Sechs Stunden im Mofasattel

Mitterbuch - 1500 Besucher, 80 Mofa-Fahrer, 3 Bands und rund 30 Grad im Schatten: Die 4. Mammut-Trophy in Mitterbuch war ein voller Erfolg.

6-Stunden-Härtetest im Mofasattel

Schon am Vormittag ist es heiß. Die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel, nicht ein Luftzug sorgt für Abkühlung. Extrembedingungen für die 80 tollkühnen Fahrer, die beim großen Mofa-Rennen des Freizeitclubs Mitterbuch den sechsstündigen Ritt wagen.

Der Tag hat für die 30 Mannschaften mit bis zu drei Fahrern schon früh mit einem straffen Programm begonnen. Sie mussten Transponder an ihren Mopeds befestigen, mit denen die Fahrzeiten gemessen werden. Eine Stunde lang durften alle Teufelskerle im freien Training die Piste befahren. Nach der offiziellen Eröffnung fällt um 12.03 Uhr der Startschuss für das sechs-Stunden-Rennen. Gestartet wurde aber nicht irgendwie, sondern streng nach den Vorschriften des Le-Mans-Starts.

Wochenlange Planungen sind dem Rennen vorausgegangen. Mit einem 14 Tonnen schweren Bagger wurde die „Rattenkadaverpiste" zwischen Mitterbuch und Reithofen in Form gebracht. Für den Besitzer der Felder kein Problem: Als Vater von Freizeitclub-Chef Anton Loidl stellt Landwirt Martin Loidl das Areal gerne zur Verfügung. Es wurden Sprungschanzen aufgeschüttet, Strohballen verteilt und ein Schlammloch mit Wasser gefüllt. Die Helfer bauten die Bühne für das Open-Air-Konzert und das Bierzelt samt Küche und Bar auf, legten Wasser- und Stromleitungen und sorgten für sanitäre Anlagen.

Viele Mannschaften campen auf dem Gelände. Mit im Schlepptau: ein Mechaniker, Boxenluder und viele Fans.

Schon nach der Hälfte des Rennens haben einige Fahrer über hundert Runden auf ihren Höllenmaschinen heruntergerissen. Den Männern ist die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Viele sind zittrig, als sie von ihren Mofas steigen. Die Zweiräder wirbeln auf dem ausgedörrten Boden viel Staub auf, im Wasserloch spritzt Schlamm auf Maschinen, Kleidung und Helme. Aufgegeben wird aber trotzdem nicht.

Nach sechs kräftezehrenden Stunden ist das Rennen schließlich zu Ende. 80 von Staub bedeckte Fahrer und ihre schlammbespritzten Mofas haben bis zur Erschöpfung gekämpft. Dabei hatten sie strikte Regeln zu beachten. Jedes Team musste einen funktionsfähigen und geprüften Feuerlöscher vorweisen. Bei der Fahrt waren ein geschlossener Helm, festes Schuhwerk und Motorradkleidung Pflicht - bei allem Spaß darf schließlich auch die Sicherheit nicht zu kurz kommen.

Mit 235 Runden ergattern Matthias Mühlbacher und Martin Bergner vom Team Power Off mit ihrer Zündapp Hai 25 (Baujahr 1982) aus Teisendorf im Berchtesgadener Land den ersten Platz. Auf dem Treppchen folgen die Spätzünder aus Edling (221 Runden) und Seizl Haisl aus dem österreichischen Buchschachen (214 Runden).

Ihre Erfolge feierten die Fahrer mit Fans und rund 1500 Zuschauern beim abschließenden Open-Air. Die Bands Burton's Right Hand, Cleveland Steamerz und Wau y los Arrrghs aus Spanien rockten bis tief in die Nacht. Loidls Fazit: "Es war bombastisch!" (vam)

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