Am Kornett: Lea Warmedinger (l.) und Simone Deuschl spielen seit der Grundschulzeit zusammen im Orchester.  F: Privat
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Am Kornett: Lea Warmedinger (l.) und Simone Deuschl spielen seit der Grundschulzeit zusammen im Orchester. F: Privat

Jugendliche erzählen

„Volksmusik macht gute Stimmung“

  • vonAlexandra Anderka
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Drei junge Musikanten erzählen, warum sie in der Blaskapelle St. Wolfgang spielen. Sie freuen sich schon auf Corona-freie Zeiten, wenn sie wieder miteinander proben können.

St. Wolfgang – „Märsche finde ich gut, auch Polka. Volksmusik macht einfach gute Stimmung, und die Melodien gehen ins Ohr“, findet Simone Deuschl. Die 15-Jährige spielt, wie auch Simon Vogl und Lea Warmedinger, das Kornett in der Blaskapelle St. Wolfgang. Die drei kennen sich schon aus der Grundschulzeit, wo sie die Liebe zu ihrem Instrument entdeckt haben. Das Kornett beschreibt der 18-jährige Simon so: „Eine Art kürzere Trompete, die nicht so schmettert.“

Claus-Peter Wittmann, der Leiter der Erwachsenenkapelle St. Wolfgang, habe damals eine Bläserklasse in der Grundschule installiert. Die Kinder durften verschiedene Instrumente ausprobieren und erlernen. Zwei Mal pro Woche wurde damals schon geprobt. Das ist bis heute so geblieben – wenn nicht gerade Pandemie ist.

Die drei jungen Musiker nehmen einmal pro Woche an der Orchesterprobe teil. Rund 50 Musiker im Alter zwischen 14 und „gut 70“ spielen dann zusammen, 15 von ihnen sind noch unter 18 Jahren. „Das ist der Unterschied zu anderen Kapellen“, sagt Lea, „wir dürfen auch ohne Silber-Abzeichen im großen Orchester spielen.“ Deshalb ist der Altersdurchschnitt mit 27 Jahren auch so niedrig. „Wir wurden super von den Älteren aufgenommen“, betont Simone, die bereits das Silber-Abzeichen abgelegt hat. Seit 2017 ist das Trio fester Bestandteil der Erwachsenen-Kapelle. Zuvor waren sie in der Jugendkapelle. Auch damals gab es schon ein eigenes Konzert in der Grundschulturnhalle, außerdem spielten sie bei Maiandachten, Christkindlmärkten und St.-Martins-Umzügen.

Mag Beatles- und Queensongs am liebsten: Simon Vogl (l.), hier während des Herbstkonzerts in der Goldachhalle.

Lea liebt die Auftritte auf dem Volksfest. „Das ist so gesellig, da bekommen wir Biermarken und sitzen noch zusammen.“ In normalen Zeiten tritt die Blaskapelle St. Wolfgang von Mai bis August jedes zweite Wochenende bei Fahnenweihen, Burschen-, Mai- und Volksfesten auf – fesch gekleidet in maßgeschneiderter Tracht. Ein „bisschen blöd“ findet Simon aber, „dass die Männer keine Lederhosen haben“. Sie tragen schwarze Anzugshosen zum blauen Trachtenjanker.

„Das Volksfest hat was“, bestätigt auch er. Doch Simon spielt am liebsten Beatles- und Queen-Songs: „Die höre ich auch zuhause.“ Ihm gefällt besonders, dass das Programm der Blaskapelle so vielfältig ist. Bei Brass-Stücken kämen besonders die Blechbläser zum Einsatz, was auch etwas Besonderes sei. Für Lea ist es eine „Wucht, wenn die Filmmusik aus König der Löwen oder Titanic erklingt“.

Hierzulande würden viele Jugendliche in Blaskapellen spielen, das sei also nichts Besonderes, meint Simone, die die Realschule in Haag besucht. In München, wo Simon eine Ausbildung bei BMW zum Mechatroniker macht, sei das in seinem Alter nicht so üblich. „Meine Arbeitskollegen waren schon beeindruckt“, erzählt er.

Der Höhepunkt im ganzen Jahr ist eindeutig das Herbstkonzert. Da sind sich die drei Jugendlichen einig. „Das ist schon cool, wenn wir da alle zusammen vor 500 Leuten in der Turnhalle spielen“, sagt Lea, die gerade die Fachoberschule in Wasserburg absolviert. Simone freut sich vor allem über das Gemeinschaftsgefühl bei diesen jährlichen Auftritten. Aktuell kommt das Üben aber ein bisschen zu kurz. „Im Augenblick haben wir ja kein Ziel, auf das wir hinüben müssten“, sagt Lea. Während der Sommerferien probten die Musiker auf einem Hof und in einer Schreinerei. Das ist im Moment alles nicht erlaubt. „Aber das wird schon wieder“, ist sich Simone sicher, „dafür lieben wir die Blaskapelle viel zu sehr.“ 

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