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Die ersten Störche haben ihre Nester in der Gegend bereits bezogen. Das Lengdorfer Zuhause der Schwarzstörche stand noch leer, als es Baumkletterer entfernten.

Baumkletterer entfernen Nest

Seltener Schwarzstorch muss wegen A 94 umziehen

Direkt an der neuen der A 94 wurde am Donnerstag ein Schwarzstorchnest entfernt. Ein paar hundert Meter weiter bekommen die vom Aussterben bedrohten Tiere ein neues Zuhause. Für Naturschützer Heiner Müller-Ermann sind die Störche eine späte Bestätigung für die ungehörten Argumente der A 94-Gegner.

LengdorfWenn in den kommenden Wochen die Lengdorfer Schwarzstorch-Familie vom Winterurlaub in wärmeren Ländern zurückkehrt, gibt es ihr gewohntes Zuhause nicht mehr. Das Nest in einem Tannen-Wipfel, wenige Meter von der neuen A94-Trasse entfernt, wurde am Donnerstag von speziell ausgebildeten Baumkletterern entfernt.

Schwarzstörche gelten als gefährdete Art, sie sind nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und stehen auf der Roten Liste. Nach Schätzungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt es im Freistaat nur etwa 150 bis 160 Brutpaare, in Südbayern sind die Vögel sogar vom Aussterben bedroht. Das ist auch der Grund, warum beim heftig kritisierten Neubau der Autobahn auf die Störche Rücksicht genommen wird.

Für Umweltschützer Heiner Müller-Ermann, früher Sprecher der „Aktionsgemeinschaft gegen die A94“, kommt die Bestätigung zu spät: „Der Schwarzstorch hat in den Prozessen vor dem Verwaltungsgerichtshof eine wesentliche Rolle gespielt“, erklärt Müller-Ermann. „Unsere Alternative, also eine Lösung im Bereich der bestehenden B 12, wurde nämlich damals auch mit dem Argument abgelehnt, im Großhaager Forst, gleich bei der B 12, gebe es den Schwarzstorch.“

Diese Art sei äußerst sensibel und dürfe nicht durch Lärm, speziell Straßenlärm, gestört werden, berichtete Müller-Ermann. Deswegen habe man die B 12 nicht ausbauen können. „Wirklich nachweisen konnten die Gutachter der Autobahndirektion das Aufkommen bei der B 12 nicht. Doch Bauern und Jäger berichteten, dass es den Storch auch im Isental gibt. Ihnen wurde nicht geglaubt“, sagte der Dorfener Stadtrat. „Heute kraxeln Leute auf Bäumen herum und verlegen Nester, damit die Autobahn gebaut werden kann“.

„Ich finde das sehr schade“, erklärt Richard Seisenberger. Er ist der Besitzer des Waldstücks und betreibt in Sichtweite einen Milchviehhof. „Es ist beeindruckend, wenn die Tiere früh morgens über den Hof schweben und Schatten werfen“, erzählt er von dem Storchenpaar, das später auch drei Junge bekommen hat. Immerhin misst die Flügelspannweite der Vögel bis zu zwei Meter. Die Störche hätten auch schon mal bei ihnen im Garten gestanden, „so aus der Nähe betrachtet sind sie schon riesig“.

Die Vogel-Familie in Lengdorf bleibt nicht heimatlos. In einiger Entfernung werden in den kommenden Tagen drei neue Nester eigens für die „Ciconia nigra“, so der lateinische Name für den Schwarzstorch, in Baumwipfeln installiert. Die Areale dafür wurden sorgfältig ausgesucht und sollen über viele Jahre auch forstwirtschaftlich nicht berührt werden.

Geplant hat den Umzug das Landschaftsarchitekturbüro NRT aus Marzling. „Wir haben dabei sehr intensiv mit Unterer und Oberer Naturschutzbehörde zusammengearbeitet“, so Geschäftsführer Dietmar Narr. Das Vorgehen sei auch aus gutachterlicher Sicht auf einem hohen Niveau. Für Seisenberger stellt sich nun die Frage, ob die Störche ihr neues Zuhause auch annehmen. „Wenn nicht, bauen sie sich vielleicht hier wieder ihr Nest.“

Henry Dinger

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