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Volles Haus: Die A 94 und der Verkehr auf der B 15 waren Themen der Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung St. Wolfgang

Überrascht vom Lärm der Autobahn: Armstorfer protestieren

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Das hätten die Bürger von Armstorf nicht gedacht. Sie hören die Autobahn mehr, als sie erwartet hatten und ihnen lieb ist.

St. Wolfgang – Überrascht sind Bürger in Armstorf, dass auch ihre Anwesen vom Lärm der A 94 betroffen sind. Auf seinem Streifzug durch Entwicklungen der Gemeinde nahm St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) in der Bürgerversammlung im vollen Schex-Saal auch Stellung zur Autobahn. Andreas Haas aus Armstorf überreichte eine Unterschriftenliste und Maßnahmenforderungen, die den Lärm deutlich mindern sollen.

„Ich war der Meinung, die A 94 betrifft uns nicht“, räumte Gaigl ein. Das habe sich mit der Eröffnung geändert. Es sei „klar“ gewesen, dass der Weiler Reith direkt an der Autobahn betroffen sein werde, aber nicht Armstorf. Die A 94 verläuft hinter einem Höhenrücken etwa einen Kilometer parallel zu dem St. Wolfganger Ortsteil.

Lärm komme jetzt aber vom Bereich der A 94-Rastanlage nahe Schwindkirchen. Weil dort auf der Nordseite zu Armstorf kein Lärmschutz errichtet wurde, treffe der Autobahnlärm nun voll auf die Häuser in Armstorf am nordöstlichen Siedlungsbereich, berichtete Gaigl. Entsprechende Beschwerden seien im Rathaus eingegangen.

Der Bürgermeister berichtete, dass der Gemeinderat inzwischen beschlossen habe, sich mit einem Brief an die Verantwortlichen, die Verkehrsministerien in Bund und Land sowie die Autobahndirektion, zu wenden. In dem Schreiben werde unter anderem gefordert, dass die Bauausführung des Fahrbahnbelags und mit Lärmmessungen die Grenzwerte überprüft und Lärmschutzwälle bei der Parkanlage errichtet werden. Als Sofortmaßnahme wird ein Tempolimit gefordert.

Gaigl habe sich nun intensiver in die A 94-Planfeststellungsunterlagen eingearbeitet. Wenn man die lese, bekomme man allerdings den Eindruck, die Baubehörde habe „nach Recht und Gesetz gehandelt“. Er folgerte insbesondere zum Lärm: „Wenn man das Gesetz nicht ändert, ändert sich nix“, befürchtete der Bürgermeister. Rund 5000 Fahrzeuge sind derzeit täglich bei Reith unmittelbar vor der A 94-Auffahrt auf der B 15 Richtung Dorfen unterwegs. Das hätten Verkehrsmessungen der Gemeinde ergeben, berichtete Gaigl.

Eine Woche lang waren vor der A 94-Eröffnung 34 221 Fahrzeuge Richtung A 94 gefahren, eine Woche nach Verkehrsfreigabe waren es 34 328 und in der zweiten Woche 32 901 Fahrzeuge. Das sei „nicht viel Verkehr“, in Dorfen etwa würden auf der B 15 täglich rund 19 000 Fahrzeuge in beide Richtungen fahren. Offenbar würden viele Autos südlich St. Wolfgang jetzt wieder auf die leerere B 12 abbiegen, mutmaßte der Bürgermeister.

Andreas Haas schilderte, dass Teile Armstorfs jetzt unerwartet aus dem Osten vom Lärm der einen Kilometer entfernten A 94-Rastanlage Fürthholz getroffen würden. Der A 94-Bereich sei im Süden Richtung Armstorf ohne Schallschutz. Die Lärmbelästigung bedeute eine deutliche Minderung der Lebensqualität und sei je nach Witterung sogar unerträglich. Haas überreichte Gaigl eine Liste mit 125 Unterschriften Armstorfer Bürger, die sofortige Maßnahmen fordern. Ausdrücklich bedankte er sich bei Bürgermeister und Gemeinderat, „dass ihr euch so einsetzt“.

Lärm von der Ortsdurchfahrt in St. Wolfgang sorgt offenbar auch für Ärger. Anlieger beklagten die Störungen der Nachtruhe, berichtete Gaigl. Johanna Hofbauer fordert in einem schriftlichen Antrag , dass „die B 15-Ortsdurchfahrt auf Straßenschäden überprüft und diese vorgezogen behoben werden“.

Speziell zwischen Hauptstraße und Fußgängerampel sei die Bundesstraße in „desolatem Zustand“. Anlieger müssten daher täglich den Lärm ertragen. Vor allem in der Nacht würden leere Lastwagen mit Anhänger aufgrund der schlechten Straße „ratternd durch den Ort fahren“ und die Nachtruhe empfindlich stören.

Er habe die Situation mit dem Straßenbauamt besprochen, berichtete Gaigl. Einzelne Ausbesserungsmaßnahmen seien erfolgt, und 2020 sei eine Begehung zur Zustandserfassung geplant.

Weil ein Grunderwerb weiter nicht möglich sei, könne die seit Jahren geplante Sanierung und Verlegung der ED 18 am Ortsrand Richtung Isen nicht realisiert werden, berichtete Vize-Landrat Jakob Schwimmer. Sollte 2020/21 der Straßenbelag erneuert werden, „wird’s mit einer Verlegung lange nix mehr“.

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