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Siegerin Julia Gajer feiert ihren Triumph mit einem kräftigen Schluck.

19. Stadttriathlon Erding: Entscheidung auf den letzten Metern

Erding - Spannung pur beim 19. Stadttriathlon: Bis kurz vor Schluss wagte noch niemand, eine Prognose abzugeben. Doch am Ende strahlten zwei bekannte Gesichter mit der Sonne um die Wette: Michael Göhner und Julia Gajer.

Es ist ganz eng an der Spitze. Nicht einmal fünf Meter sind es, die Julia Gajer an der Wendemarke Vorsprung vor ihrer ärgsten Verfolgerin Daniela Sämmler hat. Meter für Meter beißt sich Gajer durch. Am Ende steht sie mit Michael Göhner ganz oben auf dem Stockerl. Sie haben die Damen- und Herren-Konkurrenz in der Olympischen Distanz nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewonnen.

Vorausgegangen war ein zweistündiger Kampf im Wasser, auf dem Rad und auf den Sohlen. Im Ziel war es dann eine Erdinger Alkoholfrei-Party, denn alle Stockerlplätze gingen an Athleten dieses Teams. Gajer, die im Vorjahr noch als Julia Wagner den Sieg holen konnte, zwischenzeitlich geheiratet hat, und Sämmler waren schon gemeinsam aus dem 19,9 Grad frischen Kronthaler Weiher gekommen. Am Vormittag war der Himmel noch von Wolken verdeckt, erst im Laufe des Wettkampfs kam die Sonne zum Vorschein.

Bilder vom 19. Stadttriathlon Erding

Bilder vom 19. Stadttriathlon Erding

„Die Temperaturen haben gut gepasst. Es war weder zu kalt noch zu heiß“, sagte Seriensieger Göhner im Ziel. Er feierte in Erding seinen fünften Triumph. Führender wird disqualifiziert Als Siebter war er nach 1500 Metern im Weiher ans Ufer gekommen, schwang sich aufs Rad und trat in die Pedale, um seinen Rückstand auf Jan Sibbersen aufzuholen. Schnell heftete er sich an dessen Fersen und stieß auch auf einen alten Bekannten: Andreas Dreitz. Sibbersen traf es bitter. Auf der Straße von Eitting nach Berglern verschaffte er sich einen zu großen Vorteil. Gleich zweimal kam er von der Straße ab, um die Kurve mit maximaler Geschwindigkeit zu nehmen. Die sofortige Konsequenz der Kampfrichter: Rote Karte und Ausschluss.

Dreitz und Göhner holten Sibbersen ohnehin schnell ein und führten das Feld schon sehr bald nach dem Schwimmen an. Sie fuhren von Berglern über das Holzland, Inning und Reichenkirchen zurück an den Kronthaler Weiher. „Der Kurs war einfach traumhaft, die Landschaft wunderschön“, freute sich Göhner über die fast 47 Kilometer lange Strecke. Für ihn ist es mittlerweile der fünfte Titel in der Herzogstadt. „Außerdem gab es äußerst wenig Verkehr, die Strecke war fast immer frei“, pflichteten ihm seine Teamkollegen bei.

So wie Göhner und Dreitz liefen auch Gajer und Sämmler die ersten Kilometer: zusammen. Die beiden Trisportlerinnen schenkten sich keinen Meter Asphalt. Erst kurz vor Schluss setzte sich Gajer ab. Bei der Wendemarke auf Höhe des Erdinger Weißbräu lagen sie noch fast gleichauf und ließen sich von den Fans nach vorne peitschen: „Ich habe jeden Meter genossen, es war einfach schön“, freute sich Gajer nach dem ersten Schluck Alkoholfrei aus dem Drei-Liter-Humpen. Entscheidung erst im Laufen Nach dem Schwimmen lag sie noch eine Sekunde vor Sämmler, nach dem Radfahren waren es fünf.

Mit 2:13,16 Stunden war sie am Ende dann 55 Sekunden schneller als ihre schärfste Verfolgerin. Ein grandioses Comeback nach ihrer Babypause feierte Wenke Kujala. Sie landete nach 2:21,56 Stunden auf Rang drei, 31 Sekunden später folgte Nicole Leder. Für ihren Gatten Lothar reichte es bei den Männern am Ende nur zu Platz 14. Mit einem kleinen Schaumbart ließ sich dann auch Göhner feiern.

Bei der ersten Wendemarke lag er mit Dreitz noch gleichauf, bei der zweiten 180-Grad-Drehung hatte er sich schon abgesetzt. Die letzten Meter dürften dann vergleichsweise leicht gewesen sein. Sohn Max und Tochter Katharina erwarteten ihren Papa, der vor wenigen Tagen seinen 32. Geburtstag feierte, auf der Ziellinie. 1:58,51 Stunden brauchte Göhner für 1,5 Kilometer schwimmen, 46,5 Kilometer radfahren und zehn Kilometer laufen. Dreitz benötigte nur 18 Sekunden mehr.

Gemeinsam empfingen sie dann auch einen weiteren Teamkollegen: Niclas Bock überquerte nach 2:03,01 Stunden die Ziellinie. Doch es waren nicht nur Profis, die sich gestern durch Erding mühten. Rund 650 Sportler gaben ihr Bestes beim Volkstriathlon. Auch um den Nachwuchs muss man sich keine Sorgen machen, über 200 Jugendliche gingen an den Start. Insgesamt waren es so viele Starter (1547) wie noch nie. Florian Fink (hapa Triathlon Team) setzte sich beim Volkstriathlon durch.

Er absolvierte den knappen Kilometer im Wasser, die 20 Kilometer auf dem Rad und die fünf Kilometer zu Fuß in 51:24 Minuten. Bei den Frauen sicherte sich Miriam Steffens (ARGI + Tri Team Schongau) in 58:58 Minuten den ersten Platz. Für das gesundheitliche Wohl waren rund um das Wasser und an den Straßen 104 ehrenamtliche Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Einsatz. 43 davon betreuten die Sportler am Weiher. Insgesamt musste das BRK aber nur 14 Mal Hilfe leisten.

Acht Einsätze waren es direkt am Weiher. Krämpfe und Unterkühlungen waren die häufigsten Ursachen. In 27 Fällen musste das Kampfgericht die Rote Karte zücken. Überwiegend waren die Vergehen auf den Straßen die Ursache, wie Bodo Urban von der Polizeiinsprektion Erding berichtete. Das häufigste Delikt war dabei das Abkürzen oder Schneiden von Kurven. Insgesamt seien die Sportler aber sehr diszipliniert unterwegs gewesen. „Nur sieben Mal wurde gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen. In den verganenen Jahren waren es 43 und 50 Fälle“, sagte Urban.

So sah es auch Winfried Kretschmer vom Veranstalter Trisport Erding: „Wir sind sehr zufrieden.“ Nach dem Rennen konnten sich die Athleten mit Obst und Kuchen stärken und den anstrengenden Tag ausklingen lassen. Internet Alle Ergebnisse der Distanzen und Altersklassen gibt es auf www.stadttriathlon-erding.de

Alexander Kaindl

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