1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding

S-Bahn-Ringschluss: Wirbel um „Phantom-Trasse“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

Erding - Eine neue Trasse für die Regionalbahn-Anbindung an den S-Bahn-Ringschluss sorgt für Wirbel.

Die Bürgerinitiative Bahntunnel Erding hat herausgefunden, dass es Planspiele für eine Variante über Wifling, Bergham, Aufhausen und Altenerding gibt.

Wohl noch bis Jahresmitte tüfteln die Architekturbüros im Auftrag des Wirtschaftsministeriums an der Trassenführung für Ringschluss und Walpertskirchener Spange. Bislang galt es gesichert, dass die Regionalbahn von Nordosten her nach Erding fährt und im geplanten Fliegerhorst-Bahnhof die S-Bahn kreuzt.

Winfried Busch, Sprecher der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) Bahntunnel Erding e.V., will nun eine weitere Streckenführung entdeckt haben. „Es gibt Pläne, dass die Einschleifung auf die S-Bahn-Line im Südosten Erdings, nämlich im Bereich Wifling/St. Kolomann, erfolgt. Die Züge würden dann an Bergham, Aufhausen und Altenerding vorbei nach Erding fahren“, berichtet Busch. Damit würde die Zahl der vom Lärm betroffenen Anlieger sprunghaft steigen.

Dass es diese Trasse über die erste Grobplanung hinaus schaffen wird, ist eher unwahrscheinlich. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Bürgermeister Max Gotz (CSU), von dieser Linienführung zu wissen. „Das ist eine reine Rechtfertigungstrasse“, wiegelt er ab. Um eine juristisch saubere Planung vorlegen zu können, „müssen Alternativen berücksichtigt werden“, erklärt Gotz. Auch für die Walpertskirchener Spange gebe es Varianten innerhalb eines Korridors.

Derweil hat die BI an Fahrt gewonnen. Busch berichtet von über 100 Mitgliedern. „Erst vorige Woche habe ich wieder zehn Aufnahmeanträge bekommen“, berichtet er. Nachdem sich der Vorstand auf ein Logo – die Stadtsilhouette mit einer in einen Tunnel einfahrenden S-Bahn – geeinigt hat, „wollen wir die Bürger nun gezielt informieren“, so Busch. Vorgesehen seien mehrere Veranstaltungen. Er und Rainer Mehringer (UWE) verhandeln mit der Stadt Erding über einen gemeinsamen Stand auf der Leistungsschau im Mai.

Überdies möchte Busch einen Konflikt Tunnel kontra oberirdische Streckenführung durch das Stadtgebiet so früh wie möglich im Keim ersticken. „Wir sind der Auffassung, dass auch bei der oberirdischen Variante sehr aufwändige Lärmschutzmaßnahmen über längere Distanzen hinweg erforderlich sind. Hinzu kommt die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge.“ All das werde so hohe Kosten verursachen, „dass eine Tunnel- oder Troglösung gar nicht so viel teurer kommen dürfte“, ist Busch überzeugt.

Umso wichtiger ist ihm, „dass wir unsere Vorschläge so früh wie möglich im Wirtschaftsministerium einbringen“. Er möchte daher nicht abwarten, bis die Architekturbüros ihre Skizzen vorgelegt haben. „Es muss jetzt etwas geschehen.“ Die Forderungen halten er und Mehringer für berechtigt. Der UWE-Fraktionschef betont, der Ringschluss sei kein primär Erdinger Projekt, sondern diene der dringenden Verbesserung der Flughafen-Anbindung. Daher müssten die Verantwortlichen der Planung auf die Stadt zugehen. (ham)

Auch interessant

Kommentare