Gähnende Leere: Nach der Flaute im August hofft Dorfens Freibad-Betriebsleiter Andreas Kögel noch auf ein paar schöne Tage im September. Foto: Weingartner

Sauwetter: 40 Prozent weniger Besucher im Freibad

Dorfen - Das war heuer kein Badewetter in unseren Breitengraden, mit negativen Bilanzen überall in den Freibädern. Über 60 000 Menschen besuchen durchschnittlich das Dorfener Schwimmbad. Wegen des miesen Wetters waren fast 40 Prozent weniger Gäste ins Stadtfreibad kommen.

„Das war der schlimmste Sommer, den wir jemals g’habt ham“, resümiert der Betriebsleiter des städtischen Freibads Dorfen, Andreas Kögel, im Gespräch mit der Heimatzeitung. Wegen des Sauwetters kamen im Vergleich zum Vorjahr knapp 40 Prozent weniger Badegäste und bescherten ein entsprechendes Minus bei den Einnahmen, informiert Irmgard Beyer, Abteilungsleiterin Zentrale Dienste bei der Stadt Dorfen.

Von 140 möglichen Badetagen sei wegen schlechter Witterung das Freibad „an 50 Tagen halbtägig oder verkürzt“ geöffnet geblieben, berichtet Beyer. Dadurch sei „die Anzahl der Badegäste und die Einnahmen weit hinter den Zahlen des Vorjahres zurückblieben“. Rund 41.000 Badegäste (2013 rund 65.000) wurden laut Beyer bis jetzt gezählt. Das ergibt Einnahmen in Höhe von rund 91.000 Euro (120.000 Euro). Dabei habe das herrliche Pfingstwetter noch Hoffnung auf eine schöne Badesaison zum Jubiläum des 50 Jahre alten Bads gegeben. Eine Folge waren insgesamt 1714 verkaufte Saisonkarten, 300 mehr als im Vorjahr.

Höhepunkt der Badesaison sei heuer das Jubiläumswochenende gewesen, blickt Kögel zurück. Zum 50-jährigen Bestehen des städtischen Freibads wurde das erste Juli-Wochenende „a scheens Fest für Jung und Alt, bei freiem Eintritt als Dankeschön gefeiert“. Es gab einen Open-Air-Abend mit Live-Band im Bad, mit über 500 Leuten, dann begeisterte tags darauf die „Sternschnuppen“-Band den Nachwuchs. Und beim anschließenden Sommerfest der Dorfener Wasserwacht-Ortsgruppe „war a super Wetter mit 35 Grad, einer der schönsten Saisontage mit über 2000 Badegästen“.

Aber man brauche „sich nix vormachen“, bedauert Kögel den Saisonverlauf. „Das war der schlechteste Sommer den ich überhaupt weiß, seit dem ich in der Branche tätig bin. 1998 hab ich angefangen“. Dabei habe es im Mai mit den schönen Pfingstferien überraschend gut ausgesehen. Die rund mehr verkauften 300 Saisonkarten seien „a scheener Batzn für Dorfen“.

Aber es gebe auch Erfreuliches zu berichten, sagt Kögel, denn „wir können von einer unfallfreien Saison reden“. Es habe „weder schwere Verletzungen noch größere Erste Hilfeleistungen gegeben, bis auf a paar Pflasterl“. Dorfens Wasserwachtler hätten sich „heuer wieder wunderbar eingebracht. Ohne die Wachstunden der Wasserwacht würd’s ned gehn“, betont Kögel.

Die letzten Saisontage wird das Wasser nun geheizt, mit Unterstützung der Abwärme der Eismaschinen des benachbarten ESC. 22, 23 Grad ist das Beckenwasser noch warm. Endgültig Schluss ist dann am Sonntag, 21. September, um 19 Uhr, informiert Kögel. „Schon traditionell“ startet der letzte Badetag mit einem Sektempfang für die Stammgäste. Danach werden sofort „alle Kostenträger weggeschaltet, wie die Beckenhydraulik und Wasseraufbereitung, damit keine unnötigen Kosten entstehen“. Dann ist Zeit für das ganz normale Einwintern.

Im Ausblick sagt Kögel, für die Zukunft werde man versuchen „das Bad weiter attraktiver zu machen“. Das werde bei der angespannten Haushaltslage der Stadt aber nicht so einfach möglich sein. „Da müssen wir versuchen, mit wenig Mitteln etwas zu machen“.

Hermann Weingartner

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