Sophie Wegener erklärt den Bossa Nova. foto: fkn

Sophie Wegener Bei den Jazz Tagen Erding: "Bossa Nova ist wie das Leben selbst“

Erding - Die Faszination des Bossa Nova erklärt Zona-Sul-Sängerin Sophie Wegener. Sie tritt am Samstag, 7. November, im Rahmen der Jazz Tage Erding um 19.30 Uhr in der Kreismusikschule auf.

Leicht, beschwingt, fröhlich – das ist Bossa Nova. Er ist die Musikform, die Mitte der 1960er Jahre in Brasilien aus Jazz und Samba kreiert wurde. Welche Musik wäre besser geeignet, um einem tristen November für zwei Stunden ein Schnippchen zu schlagen? Die Münchner Combo Zona Sul macht die imaginäre Südamerika-Reise mit ihrem Konzert bei den Jazz Tagen in Erding möglich. Warum sich hinter Bossa Nova aber mehr als Gute-Laune-Musik verbirgt, erklärt Sängerin Sophie Wegener im Jazz Tage-Interview.

-Frau Wegener, seit wann beschäftigen Sie sich mit Bossa Nova und wie sind Sie dazu gekommen?

Sophie Wegener: Ich habe 1995 mit Jazzgesang angefangen. In das Repertoire jeder Jazzsängerin, also zu den so genannten Standards, gehören auch Stücke von Antonio Carlos Jobim wie „Corcovado“„ und „Dindi“ oder von Luis Bonfa „Manha de Carnaval“. Diese habe ich dann in der Originalsprache gesungen, weil mir die Texte besser gefielen und das brasilianische Portugiesisch besser zur Musik passt.

-Ist das nicht eine große Umstellung?

Wegener: Ich bin zweisprachig, deutsch/französisch, aufgewachsen und fand portugiesisch nicht so schwer. Ich habe mir viele CDs von brasilianischen Musikern besorgt, bin nach Brasilien gereist und habe mir ein Bossa-Nova-Repertoire zugelegt. 1999 haben wir zum ersten Mal mit Zona Sul in München ein Konzert gegeben und dabei ausschließlich brasilianische Stücke gespielt. Das kam so gut an, dass wir weitergemacht haben.

- Was schätzen Sie an Bossa Nova?

Wegener: Die Melodien sind ansprechend, die Harmonien anspruchsvoll und der Rhythmus federnd, das heißt, wie zum Tanzen gemacht. Außerdem sind die Texte – vor allem von Jobims Partner Vinicius de Moraes – wunderschöne Gedichte. Die Mischung aus Lebensfreude und Melancholie, die dabei ausgedrückt wird, ist für mich wie das Leben selbst – mit seinen Höhen und Tiefen eben.

-Welche Anforderungen stellt Bossa Nova an Ihren Gesang?

Wegener: Ich finde Bossa Nova eigentlich nicht schwer zu singen. Wichtig ist, sich mit dem von vielen Synkopen (die Verschiebung der Betonung – d. Red.) geprägten Rhythmus zu beschäftigen. Der ist wie eine eigene Sprache. Da ich Musiker an meiner Seite habe, die dieses Idiom sprechen, fällt mir auch dieser für Europäer ungewohnte Aspekt nicht allzu schwer.

-Haben Sie auch den Song „The Girl from Ipanema“ in Ihrem Repertoire?

Wegener: Wir haben dem bekanntesten Mädchen der Welt einmal ein Konzert gewidmet. Dieses Stück kennt jeder, und wenn man es nur mit Fahrstuhlmusik verbindet. Das Stück ist ein exemplarischer Bossa Nova. Man hat das Mädchen förmlich vor Augen, wie es da leicht die Hüften wiegend zum Strand geht. Wir interpretieren es in einer sparsamen Version. Mehr wird nicht verraten.

Das Interview führte Christian Wanninger

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