Stadtwerke wollen Funkmast auf Schuldach

Beim Aufbau schneller Internetverbindungen setzen die Stadtwerke Dorfen auch Funktechnik. Schwindkirchen soll eine Breitbandverbindung mittels Richtfunk erhalten.

Breitbandausbau

Stadtwerke wollen Funkmast auf Schuldach

Beim Aufbau schneller Internetverbindungen setzen die Stadtwerke Dorfen auch Funktechnik. Schwindkirchen soll eine Breitbandverbindung mittels Richtfunk erhalten.

von Anton Renner

Dorfen – Die Stadtwerke Dorfen haben einen Antrag auf Errichtung einer Richtfunkanlage auf dem Schulzentrum an der Josef-Martin-Bauer-Straße gestellt. Im Vorfeld einer Entscheidung des Bauausschusses des Stadtrates ist es bereits zu Diskussionen darüber gekommen. Eltern befürchten offenbar gesundheitliche Risiken für die Schulkinder.

Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Figl verneint dies und untermauert dies mit einer Studie des EM-Instituts aus Regensburg, die im Auftrag der Breitband-Initiative Bayern und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie erstellt wurde. Der Studie nach gehen keinerlei gesundheitliche Gefährdungen von funkbasierten Breitbanddiensten aus. „Richtfunk arbeitet nach dem Prinzip von Kimme und Korn und streut nicht, wie es zwangsläufig die Handymasten tun. Bei Richtfunk würden Belastungen auftreten, wenn man sich in dem Strahl befindet“, so Stadtwerkechef Figl. Da die Antenne aber über Körperhöhe angebracht würde, könne sich niemand in dem Strahl aufhalten. Figl: „Wer nein zu Richtfunk sagt, müsste schon lange alle Handymasten verbieten und dürfte kein WLAN einrichten und betreiben. Unser Richtfunk hat deutlich geringere Belastungen als die vorgenannten weitverbreiteten Mobilfunktechniken.“

Die Breitbandversorgung Schwindkirchens mittels Richtfunk sei auch nur für wenige Jahre geplant, so Figl. Die Stadtwerke hätten von den Ortsteilen im Osten „aus uns nicht erklärlichen Gründen“ einen Kabelverzweiger der Telekom bekommen. Das bedeute, Schwindkirchen sei beim schnellen Internet geteilt zwischen Telekom und den Stadtwerken.

Kein Verständnis hat Figl für Behauptungen, dass weder Stadt noch Schulleitung über Überlegungen informiert waren, dass die Stadtwerke eventuell mit Richtfunk auf dem Schuldach der Dorfener Zentralschule arbeiten wollen. Bereits Ende des Sommers habe mit Vertretern der Stadt eine gemeinsame Begehung auf dem Dach stattgefunden. Damit sei „indirekt“ auch Bürgermeister Heinz Grundner informiert gewesen. „Natürlich sind wir auch an die Schulleitungen herangetreten.“

Der Stadtwerkechef ist sogar „stolz“ darauf, mit der Richtfunk-Technik eine vorübergehende Breitbandanbindung Schwindkirchens zustande zu bringen. Schließlich würden sich „die Kommunen heute alle brüsten, wenn öffentliches WLAN eingerichtet ist“. Dies werde weltweit gefordert und gefördert und sei gesundheitlich unbedenklich, weil die Grenzwerte weit unterschritten würden. Die Anbringung einer etwa drei Meter hohen Antenne auf dem Schuldach sei ein minimaler baulicher Eingriff und diene der digitalen Daseinsvorsorge – „also eine positive Geschichte“, so Figl.

Über den Antrag der Stadtwerke wollte der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates an diesem Mittwoch entscheiden. Die Sitzung wurde gestern von der Verwaltung mit der Begründung „Terminüberschneidung“ auf 16. Dezember verschoben.

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