Tänzerische Eleganz verlieh Manfred Ludwig seinem Flötenspiel. foto: vogel

Staatsorchester-Querflötist Manfred Ludwig brilliert in seiner Heimat

Erding - Manfred Ludwig ist als Querflötist auf den Staatsbühnen zu Hause. Nun gastierte er mit einem brillanten Konzert in seiner Heimat Erding.

Ein köstliches Konzert erlebten die Zuhörer vergangenen Sonntag in der Erdinger Mädchenrealschule. Die beiden jungen Profimusiker Manfred Ludwig (Querflöte) und Jung-Jae Moon (Klavier) stellten ein kontrastreiches Programm vor, das in verschiedene Epochen führte und viel Raum für virtuose Interpretationen verschaffte.

Der Konzertabend war für Ludwig ein Heimspiel. Er ist inzwischen als Akademist beim Bayerischen Staatsorchester und als stellvertretender Soloflötist im Orchester des Gewandhauses zu Leipzig engagiert. Umso mehr freute es den Musiker, dass der Saal voll besetzt war. Unter den Gästen waren viele, die sich noch erinnern, wie Manfred Ludwig als Bub in der Kreismusikschule und als Darsteller im Schultheater des Anne-Frank-Gymnasiums mit seinem Können begeisterte.

Zu Beginn des Konzerts war der Erdinger solistisch zu hören. Mit schön singendem Ton, tänzerischer Eleganz, scheinbar schwerelos schwebend und zugleich über eine klare Struktur fest verankert, interpretierte der Querflötist eine klassische Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach. Dann folgte mit einem zeitgenössischen Stück von Kaija Saariaho ein spannendes Klangexperiment. Es stellte althergebrachte Hörgewohnheiten in Frage und lud dazu ein, sich vorurteilsfrei auf diese Musik einzulassen, die den gesamten Klangkörper der Flöte auslotete. Da wurde das Klackern der Klappen ebenso zum bewussten Gestaltungselement wie flatternde Töne. Archaisch anmutende Naturhaftigkeit und artifizielle Entrücktheit gingen hier Hand in Hand.

Im Zusammenspiel erwiesen sich Ludwig und Pianist Jung-Jae Moon als perfektes Duo, das sich mühelos auf Tempo, Rhythmus und Form verständigt. Da war viel Freiheit im Spiel. Einfach wunderbar, wie beide Instrumente in einer Sonate von Johann Sebastian Bach die mehrstimmigen Stränge aufgriffen, verflochten und zugleich unabhängig entwickelten.

Am Ende des Konzerts ließ Ludwig sich die Gelegenheit nicht nehmen, großen Dank an seine Familie sowie die Kreismusikschullehrerin Claudia Gondola de Hackel, die vor vielen Jahren mit ihrem Unterricht erste Weichen gestellt hatte, auszusprechen. Das Programm wird der Querflötist Ende März bei einem internationalen Wettbewerb im japanischen Kobe präsentieren. Pianist Jung-Jae Moon wird ihn begleiten. (vev)

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