Edeka-Markt St. Wolfgang

Selbstbedienung an der Wursttheke

St. Wolfgang – Verkürzte Öffnungszeiten an der Metzgerei-Theke im Edeka-Einkaufsmarkt Eichner in St. Wolfgang sind bei Kunden offenbar auf Unverständnis gestoßen. Die Heimatzeitung hat nachgefragt.

Geschäftsführer Franz Eichner bestätigte, dass Kunden an der Frischfleisch- und Wurst-Theke zuletzt nur noch bis 14.30 Uhr bedient worden sind. Aufgrund der Kundenwünsche sei die Metzgerei jetzt wieder bis Ladenschluss offen, aber nur noch bis Ende September. Dann komme als kompletter Ersatz eine SB-Theke (Selbstbedienung), kündigt Eichner an.

Die Entscheidung, auf Selbstbedienung in der Metzgerei-Abteilung umzustellen habe „rein wirtschaftliche Gründe“ und nichts mit dem Personal zu tun, betont Eichner. Es sei einfach nicht ausreichend Umsatz da, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Während sich der Einkaufsmarkt insgesamt „positiv“ entwickle, laufe es im Metzgerei-Bereich entgegengesetzt. In Isen, wo Eichner ebenfalls einen Edeka-Markt betreibt, gebe es dagegen „überhaupt keine Probleme. Da läuft alles gut.“

Der Geschäftsführer erklärt, man habe „alles Mögliche probiert“, um die Fleisch-Theke halten zu können. „Das hat aber alles nichts genützt, weil nicht genügend Nachfrage da ist.“ In St. Wolfgang gebe es zudem eine starke Konkurrenz mit gleich drei alteingesessenen Metzgereien. Dass nun auf Selbstbedienung umgestellt werden muss, „tut uns weh“, klagt Eichner. „Da haben wir schließlich auch viel Arbeit und Geld investiert.“

Dass es verkürzte Bedienzeiten gegeben habe, lag daran, dass derzeit drei Mitarbeiter krank seien und man den Rest nicht überbelasten wollte, berichtet Eichner. „Wir haben es ja gut gemeint mit den Kunden und wollten die Abteilung nicht jetzt schon ganz zu machen“, bevor die Selbstbedienung Ende September komme. Jetzt würden die Angestellten mitziehen und die Mehrbelastung schultern. Gerüchte, wonach man kein Personal für den Metzgereibereich wegen zu geringer Löhne gefunden habe, seien „bösartig und nicht wahr“. In seinen Lebensmittelmärkten zahle der Geschäftsführer seinen Leuten sogar „übertariflich, sonst bekommst du kein qualifiziertes Personal“.

Es werde künftig immer noch schwieriger, für den Metzgereibereich überhaupt qualifizierte Leute zu finden, prognostiziert Eichner. Da würden „künftig auch andere Probleme bekommen“. Beim Thema Service verweist der Geschäftsführer dann noch darauf, dass sich von den Kunden, etwa bei den großen Lebensmitteldiscountern wie Aldi, „auch keiner beschwert“, wenn es kein Bedienpersonal gebe.

Hermann Weingartner

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