So bitte nicht! Mit der Fertigstellung des S-Bahn-Ringschlusses zum Flughafen sollen die Züge unter der Erde verschwinden. Bahnübergänge wie an der Haager Straße müssen dann der Vergangenheit angehören, so der politische Konsens. Foto: ham

S-Bahn-Tunnel: Bürgerinitiative gründet sich

Erding - Immer mehr Erdinger wollen beim S-Bahn-Ringschluss nicht unter die Räder kommen. Kommende Woche soll sich eine Bürgerinitiative gründen, die sich für eine größtmögliche Tunnellösung einsetzt.

Als Geburtshelfer steht die UWE zur Seite. Deren Fraktionssprecher Rainer Mehringer möchte in einer Infoveranstaltung am kommenden Donnerstag die Planungen der Bahn und die der Stadt nebeneinander legen. Wie berichtet, schwebt der Bahn eine weitgehend oberirdisch verlaufende Trasse vor, während sich der Stadtrat für eine möglichst lange unterirdische Variante ausspricht. Mehringer erklärt auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir freuen uns über jeden politischen Vertreter, wollen aber in erster Linie die Erdinger Bürger ansprechen.“

Auf deren Engagement setzt der Kommunalpolitiker auch bei der Arbeit der Initiative. „Wenn der Ringschluss kommt, wird er alle Erdinger betreffen. Es geht um nichts weniger als um die Entwicklung der Stadt und der Lebensqualität hier.“ Umso wichtiger sei es, „alle Entscheidungen auf möglichst breite Schultern zu legen“.

Mehringer hat auch schon klare Vorstellungen, welche Aufgaben die Bürgerinitiative – ihr Arbeitstitel lautet „Pro-S-Bahn-Tunnel in Erding“ – übernehmen können. „Deren Aufgabe wäre es, zu ermitteln, was die Bürger wollen.“ Einer Gruppe engagierter Menschen falle es zudem leichter, fundierte Antworten seitens der Behörden und der Bahn zu bekommen. „Eine Bürgerinitiative kann wesentlich mehr erreichen als ein Einzelner“, ist Mehringer überzeugt.

Nicht zuletzt hält er eine Gruppierung aktiver Erdinger für am besten geeignet, den Willen der Bevölkerung zu artikulieren. In diesem Zusammenhang erinnert Mehringer an den Bürgerentscheid gegen das Mineralwasserwerk in Taufkirchen.

Der Fraktionschef ist bereit, sich selbst einzubringen, „aber sicherlich nicht in der ersten Reihe“.

Als Stadtrat lehnt Mehringer jegliche Kostenbeteiligung Erdings an einer Untertunnelung ab. „Das müssen die bezahlen, die den Verkehr verursachen“, erklärt er in Anspielung auf den Flughafen und dessen Eigentümer Bund, Land und Stadt München. Die UWE fordert wie alle anderen Parteien bekanntlich die Maximallösung, nämlich einen Tunnel von Bergham bis hinter Langengeisling. „Ein Auf und Ab der Gleise macht keinen Sinn“, ist Mehringer überzeugt.

Der Infoabend zu den Ringschlussplänen und zur Gründung der Bürgerinitiative findet am Donnerstag, 27. November, um 19.30 Uhr im Gasthof Zum Erdinger Weißbräu statt. (ham)

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