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S-Bahn-Ringschluss: Bundestagsabgeordnete fahren zweigleisig

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Von München zum Flughafen 
          kommt man mit der S-Bahn nur über Neufahrn oder Hallbergmoos. Der Ringschluss würde Erding sowie Südostbayern an den Airport anbinden
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Von München zum Flughafen kommt man mit der S-Bahn nur über Neufahrn oder Hallbergmoos. Der Ringschluss würde Erding sowie Südostbayern an den Airport anbinden .

Erding - Die CSU-Bundestagsabgeordneten aus der Region machen in Sachen S-Bahn-Ringschluss und Regionalbahnanbindung Druck auf zwei Ebenen. Es geht nicht nur um die zügige Planung des Freistaates, sondern auch um eine rasche Finanzzusage des Bundes.

Erdings Bürgermeister Max Gotz hatte im Gespräch mit unserer Zeitung die Sorge geäußert, eine neue Staatsregierung könnte den Ringschluss ebenso ausbremsen wie vage Zusagen des Bundes. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: In Berlin und München glühen wegen der Verbesserung der Schienenanbindung des Münchner Flughafens derzeit die Drähte.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Lehmer (Erding/Ebersberg) erklärte, gemeinsam mit seinen Kollegen Franz Obermeier (Freising) und Stephan Mayer (Altötting) sowie dem Verkehrsexperten der CDU/CSU-Fraktion, Hans-Peter Friedrich, arbeite man an einem Antrag für die Verkehrsministerkonferenz, die noch heuer stattfinden soll. Laut Lehmer hat auch die FDP auf Bundesebene Unterstützung zugesichert. Nicht zuletzt der SPD-Abgeordnete Ewald Schurer kämpft an der gleichen Front. „Es geht vor allem darum, schnell zu sein“, so Lehmer, „zahlreiche Projekte stehen an“. Sein Eindruck: „Wer zuerst kommt, kommt zuerst an die knappen Mittel.“ Ziel sei, in der Priorisierung möglichst weit vorne zu landen.

Lehmer will im Bundestag deutlich machen, „dass Ringschluss und Bahnanbindung keine reinen Regionalprojekte seien. „Die Verbesserung der Erreichbarkeit des Flughafens sowie der Ausbau des Schienennetzes nach Ostbayern haben bundesweit Bedeutung“, so Lehmer, der an die Forderungen aus dem Chemiedreieck erinnert, höhere Kapazitäten zu schaffen.

Aktiv geworden sind die Abgeordneten aber auch auf Landesebene. Mayer und Lehmer haben sich in einem Brief an den designierten Ministerpräsidenten Horst Seehofer gewandt, er möge den Projekten „eine besondere Bedeutung zukommen lassen und sich in den laufenden Verhandlungen für sie einsetzen“. Neben dem Ringschluss und der Walpertskirchener Spange geht es um den viergleisigen Ausbau der Strecke Ostbahnhof – Markt Schwaben und den zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Markt Schwaben – Mühldorf beziehungsweise Mühldorf – Tüßling – Burghausen.

Von Noch-Wirtschaftsministerin Emilia Müller hat Lehmer „die mich sehr optimistisch stimmende Auskunft“ erhalten, die Schieneninfrastruktur östlich des Airports sei Bestandteil der Koalitionsverhandlungen und wohl auch des Koalitionsvertrages zwischen CSU und FDP. Entsprechende Signale der Liberalen gibt es auch (siehe Leserbrief unten).

Für Verunsicherung sorgt derweil das Ansinnen der Bahn, Mittel für neue Infrastruktur für die Sanierung bestehender Anlagen zu verwenden. Nun wird befürchtet, dies könnte den Ringschluss verzögern oder ganz gefährden. Während die Bahn schweigt, gab das Wirtschaftsministerium Entwarnung: Der Ringschluss werde nicht aus den Töpfen bezahlt, um die es bei der Umwidmung geht. Das Projekt sei dadurch also nicht in Gefahr. (ham)

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