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Groß und mächtig, für machen schicksalsträchtig,  hielt der Schexn Done (l.) auf der Bühne seine Fastenpredigt. Von der Lokalprominenz bis hinauf zum Bundestag bekamen Politiker ihr Fett ab. 

Starkbierfest St. Wolfgang

Was CSU und Mehrwegflaschen gemeinsam haben

Schlimmer als vom Schexn Done derbleckt zu werden ist nur, vom Schexn Done nicht derbleckt zu werden. So behaupten es jedenfalls die, die ihn kennen.

Von Henry Dinger

St. Wolfgang – Bürgerlich heißt der Done eigentlich Anton Silbernagl und ist der Wirt vom Gasthof „Zum Schex“ in St. Wolfgang. Das ist nicht nur den Einheimischen, sondern auch im weiten Umkreis bekannt. Und bekannt ist auch, der Done zuweilen kräftig zubeißen kann – zumindest verbal. Am Freitag war es wieder soweit, das Starkbierfest beim Schex lockte nicht nur mit süffigem Josefator nach St. Wolfgang, sondern auch mit dem angekündigten Politikerderblecken. Die lokale Politprominenz erschien zahlreich, unter anderen kamen Landrat Martin Bayerstorfer, sein Vize und St. Wolfgangs Altbürgermeister Jakob Schwimmer, der CSU-Bundestagsabgeordnete Andi Lenz und natürlich Bürgermeister und Gemeinderäte aus dem Umland.

Nachwuchskabarettist Julian Wittmann.

Der Schexn Done redete sich erst einmal warm, holte in dieser Zeit aber schon mal die Lacher auf seine Seite „Wenn i beim Gärtner Kurz a Sacke Blumenerde kaff, bin i dann a Erdkunde?“ Dass „oana, der wo ah Sau beglückt, a Schweinssteiger ist“ erfuhr das Publikum genauso wie, dass der Trump ja eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen will. „Mir ham dreißig Jahre a Mauer g’habt und in dera Zeit hammer nia Probleme g’habt mit Mexikaner“. Und 40 Milliarden für die Mauer sei teuer, aber „mia Deutsche kinnan an Trump sag’n aus Erfahrung: Wenn man so a Mauer später wieder ameu abreißt, dann werd’s richtig teuer.“ Nach der Pause wurden die Pfeile in Richtung Bundesregierung, die jüngst ein neues Verpackungsgesetz beschlossen hat, abgeschossen. Künftig sollen weniger Einwegflaschen und mehr Mehrwegflaschen benutzt werden. „In diesem Zusammenhang hat die Ilse Aigner vorgeschlagen, dass der Seehofer wieder als Ministerpräsident kandidiert“, erfahren die Gäste vom Fastenprediger. St. Wolfgangs Bürgermeister Ulli Gaigl bekam zu hören, dass der Schexn Done gern in Lappach beerdigt werden möchte, wenn er mal stirbt, weil das neue Leichenhaus an einen Wellnessbereich mit Schwimmhalle erinnert. „Schee offen gestaltet, große Fensterfront mit grandiosem Blick nach Süden, saubere Toiletten, Stereoanlage is ah drin“ Und dass die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus braucht, weil das alte schließlich nur drei Tore hat, aber es vier Feuerwehrautos gibt, die nicht alle gleichzeitig ausrücken können. „Wie schaut denn dees aus, und was da an Zeit verlierst, brutal“.

Die SPD und ihr „Schuuuuulz“

Erdings OB Max Gotz bekam wegen des geplanten und in die Kritik geratenen Logistikzentrums sein Fett weg. „Ja Kruzifix, man wird doch in Erding noch a Halle baun derfa, de wo so groß is, als wia elf Fußballplätz.“ Auch die SPD könne er heuer nicht übergehen, sagt der Done, die möchten ja das Übertrittszeugnis abschaffen, „es kon also dann jeder Schüler mit zum Beispui an Fünfer in Mathe und in Deutsch aufs Gymnasium gehen, getreu dem alten SPD-Motto ,alle sans gleich, a wenns net gleich san‘“. Jetzt hätte die SPD außerdem einen Erfolg versprechenden Kanzlerkandidaten mit einem echten deutschen Namen ... „Fast jeder Bundeswehrwitz fang so oh: „Schuuuulz!“

Natürlich musste auch Andreas Lenz für die CSU einiges einstecken, „du hast ja a an Dr.-Titel, woaßt du den Unterschied zwischen einem Dr.-Titel in der CSU und einem Senegalesen? An Dr.-Titel kriagst in der CSU schnell wieder los – an ministrierenden, Fußball spielenden Senegalesen kriagst nimmer los, hod da Generalsekretär Andreas Scheuer . . . von der CSU . . . in Worten von der Christlich Sozialen Union . . .  g’sagt. Jetzt woas i, wo der Ausdruck ,bescheuert‘ her kommt“.

Der Done warf auch die Frage auf, wer die Grünen, die „oft zu blauäugig sind“ noch wählt. Polizisten machen das nicht mehr wegen der Simone

Selbstgeißelung im Dorfener Stadtrat

Touristenführerin Patrizia Müller.

Peter und den Nafris, die Metzger nicht mehr wegen des Veggy Day und die Bauern nicht mehr wegen der Forderung nach weniger Gülle und der Klimaerwärmung. Die Friseure schon gar nicht wegen Toni Hofreiter. „Und de, de euch gern wähln dat’n, da san de meisten ned registriert. Das wird eng bei der Wahl.“ Dorfens Stadtobere wurden ebenfalls nicht ausgelassen mit „des kimmt ja scho fast einer Selbstgeißelung gleich, wennst im Dorfener Stadtrat sitzt, ein Gang nach Canossa ist ja dagegen harmlos“. Für einen unterhaltsamen Abend sorgten auch die Einlagen von Julian Wittmann und Patrizia Müller. Wittmann, der Nachwuchs-Kabarettist aus Lengdorf, bekam für seine mit schneller Zunge vorgetragenen Lieder verdienten Applaus. „Gut, dass wir ihn jetzt noch da hatten, bald werden wir ihn uns nicht mehr leisten können“, freute sich Veranstalter Silbernagl. Und auch die als „Die wunderbare“ angekündigte, mittlerweile Nockherberg-erfahrene Kabarettistin Patrizia Müller erntete in ihrer Rolle als Touristenführerin mit Sponsoren-Schirm kräftigen Beifall. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Blaskapelle St. Wolfgang. Henry Dinger

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