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Endlich anpacken und Projekte umsetzen : Das forderte Gemeinderat Anton Daumoser (l.) bei der Wahlkampfveranstaltung der WG. 

Kommunalwahl 2020

Junge Schönbrunner warten auf Baurecht: Programmvorstellung der Wählergruppe Schönbrunn

„Es ist Zeit für einen neuen Stil“ im Gemeinderat. Das fordert die Wählergemeinschaft Schönbrunn/ Wählergruppe Gatterberg (WG) in ihrem Wahlkampfprogramm für die Kommunalwahlen am 15. März.

Schönbrunn – Wie das gelingen soll, haben die Kandidaten der Landliste beim politischen Frühschoppen rund 90 Besuchern im neuen Schönbrunner Vereinsstüberl vorgestellt.

Kritik an der Gemeindeführung – es bewege sich zu wenig, und Projekte würden nicht umgesetzt – zog sich wie ein roter Faden durch die Versammlung. So forderte WG-Listenführer Franz Göschl konkrete Planungen von Projekten und dann auch klare Umsetzungen. Es fehle aktuell an Zielen und Visionen. Göschl sei motiviert, im neuen Gemeinderat genau das zu ändern, „damit es nach vorne geht“. Die WG habe eine „dynamische Gruppe“ mit Kandidaten aus allen Gesellschaftsbereichen und einer Vielzahl an Berufsfeldern. „Da ist Energie da. Die Leute wollen was bewegen.“

WG-Gemeinderat und Vizebürgermeister Konrad Bernhard stellt sich noch einmal zur Wahl. Er sei überzeugt, noch etwas bewegen zu können, damit „angeschobene Projekte endlich vollendet werden“. Derzeit sei man zu zweit im Gemeinderat: „Warum sollten mia ned drei Sitze schaffen?“, gab sich Bernhard optimistisch.

Mit ihm kandidiert erstmals ein Vertreter aus Schönbrunn/Gatterberg neben dem Gemeinderat auch für den Kreistag, erklärte Anton Daumoser. Der Gemeinderat finde es wichtig, sich für Heimat, Natur, Glauben und Zukunft einzusetzen – auch auf Kreisebene. Und es gelte nicht nur für die Großen, sondern auch für Landwirtschaft, Vereine und kleine Betriebe, gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Als weitere Ziele wurden genannt: nachhaltige Dorfentwicklung, Ausbau Breitbandnetz, A 94 als Chance nutzen, Zukunft für Landwirtschaft und Gewerbe, das alte Brauereigelände St. Wolfgang einer Nutzung zuführen, eine Mittagsbetreuung an der Grundschule schaffen, Feuerwehren erhalten. Um sich für diese Projekte zu engagieren, habe die WG „viele gute und junge Leute auf der Liste“, sagte Daumoser.

Warten aufs Bauen

Ein heißes Thema ist Bauen in Schönbrunn. Es sei bekannt, dass darauf viele junge Leute im Ort seit Jahren warteten, betonte Daumoser. Im geplanten Baugebiet Notzing seien „gefühlt 15 Wohnhäuser geplant“, aber es gebe keinen Bebauungsplan. Das Projekt gehe „sehr schleppend voran“, aber „wir können nichts erzwingen“. Beschließen könne man nur, was auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung steht. Mehrere Anträge der WG seien noch nicht behandelt, ärgern sich die WG-Räte. Um des Friedens Willen wolle man sich aber nicht bei der Dienstaufsicht beschweren.

„Noch nichts entschieden“ sei beim alten Schulhaus in Schönbrunn, so Konrad. Laut Ratsbeschluss soll saniert und vier Wohnungen eingebaut werden. Dieses Vorhaben habe „bei vielen Leuten Unverständnis“ hervorgerufen. Angesprochen wurde auch die geplante Ausweisung von 200 000 Quadratmetern Gewerbeflächen an der A 94 bei Armstorf im Flächennutzungsplan (FNP). Der Standort sei richtig, aber viel zu groß. Daumoser sagte, man habe Unterlagen dazu im Rat erst in der Sitzung bekommen. Das Landratsamt werde das ohnehin nicht genehmigen, und die Grundstücke seien nicht in kommunaler Hand. Dagegen gestimmt habe man nicht, um nicht als Blockierer dazustehen mit dem Vorwurf: „Da macht da Bürgermeister einmal was“, und wieder sei man dagegen.

Bernhard beruhigte, die Ausweisung sei nur „eine reine Absichtserklärung“, und der FNP schaffe kein Baurecht. Mit zwei Video-Clips endete die Versammlung, mit den Kandidaten als Hauptdarsteller – zunächst als Arbeiter, die den alten Bräu in St. Wolfgang abbrechen, und dann setzen sie den Spatenstich für das neue Wohnbaugebiet Notzing in Schönbrunn mit der Botschaft: „Pack ma’s o.“

Hermann Weingartner

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