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Eine Großbaustelle mitten in der Stadt Erding: Seit Frühsommer vorigen Jahres wird das Stadtwehr, das Sempt und Fehlbach trennt, saniert. Die Anlage des Freistaates Bayern spielt eine wichtige Rolle beim Hochwasserschutz für Erding. 

Stadtwehr 

Sanierung verzögert sich bis November

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Eigentlich hätte das sanierte Stadtwehr in der Sempt schon wieder in Betrieb sein sollen. Doch die Baustelle verzögert sich. Mitte/Ende November soll es so weit sein. Bis dahin bleibt der Fluss-Pegel abgesenkt.

Erding – Das vor wenigen Jahren von der Stadt an den Freistaat übergebene Stadtwehr wird seit dem Frühsommer 2016 saniert. Die Baustelle zwischen dem Stadtkern und dem Park begann mit einem Paukenschlag: Die Sempt wurde im Juni viel zu stark abgelassen, ein dramatisches Fischsterben war die Folge.

Danach kehrte zumindest politisch Ruhe ein an der Stelle, die den Fehlbach von der Sempt trennt. Laut blieb es für die Anwohner, denn das Wasserwirtschaftsamt München unterzog das Bauwerk für den Hochwasserschutz einer Generalsanierung. Die betraf den Beton, die tonnenschweren Wehrklappen und den Unterwasserbereich. Zu Beginn musste ein Bypass gelegt werden, um dem Fehlbach immer ausreichend Wasser zuzuleiten.

Zwei Millionen Euro für Flutschutz

An sich hätte das Zwei-Millionen-Projekt im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts im September fertig sein sollen. Doch es kommt zu Verzögerungen. Über die informierte Stadtbaumeister Sebastian Henrich den Stadtrat. „Es gibt noch einige Restarbeiten, unter anderem bei der Montage sowie beim Rückbau im Unterwasser.“ Weiter teilte Henrich mit, dass der Bypass doch dauerhaft bleibe.

Am 22. November wollen die Wasserbauer laut Stadtbaumeister fertig sein. Das heißt, auch die Wiederherstellung der Grünanlagen rund um die Baustelle verzögert sich. Es ist gut möglich, dass das erst im Frühjahr 2018 erfolgen kann. Auch die Wehrbrücke ist erst ab November wieder für Fußgänger passierbar.

Diese Angaben kann Marianne Glanzer vom Wasserwirtschaftsamt bestätigen. „Voraussichtlich Mitte November ist es so weit. Dann soll das Wehr fertig sein und seinen vollen Betrieb aufnehmen können.“ Glanzer betont, dass das Wehr „von zentraler Bedeutung für den Hochwasserschutz ist“.

Die Sanierung war überfällig: Beim Hochwasser 2013 erfüllte das Stadtwehr zwar seine Funktion, doch die Lage war grenzwertig. Die gesamte Elektrotechnik war funktionsfähig, aber antiquiert, ohne Notstromversorgung und Notfallmeldung. „Die Anlage entsprach nicht mehr dem Stand der Technik, die Betriebssicherheit war insbesondere bei Stromausfall nicht gewährleistet“, heißt es vom Amt.

Auch Klappen und Beton wiesen schwere Mängel auf. Die Stahltore wurden erneuert, der Beton saniert. Der Bereich unterhalb des Wehr s im Fehlbach wurde ebenfalls erneuert. Neu ist eine Reihe wasserbrechender Quader am Auslass.

Im Zuge dieser Baustelle wurde der Fehlbach bis zur Anton-Bruckner-Straße dezent renaturiert. Es wurden Steine und Stämme eingebracht, um die Störung zu stören. Davon soll nicht zuletzt die Tierwelt am Bach profitieren.

Nach Angaben der Behörde dient die Anlage als Hochwasserentlastung für das gesamte nördliche Stadtgebiet. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser wird im Bereich des Stadtwehres eine Abflussmenge von rund 120 bis 130 Kubikmeter pro Sekunde erwartet. Das Wehr ist auf die doppelte Abflussmenge bemessen. Im Extremfall können 650 Liter pro Sekunde in den Fehlbach geleitet werden.

Alte Technik bleibtals Ausstellungsstück

Bereits zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde eine erste Wehranlage in Erding errichtet und fällt damit geschichtlich in die Epoche der Befestigung der Stadt Erding.

Nach der Zerstörung durch Hochwasser wurde das Stadtwehr im Jahre 1940 neu errichtet und fünf Jahre später durch Bombenangriffe wieder stark beschädigt, sodass bereits da erste Ausbesserungsarbeiten von Nöten waren. Die letzte Sanierung erfolgte vor über 20 Jahren, als das Erdinger Stadtwehr noch Eigentum der Stadt Erding war. 2011 übernahm es der Freistaat Bayern.

Ganz wird die alte Technik nicht verschwinden: Ein alter und ausgedienter Klappen-Antrieb wird derzeit überarbeitet und erhält einen neuen Platz als Ausstellungsstück beim Wehrtürmchen.

Von Hans Moritz
und Peter Bauersachs

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