Aufwändig renoviert hat Nico Forster das Taufkirchener Wasserschloss, das er 2005 gekauft hat.

Schlossherr Nico Forster gestorben

Taufkirchen - Am Neuen Markt machte er sein Geld. In Taufkirchen sorgte er für Schlagzeilen, weil er das Wasserschloss für einen Euro vom Bezirk Oberbayern kaufte. Jetzt ist Nico Forster überraschend im Alter von 44 Jahren gestorben.

Von der Polizei Waldkraiburg wurde der Heimatzeitung bestätigt, dass am gestrigen Faschingsdienstag um 7.15 Uhr eine Mitteilung von der Einsatzzentrale Oberbayern Süd eingegangen sei. Es wurde eine „leblose Person“ in Schloss Guttenburg gemeldet. Die Notärztin bestätigte der gerufenen Polizei schließlich, dass Forster eines „natürlichen Todes aufgrund seiner Krankheitsgeschichte“ gestorben sei. Krank war er schon länger, aber darüber sprach er nicht.

Ein unfassbares, trauriges Ende für einen Mann, der noch an Märchen glaubte, der Visionen hatte und der alte Herrschafthäuser liebte, sammelte und sanierte wie andere Oldtimer. Schon das Erbe seines Vaters setzte er mit 24 Jahren zum Entsetzen seiner Mutter in einen alten Bauernhof um, den er renovierte. Seinen Traum konnte er verwirklichen, weil er in jungen Jahren reich wurde. Der studierte Philosoph gründete Anfang der 90er Jahre mit einem Freund die Drillisch AG, einen der ersten an der Börse notierten Mobilfunkdienste, mit dem er Million machte.

Im Januar 2005 wurde Forster auch Schlossherr in Taufkirchen. Die Baumaßnahmen sollten dieses Jahr, bis auf den Innenhof, fertiggestellt werden. Das kann Forster nicht mehr miterleben. Er war für Taufkirchen ein Glücksfall, ein Mensch, der für Kultur und Kranke ein großes Herz hatte. Der Gemeinde stellte er das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss des Wasserschlosses durch eine Grunddienstbarkeit für immer zur Verfügung. Offen war er für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Art ebenso wie für eine Wohngemeinschaft für psychisch Kranke, die ihre neue Heimat in seinem Taufkirchener Herrschaftsanwesen fanden. (mel)

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