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Chancen ergreifen: Berater Christian Bittner bei seinem Vortrag.

Lebendige Ortsmitte

„Schaufenster sind Visitenkarten“

Taufkirchen - „Wie „Kundenbindung durch die Ladengestaltung im Online-Zeitalter“ optimiert werden kann, darüber informierte Christian Bittner ortsansässige Unternehmer im Taufkirchener Bürgersaal.

Bittner ist Mitarbeiter der Beratungsfirma CIMA, die Taufkirchen beim Projekt „Lebendige Ortsmitte“ begleitet. Gemeinde und Gewerbeverein hatten zu diesem Vortrag eingeladen. „Die Ladengestaltung ist wichtiger denn je, weil die Markttransparenz größer wird. Faktoren wie Zeit und Bequemlichkeit spielen eine immer größere Rolle“, erklärte Bittner. Denn die Kunden würden durch ihre technischen Möglichkeiten immer kompetenter und gesteigert Wert auf das Einkaufserlebnis und die Qualität der Produkte legen. Deshalb müsse ein Großteil der Kunde erst motiviert werden, den Laden zu betreten. Wie das bewerkstelligt werden könne, erläuterte er anhand positiver und negativer Fotobeispiele, die er und seine Mitarbeiter bei vielen „Store-Checks“, also Laden-Begutachtungen, aufgenommen hatten.

Der Handel müsse Reize und Begehrlichkeiten schaffen, sich auf seine Einmaligkeit, auf seine Regionalität rückbesinnen. Glaubwürdigkeit, Echtheit, Transparenz und kompetente Beratung seien dabei unerlässlich. Das „Shop Design“ fange bei der Fassade an: „Der erste Eindruck ist der wichtigste.“ Es sollten Fernwirkung und Erkennbarkeit hergestellt werden, um Aufmerksamkeit zu erreichen. „Schaufenster und Fassade sind Visitenkarten“. Wichtig seien ein hochwertiger, gepflegter Eindruck, ein klar erkennbarer Eingangsbereich, einheitliche, hochwertige Werbeanlagen, die zum Unternehmen passen: „Wenn möglich über dem Eingang.“ Das Schaufenster sollte „eine klare Aussage“ haben, möglichst nicht spiegeln, die Öffnungszeiten erkennbar und wertig angebracht sein sowie keine zugeklebten Bereiche aufweisen. „Vermitteln sie eine klare Botschaft, einen visuellen Eindruck des Sortiments. Weniger ist mehr“, erklärte Bittner und fuhr fort: „Gewähren sie Einblick in das Geschäft, verändern sie die Auslage regelmäßig und beleuchten sie gezielt.“

Die Warenpräsentation im Laden sollte ebenfalls attraktiv sein, Qualität und Kompetenz des Unternehmens darstellen. „Schaffen sie eine angenehme Kaufatmosphäre. Vermeiden sie dunkle Bereiche. Achten sie auf ausreichende Stückzahlen, nicht überladen und nicht zu wenig. Lieber mehr Sortimentstiefe als -breite.“ Die Top-Bereiche sollten gezielt eingesetzt, Bereiche mit geringer Frequenz gezielt aufgewertet werden. Die Kasse sollte als „Impulszone“ genutzt werden. Er empfahl Übersicht zu schaffen durch freie Zugänge zu den Flächen und eine Höhengliederung der Waren nach dem Arenaprinzip zu – „von klein nach groß, helle Farben vor dunklen“. Orientierung könne durch definierte Themenwelten gegeben werden. Es gebe genügend standardisierte Konzepte. „Durch individuellen Stil, besondere Gestaltungselemente gewinnen sie die Herzen der Kunden“, meinte der Experte und betonte. „Auch Unternehmen müssen eine Marke sein.“ Deshalb sollten die Geschäftsleute ihre Besonderheiten nach außen kehren, ihre Unternehmens-Geschichte, ihren Standortbezug, ihre Leistungen und die Gesichter des Unternehmens als unverwechselbare Merkmale deutlich machen.

„Qualität beginnt im Detail“, sagte Bittner und riet dazu, den Öffnungszeiten einen „Rahmen“ zu geben, Preisschilder mit dem eigenen Logo zu versehen und Verkabelungen zu verstecken: „Was der Kunden nicht sehen sollte, abdecken“. Um die Standortrelevanz zu betonten, sei es gut, mit anderen Betrieben als Gemeinschaft zu arbeiten und aufzutreten, etwa eine gemeinsame Website zu entwickeln.

Bittners Fazit: Oft sei es gar nicht so viel, worauf man achten und was man tun müsse. „Wichtig ist nicht die Perfektion der Ladengestaltung, sondern dass sie ein eigenes, individuelles Flair hat. Binden sie die Mitarbeiter in die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Unternehmens mit ein. Nutzen sie Feedbackmöglichkeiten und den Blick von außen“, betonte er.

Birgit Lang

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