Sportpark im Landschaftsschutzgebiet

Der Markt Isen bekommt Grünes Licht für ein neues Sportgelände. Die Fläche liegt bisher im Landschaftsschutzgebiet.

Der Markt Isen bekommt Grünes Licht für ein neues Sportgelände. Die Fläche liegt bisher im Landschaftsschutzgebiet.

In Sachen neuer Sportpark muss Bürgermeister Siegfried Fischer dicke Bretter bohren: Die Konzeptstudie war 2004 fertig, ein Jahr später hat der Markt Isen Antrag auf Änderung des Naturschutzgebietes gestellt, Ende 2008 könnte der Landkreis endgültig zustimmen – und dann geht es erst richtig los: Mit dem TSV und Grundstückseigentümern verhandeln, planen, bauen. Die Realisierung sieht Fischer „mittelfristig, in vier bis fünf Jahren“, als möglich an. Also 2013.

Eine wichtige Hürde hat Fischer am Montag genommen. Da hat der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt des Landkreises zugestimmt, eine 6,5 Hektar große Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Isental und südliche Quellbäche herauszunehmen. Der Sportpark soll westlich des Hauptortes zwischen der Isen und dem Obermühlbach entstehen. „Wir haben keine naturschutzrechtlichen Ausschlusskriterien gefunden“, erklärte Anton Euringer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Für eine 9:2-Mehrheit des Ausschusses war das entscheidend. Euringers Sachgebiet hatte das Anhörungsverfahren abgewickelt. Im Rahmen dessen waren benachbarte Gemeinden, Fachbehörden und Verbände sowie Privatleute um Stellungnahme gebeten worden.

In der Sitzung sprach sich Roswitha Bendl (ÖDP) gegen das Vorhaben aus: „Das ist ein Eingriff in die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.“ Fischer, selbst Ausschussmitglied, wollte das nicht gelten lassen: „Die landwirtschaftliche Nutzung dieser Fläche ist für die benachbarten Gewässer auch nicht gerade förderlich.“ Außerdem sei der Neubau eine „große Chance, den Uferbereich der Isen aufzuwerten“. Es gebe keine Alternative. „Das Sportgelände ist eingezwängt von Wohnbebauung“, erklärte Fischer gegenüber der Heimatzeitung.

Auch das Wasserwirtschaftsamt München hatte sich kritisch geäußert, aber nicht ausdrücklich abgelehnt. So sei ein zehn Meter breiter Uferstreifen an den Bachläufen einzuhalten. Dies sei gewährleistet, antwortete Euringer. Zudem, so Fischer, werde der Markt Isen „enorme Anstrengungen zur Renaturierung“ unternehmen. „Ein neues Sportgelände wäre ein Reisengewinn für die Bevölkerung“, sagte Hans Peis (CSU). Landrat Martin Bayerstorfer wies ferner darauf hin, dass das 2100 Hektar große Gebiet 1997 vor allem aus einem Grund ausgewiesen worden sei: „die Verhinderung der Isentaltrasse“. (ta)

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