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Der „Schexn Done“ teilt aus: Wirt Anton Silbernagl bei seiner Fastenpredigt.

St. Wolfganger Starkbierfest

Der Wirt schenkt maßvoll ein

St. Wolfgang - Süffiger Josefator, maßvoller Tadel. Um das „Naufschiaßn“ durch Wirt Anton Silbernagl nicht zu versäumen, sind die Besucher scharenweise zum Starkbierfest ins Gasthaus Schex gepilgert.

Dass auch in der Fastenpredigt des „Schexn Done“ die Flüchtlinge Thema waren, wundert nicht. Doch nicht die geflüchteten Menschen, sondern die deutsche Bürokratie bekam ihr Fett ab. Aber der Fastenprediger wusste auch, wer tatsächlich für den Flüchtlingsstrom verantwortlich ist: Der frühere Dorfener Polizeichef Hans Graßer. „Ganz vui Flüchtlinge ham über die internationalen Medien mitkriagt, wia da Hans von Woifgang aus z’Fuaß nach Israel ganga is. Und da ham se dann alle g’sagt, wenn der des schafft, dann koa des net so schwar sei“. Auch um die Finanzierung der Migration hat sich der „Schexn Done“ so seine Gedanken gemacht: Wenn der Scharl Schorsch den Berliner Flughafen kaufen würde, „hamma d’Hoifte von de Kosten scho wieder herin“.

Im Visier des Wirts stand aber vor allem die lokale Politprominenz, die sich ob der moderaten Kritik aber nicht am Starkbier aus Dorfen verschlucken musste. Für den Wolfganger Gemeinderat sah Silbernagl, sollte die Gemeinde auch sein Gasthaus kaufen wollen, gleich neue Arbeitsplätze frei werden. Mit dem „Muiberger Bert“ als Türsteher, der Wandinger-Strauß als Bedienung – „do beschwert se dann koaner mehr, des derfst mer glaub’n“ – und dem Finger Franz als Koch seien die gastronomischen Arbeitsplätze ideal besetzt.

Auch für Bürgermeister Ullrich Gaigl, der nicht einmal dem Festbierfassl beim Dorffest weh tun könne und deswegen 14 Schläge beim Anzapfen gebraucht habe, hatte Silbernagl einen Job parat: Er dürfe die Gäste wie weiland Bräu-Wirt Anton Hinterberger unterhalten.

Spitzen bekamen auch anwesende Dorfener Stadträte ab, denen Silbernagl den Rat gab, künftig statt mit historischer Altstadt mit „hysterischer Stadtrat“ zu werben.

Kräftige Lacher gab es für die Geschichte der Lappacher Feuerwehr, die bei einem Brand ohne Feuerwehrauto dastand, und Silbernagls Gestaltungsvorschläge für den geplanten Lappacher Dorfplatz. Den wollte er mit einem Maislabyrinth bepflanzen, das den Wellnessgästen des Wirts nach der Sauna zum Abkühlen dienen könne.

Glimpflich ging Schex mit den Grünen um. Lediglich Volker Becks Drogenkonsum und der Bandname von Grünen-Kreisrat Stephan Glaubitz sorgten für Spott. Bei der Namensgebung „Zwetschgendatschi“ machte der Fastenprediger grünen Veganismus aus, der die Band lieber „Leberkassemme“ oder „Bluat- und Leberwürscht“ genannt haben wollte.

Nicht existent war für Silbernagl die Kreis-SPD, die jetzt damit leben muss, dass ihr das Schlimmste widerfahren ist, was einem beim Derbleckn passieren kann: nicht erwähnt zu werden. Dafür war mit Umweltministerin Ulrike Scharf, die mit dem Salmonellenskandal bei Bayern-Ei und dem medienwirksamen Streicheln eines Bibers eine Steilvorlage für die Fastenpredigt bot, dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, Lokalmatador Jakob Schwimmer und Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier die CSU auch im Publikum gut vertreten. Schwimmer, mit dem Wolfgang seinen eigenen Landrat habe, tröste Silbernagl auch über die Absage von Landrat Martin Bayerstorfer hinweg.

Gut unterhalten fühlte sich die derbleckte Politprominenz. Bürgermeister Gaigl lobte an der Fastenpredigt Hintergründiges und lustige Pointen. Ein Wirt erfahre eben, „was den Leuten unter den Nägeln brennt“. Begeistert war auch Ministerin Scharf, die „dem Anton eine Gabe“ attestierte, komplexe Sachverhalte mit Philosophie und gesundem Menschenverstand darzustellen. „Er beleidigt niemand, ist lustig und nachdenklich“, sagte sie der Heimatzeitung.

Lustig wurde es auch im Anschluss mit den Kabarettisten Egon M. und Bella C., sowie der unnachahmlichen Patrizia Müller, die ihre Pointen auf die Wolfganger abschoss. Dabei bekam ganz nebenbei auch der Fastenprediger selbst sein Fett ab. Beste musikalische Unterhaltung steuerten die Wolfganger Blechblaskapelle und Wirtstochter Juliane Silbernagl mit ihrem Soloauftritt bei.

Anne Huber

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