Martin Maier hat alle seine Widersprüche zurückgenommen.

Am Schluss siegt die Vernunft

Isen - Der jahrelange Streit zwischen dem Immobilienbesitzer Martin Maier aus Mais und dem Markt Isen ist beigelegt. Der Kläger hat seine Widersprüche zurückgenommen.

An mehreren Fronten hatte Martin Maier seit Mitte des Jahres 2006 gegen die Marktgemeinde und Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) gekämpft. Der Grund: Dem Immobilienbesitzer waren die Verbesserungsbeiträge für die Isener Kläranlage und die Kanalbaumaßnahmen zu teuer. In einigen Verfahren und Petitionen war Maier bereits gescheitert. Die letzten Widersprüche und die Klage gegen die Bescheide der Gemeinde hat er nun zurück genommen.

Der Streit loderte zuletzt nur noch an einer Formalie: Der Markt Isen habe den Zahlungsbescheid für eine GmbH Maiers falsch zugestellt, erklärte Bürgermeister Fischer im Gespräch mit der Heimatzeitung. Als das Gericht diesen Formfehler festgestellt hatte, musste der Markt Isen den Verbesserungsbeitrag samt Zinsen zurückzahlen und den Bescheid erneut mit der richtigen Adresse abschicken. Die umfangreiche Widerspruchsbegründung Maiers, die sich auf die Kosten des Bescheids bezog, habe das Gericht nicht behandelt, so Fischer.

Maier, der in dem Kommunalwahlen vor knapp einem Jahr zum Gemeinderat gewählt wurde (Neue Bürgerliste) habe vor ein paar Wochen wegen einer anderen Angelegenheit bei ihm vorgesprochen, erzählt der Bürgermeister. Dabei habe er beschlossen, die noch anhängigen Widersprüche zurückzunehmen. „Das war kein Deal. Wir haben auch keinen Kompromiss geschlossen“, betont Fischer. „Wir haben uns nur vernünftig unterhalten. Das war ganz emotionslos, kurz und schmerzlos.“

Maier sagte gestern auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Es hat auch die Gemeinde viel Geld gekostet. Man muss eine Sache beenden können, wenn es für beide Seiten die vernünftigste Lösung ist.“ Er wolle das Kapitel abschließen und nach vorne schauen.

Die Kosten der zahlreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen waren für beide Seiten immens. Maier hatte bei diversen Experten Gutachten anfertigen lassen. „Die Akten mit dem Schriftverkehr sind einen halben Meter hoch“, berichtet der Bürgermeister. Die Ausgaben für die anwaltliche Beratung der Gemeinde über mehrere Jahre liegen mindestens im fünfstelligen Bereich. Allein die Zinsen, die an Maier zurückbezahlt werden mussten, beliefen sich auf 10 000 Euro.

Der Gemeindechef ist froh dass die Bürger nun vor weiteren Kosten verschont sind. Zu den Attacken Maiers gegen ihn sagt er: „Was vergangen ist, kann ich nicht vergessen, aber ich kann es hinter mir lassen.“ Die vergangenen Jahre waren für ihn eine schwierige Zeit, „die viel Kraft und Aufwand erforderte". Sorgen hätte er sich aber nie gemacht. „Der Wahlkampf war hart. Und es ist fraglich, ob das noch einmal so sein muss“, so Fischer. Die Arbeit im Gemeinderat sei bisher aber schon sehr sachlich gewesen. (har)

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