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Gefährlich, nicht nur bei Schneefall: Die B 15 soll für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden. 

Altstadtsanierungsgebiet wird größer

Stadt nimmt das Ruder fester in die Hand

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Dorfen - Der Stadtrat hat in Folge des im Oktober beschlossenen Stadtentwicklungskonzepts das Sanierungsgebiet erheblich ausgeweitet. Für private Hauseigentümer hat das Vorteile – aber auch Einschränkungen. Die Stadt hat bei künftigen Gebäuderenovierungen ein wesentlich größeres Mitspracherecht.

Die Altstadt sowie südlich und nördlich angrenzende Innenstadtbereiche sind seit 1988 als Sanierungsgebiet festgelegt. Nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates wird der Umgriff nun wesentlich größer. Das Sanierungsgebiet wurde weiter nach Norden ausgedehnt, im Süden bis zum Bahnhofsumfeld. Die B 15 ist ab etwa dem Friedhof im Norden bis zum Bahnübergang im Süden eingeschlossen. Das Sanierungsgebiet im erweiterten Umfang umfasst jetzt etwa 44,5 Hektar Stadtfläche.

„Vordringliches Ziel der Sanierungssatzung ist es, die Altstadt von Dorfen als historisches und städtebauliches Zentrum der Stadt zu sichern und zu entwickeln. Dabei kommt der Gestaltung der öffentlichen Straßen- und Platzflächen in der Altstadt und der Ausbildung des Altstadtrandes besondere Bedeutung zu“, heißt es in der Begründung zur Satzung des Sanierungsgebiets „Historische Altstadt mit angrenzenden Innenstadtflächen und Bahnhofsareal“.

Mit der städtebaulichen Planung ist das Münchner Büro für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, „stadt-raum-planung“, beauftragt. Architektin Martina Schneider stellte im Plenum die wesentlichen Punkte der vorbereitenden Untersuchung vor. So sollen im gesamten Innenstadtbereich Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung des Einzelhandels durchgeführt werden. „Der attraktiv ausgestaltete Altstadtbereich soll durch die Stärkung der bestehenden und die Ansiedlung neuer Handelsflächen als belebter Treffpunkt der Stadt ausgebildet werden. Die ehemalige Handelslage an der Erdinger Straße ist weder für fußläufige, noch für Kunden mit dem Auto eine attraktive Einkaufsadresse. Hier müssen passende Nutzungen gefunden werden, die der kleinteiligen Innenstadtlage entsprechen. In der gesamten Innenstadt soll durch die gezielte Ansiedlung von barrierefreiem Wohnen sowie kleineren Wohnungen für Bürger mit geringerem Einkommen das Wohnungsangebot der Stadt ergänzt werden“, heißt es dazu in der Satzung.

Die Erweiterung des Sanierungsgebietes hat auch für private Hauseigentümer Vorteile, wie Bauamtsleiter Franz Wandinger erklärte. Renovierungen von Gebäuden im Sanierungsgebiet können demnach zu einem großen Teil steuerlich abgesetzt werden. Aber auch für die Stadt bring die Satzung gewaltige Vorzüge: Bei Bauanträgen im Sanierungsgebiet hat sie künftig mehr Mitspracherecht und größere Einflussmöglichkeiten. Überdies hat die Stadt auch ein generelles Vorkaufsrecht für jede Immobilie und jedes Grundstück, innerhalb des Sanierungsgebiets.

Vordringliche Maßnahme der nächsten Zeit ist die städtebauliche Einbindung der durch die Stadt führenden B15. Hier soll vor allem eine Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer erreicht werden. Dies soll vor allem durch zusätzliche Querungshilfen und der Umgestaltung von Straßenrändern geschehen.

Priorität hat auch der im Zuge des Bahnausbaus neuralgische B 15-Bahnübergang. Nach bisherigen Planungen der Bahn soll dort eine Straßenbrücke errichtet werden. Damit droht die Situation, dass die Brücke höher wird, als die in die B 15 mündende Bahnhofstraße. Der Verkehr könnte dann nur noch über die Zufahrtsstraße zu den Supermärkten an der Galgenweise zum Bahnhof. Mit der Ausweitung des Sanierungsgebiets auf einen etwas mehr als einen Kilometer langen Streifen entlang der Gleise glaubt die Stadt, Einfluss auf die Planungen der Bahn nehmen zu können. Planerin Schneider hat dem Stadtrat geraten, nicht zu warten, bis die Bahn einen Planfeststellungsbeschluss vorlege. „Arbeiten sie jetzt mit der Bahn zusammen“, sagte die Architektin.

„Wir müssen einen Plan B in der Schublade haben“ falls sich die Tieferlegung der Gleise nicht durchsetzen lasse, sagte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Ungeachtet dessen will die Stadt nach den Worten Grundners weiterhin auf eine Tieferlegung der Gleise drängen, die ein Brückenbauwerk überflüssig machen würde.

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