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Juniorpartner bei der Fusion ist die Raiffeisenbank St.-Wolfgang-Schwindkirchen, hier in St. Wolfgang. 

VR-Bank Erding und Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen streben 2021 Fusion an

Die nächste Hochzeit auf dem Banken-Markt

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Nur wenige Wochen nachdem die Sparkasse die Schließung mehrerer Filialen angekündigt hat (wir berichteten), gerät der Bankensektor im Landkreis Erding wieder in Bewegung.

Erding/St. Wolfgang – Die VR-Bank Erding und die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen streben 2021 eine Fusion an. Dies kündigt Johann Luber, Vorstandschef der VR-Bank Erding, im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Für die Kunden soll sich seinen Worten zufolge nichts ändern. „Einen Personalabbau durch betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben. Auch sei keine Schließung von Geschäftsstellen geplant.“ Luber legt Wert auf die Feststellung: „Hier schließen sich zwei kerngesunde Banken zu einer starken regionalen Kreditgenossenschaft zusammen.“

Warum dann die Fusion? Corona sei auf jeden Fall nicht der Auslöser. „Das spielte bei der Entscheidung überhaupt keine Rolle“, betont der Vorstandschef. „Die Rahmenbedingungen für Banken sowie die Herausforderungen aufgrund der Digitalisierung sowie die anhaltende Minus-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank erhöhen den Veränderungsdruck auf unsere Branche.“

Daher hätten sich beide Vorstände entschlossen, zu prüfen, ob ein Zusammenschluss beider Häuser möglich ist. Beide Seiten, betont Luber, „sind davon überzeugt, dass eine Bündelung ihrer Kräfte für beide Genossenschaften Vorteile bringt“. Daher hätten die Aufsichtsräte die Vorstände beauftragt, ein Fusionskonzept zu erarbeiten. Dazu sei eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Die bisherigen Gespräche seien „von Offenheit, Vertrauen und Wertschätzung“ geprägt.

Ziel der Fusion ist es laut Luber, „Doppelarbeiten künftig zu vermeiden“. Die zunehmenden regulatorischen Vorschriften könnten so kosteneffizienter bewältigt werden.

Am folgenreichsten dürfte die Fusion für die Vorstände sein. Der in Erding besteht aus Luber, Josef Kern und Friedrich Ziller, der St. Wolfganger aus Felix Lechner und Reinhold Lindner. „Wie sich der künftige Vorstand zusammensetzt und wer ihm angehört, ist Teil der Aufgabe der Arbeitsgruppe“, so Luber. Die Fusion werde auch nur dann zustande kommen, wenn beide Mitgliederversammlungen zustimmen.

Die VR-Bank Erding kommt auf 1,2 Milliarden Euro Bilanzsumme, 205 Mitarbeiter, fast 17 000 Mitglieder, 39 000 Kunden und zehn Geschäftsstellen. Erst vor drei Jahren war sie mit der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt fusioniert. Die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen – Ergebnis einer Fusion vor über 20 Jahren – ist der Juniorpartner. Deren Bilanzsumme beträgt 240 Millionen Euro. 36 Mitarbeiter in drei Filialen kümmern sich um 4300 Mitglieder und 7900 Kunden.

Luber glaubt an den Erfolg der Fusion und verweist als Beispiel auf die einst selbstständigen Lagerhäuser. Die Raiffeisen Warenhaus Genossenschaft (RWG) mit Standorten unter anderem in Isen, Neuching, St. Wolfgang, Taufkirchen, Burgharting und Walpertskichen sei das zweitgrößte Warenlager in Bayern. ham

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