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Pokal, Urkunde und noch ein „Nusstraum“ : Silke Hilger ist stolz auf ihren Erfolg.  

Eine Moosinningerin hat sie gebacken

Das ist die beste Torte Bayerns

Silke Hilger aus Moosinning wurde bei der Bayerischen Tortenmeisterschaft mit ihrem „Nusstraum“ zur Siegerin gekürt. Und sie hat Tipps auf Lager.

Moosinning – Ein spontaner Entschluss war Silke Hilgers Anmeldung zur dritten Bayerischen Tortenmeisterschaft bei der „RegioAgrar“-Messe in Augsburg. Dass die 50-Jährige anstatt ihrer eigens kreierten Nusstorte einen Pokal und den Titel der Bayerischen Tortenmeisterin mit nach Hause bringen würde, damit hatte sie nicht gerechnet. „Ich habe mich eigentlich nur aus Spaß angemeldet, weil mein Mann das vorgeschlagen hat. Dabei sein ist alles, habe ich mir gedacht“, erzählt die Hausfrau im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Umso größer ist ihre Freude über den unerwarteten Sieg. In zwei Kategorien hat Hilgers Torte aus Nussbiskuit und Nougat-Buttercreme die Jury überzeugt. Nicht nur zur „Besten des Landes 2017“ wurde Hilger deshalb ernannt, auch den Gesamtsieg hat sie sich geholt. Gegen 46 andere Torten konnte sie sich mit dem „Nusstraum“ durchsetzen.

Ihr Wissen hat sich die leidenschaftliche Tortenbäckerin seit ihrer Kindheit selbst angeeignet. „Meine Oma oder meine Mutter haben keine aufwendigen Torten gebacken. Das habe nur ich gemacht“, erinnert sich die 50-Jährige. Im Alter von elf Jahren hat sie sich an der ersten Torte versucht. „Das war einfach ein fertiger Biskuitteig und ein Schokocremepulver zum Anrühren. Dann habe ich festgestellt, dass der fertige Teig nicht schmeckt und habe ihn ab sofort immer selbst versucht“, erzählt Hilger lachend.

Mittlerweile haben Fertigprodukte in ihrer Küche nichts mehr verloren. Und auch die Zutaten nimmt Hilger genau unter die Lupe. „Ich habe einfach festgestellt, dass beispielsweise günstiges Backpulver nicht so gut ist wie die Markenprodukte“, berichtet sie. Sie liebt es, mit Zutaten zu experimentieren, sie neu zu kombinieren und eigene Rezepte auszutüfteln.

Da freut sich die Familie: Mindestens einmal in der Woche gibt es eine Torte

Mindestens einmal pro Woche entsteht im Hause Hilger deshalb eine Torte. Das Kuriose: Nur Ehemann Herbert erwartet die Kreationen seiner Frau sehnsüchtig. Die Bäckerin hat andere Vorlieben. „Ich mag Deftiges eigentlich viel lieber, und meine beiden Söhne essen lieber normale Kuchen“, erzählt sie. Daher werden die Verwandten regelmäßig versorgt. Verkaufen möchte Hilger ihre Torten nicht. „Ich mache das, weil es mir Spaß macht und es mir ein gutes Gefühl gibt, wenn den Leuten meine Torten schmecken. Wenn ich sie jetzt regelmäßig verkaufen müsste, würde vermutlich der Spaß darunter leiden.“

Viel lieber bringt sie ihre Torten zu Feiern mit, oder stellt sie für Flohmärkte zur Verfügung. Der Moosinningerin liegt es auch am Herzen, vor allem junge Frauen wieder zum Backen zu motivieren. Viele würden sich einfach nicht trauen, meint sie. „Dabei kann doch nichts passieren. Bei mir geht auch mal was schief. Dann freuen sich halt unsere Hühner.“

Für alle Experimentierfreudigen hat Silke Hilger ein paar Tipps auf Lager. „Man sollte sich auf jeden Fall Zeit nehmen und mit Liebe backen. Zwischen Tür und Angel kann das nur schiefgehen.“ Rund eineinhalb Stunden sollten für eine gute Torte ohne Back- und Kühlzeit eingeplant werden. Für das gewisse Etwas könne man getrost zum Alkohol greifen. „Ich hab das selbst nicht geglaubt, aber es stimmt wirklich. Ein passender Likör peppt jede Torte auf. Die Schwarzwälder-Kirschtorte ist das perfekte Beispiel. Wer die schon einmal ohne Alkohol gemacht hat, weiß wovon ich spreche.“

Das Backen wird für Silke Hilger weiter wichtig bleiben. An der nächsten Bayerischen Meisterschaft möchte sie allerdings nicht mehr teilnehmen. „Dieser Sieg ist so etwas Besonderes, das möchte ich so in Erinnerung behalten“, sagt sie.

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