachfolgerin Barbara Göschl, Vorstand Felix Lechner und Aufsichtsratsvorsitzender Anton Schneider. Foto: Brennauer

Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen

Umfeld sehr schwierig, Erträge sehr gut

Die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen hat auch im vergangenen Geschäftsjahr trotz eines immer schwieriger werdenden Umfeldes sehr erfolgreich gearbeitet. Das war die zentrale Aussage bei der Generalversammlung in St. Wolfgang.

St. Wolfgang – Die Kreditgenossenschaft verzeichnete in den wesentlichen Geschäftsfeldern zum Teil überdurchschnittliche Zuwächse. Überraschend gut auch die Ertragslage, die es der Genossenschaft ermöglicht, an die Mitglieder unverändert eine Dividende von fünf Prozent zu zahlen.

Im nahezu voll besetzten Schex-Saal verwies Vorstandsvorsitzender Josef Stöckl auf die für Sparer negativen Auswirkungen der Niedrigzinspolitik durch die umstrittenen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Es würde viel zu viel Geld in den Markt gepumpt und jetzt würden sogar monatlich für 80 Milliarden Euro Wertpapiere von der EZB aufgekauft. Diese Maßnahme könne nur der Stärkung der arg verschuldeten südländischen EU-Staaten dienen. „Ich frage mich“, so der Bankchef, „warum steuert unsere Regierung dieser schamlosen Geldmarktpolitik von Mario Draghi nicht entgegen“. Profitieren würde vom Niedrigzins die öffentliche Hand, die ihre Schulden in Höhe von 2 Billionen Euro jährlich um 40 Milliarden reduzieren könne.

St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl stieß bei seinem Grußwort ins selbe Horn. Bei aller Stärkung der Konjunktur sei später eine steigende Altersarmut zu befürchten. Gaigl beglückwünschte die Bank zu dem guten Ergebnis und dankte besonders für das gespendete VR-Mobil, das von den Vereinen voll angenommen werde.

Stöckl empfahl den Sparern, trotz dieses Niedrigzingsniveaus einen Teil der verfügbaren Gelder auf ein paar Jahre festzulegen. Dass es der Bank trotz rückläufiger Zinsmargen (2008 2,5 Prozent, 2015 1,3 Prozent) noch gelänge, einen ordentlichen Ertrag zu erzielen, sei auf eine langjährige überlegte wie sparsame Geschäftspolitik zurück zu führen, erklärte Stöckl: „Einen Teil ihrer Einlagen müssen wir in einem großen Liquiditätstopf von 58 Millionen Euro vorhalten, mit wenig Risiko und jederzeit verfügbarem Zugriff.“ Stöckl zeigte diese liquiden Anlagen auf, mit weit gestreuten Anlagen (keine Aktien). Er betonte ferner, dass man auch für 2016 angemessene Zuwachsraten erwarten dürfe und dankte besonders den Mitgliedern, den Kunden, den Aufsichtsgremium und den 35 Mitarbeitern (davon drei Auszubildende).

Auf die Bilanz eingehend sprach der Bankchef unter anderem von einem „durchschnittlichen Zins- und Provisionsertrag“, von „sparsamen Betriebskosten und keinen Kreditausfällen“ sowie einer „weit überdurchschnittlichen Eigenkapitalausstattung“. Die Ergebnisse zeigten, „dass auch eine kleine Raiffeisenbank mit 187 Millionen Bilanzsumme immer noch eine sehr gute Ertragslage hat, obwohl viele andere Banken kaum noch Überschüsse erwirtschaften“.

Im Detail erläuterte Vorstandsmitglied Anton Lechner noch die wesentlichen Bilanzpositionen (siehe Kasten). Sehr positiv sei dabei der Zuwachs von 133 Neumitgliedern auf 4178 Anteilseigner und knapp 7900 Kunden in den drei Geschäftsstellen St.Wolfgang, Schwindkirchen und Schönbrunn.

Im Prüfungsbericht den Aufsichtsratsvorsitzender Anton Schneider vortrug, bestätigte der Genossenschaftsverband Bayern unter anderem das moderate Wachstum, sowie eine sehr gute Ertrags- und Vermögensanlage. Die Struktur des Eigenkapitals zeichne sich durch einen hohen Anteil an Rücklagen und Vorsorgereserven aus. Die Bilanz wurde mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Einstimmig genehmigten die Mitglieder den Jahresabschluss sowie die Verwendung des Jahresüberschusses. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte ebenfalls einstimmig. Für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Aufsichtsrat Paul Rott (seit 1984 dabei, von 1989 bis 1997 Vorsitzender) wurde die Steuerfachangestellte Barbara Göschl (44) aus Schönbrunn mit großer Mehrheit vor Mitkandidat Lorenz Brandl (53) aus Eberstadt gewählt.

Georg Brennauer

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