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Start in die Eissaison: Von Apfel bis Zimt

Dorfen/Taufkirchen - Endlich ist Frühling. Die Sonne scheint, die Eiszeit ist ausgebrochen. Chilli, Lakritz, Spinat: In den Eisdielen der Großstädte findet man immer häufiger verrückte Speiseeis-Sorten. Aber wie schaut es in den Eistheken im östlichen Landkreis aus?

Ob im Becher, für den etwas längeren Genuss, oder in der knusprigen Waffel, für die schnelle Erfrischung zwischendurch: In Dorfen und Taufkirchen mögen es die Menschen eher traditionell. Hier gehen am Häufigsten immer noch die Klassiker Erdbeere, Schokolade und Vanille über die Theke.

Im Café Oggi im Zentrum von Dorfen wird schon seit 18 Jahren Eis verkauft, und alle Sorten sind selbst gemacht. Bei den Bürgern der Stadt sei neben den Klassikern die Sorte Joghurt sehr beliebt, sagt Chefin Sonja Jarosch. Eis gibt es im Oggi das ganze Jahr über, aber auch „Specials“: im Winter Sorten wie Zimt oder Glühwein, zur Starkbierzeit ein Weißbier-Eis, oder für laue Sommernächte ein Hugo-Eis. Alles traditionelle Familienrezepte, die sie mit pfiffigen Ideen weiter verfeinert, erzählt Jarosch, frei nach dem Motto: „Einfach ausprobieren.“ Ideen für den Sommer 2015 hat sie auch schon. Ihr schweben Geschmacksrichtungen wie Apfel, Birne, Creme Brulee oder Milchreis vor.

Stammkundin Michaela Brückner erzählt, dass ihre Lieblingssorten Stracciatella und Malaga sind. „Aber immer nur im Becher“, weil sie schließlich „eine Genießerin“ sei. „Wenn der Sommer seinem Namen gerecht wird, komme ich auf mindestens einen Becher pro Woche“, erzählt sie. Sie habe eine Zeitlang in den USA gelebt. Dort gebe es in den Eisdielen teilweise 30 verschiedene Sorten. „Das Verrückteste, was ich dort jemals gegessen habe, war Marshmallow-Eis“, erzählt sie lachend. „Die Konsistenz war irgendwie komisch, aber es war dennoch ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.“ Eher der traditionelle Eisesser ist Helmut Lachner, der am Nebentisch sitzt. „Nix Verrücktes“, sagt er. Seine Lieblingssorten sind Hasel- und Walnuss. „Die Mischung macht’s“, meint dagegen Irene Freymann. „Ein Kugel Schoko und eine Kugel Mango“, so mag sie es am Liebsten.

Ein ganz besonderes Schmankerl bietet das Dorfener Eiscafé Venezia an: Weiße Schokolade mit Pistazien, kreiert von der Chefin persönlich. Claudia Sallmannshofer betreibt das kleine Café seit sechs Jahren, und auch bei ihr kann man zu jeder Jahreszeit das selbst gemachte Eis genießen. Eine besondere Empfehlung ist ihr Eisbecher mit Vanilleeis und Kürbiskernöl. Was sie für diesen Sommer noch Besonderes geplant hat, das will sie nicht preis geben. „Das ist noch ein Geheimnis“, sagt Sallmannshofer. Aber wenn man neue Eisvariationen ausprobiere, müsse man besonders auf die Kunden eingehen und sich nach deren Geschmack richten.

Das weiß auch Alex Schubert, Besitzer des Café Centro in Taufkirchen. Er hat sich in verschiedenen Kursen das Wissen und Können eines echten italienischen Eismachers angeeignet. Er stellt seit sieben Jahren feinstes Eis nach eigenen Rezeptideen her; Saison hat er von März bis Ende Oktober. Auch in Taufkirchen „sind die Kassenschlager die bewährten Sorten“, weiß Schubert, dennoch ist er experimentierfreudig. Ganz frisch in der Theke: Cheesecake-Himbeer.

Südländischen Einfluss spürt man im GelatOK im Dorfener Marienhof. Das Team um Carlos Lopes ist portugiesisch, die Eisrezepte sind italienisch - allerdings mit Verfeinerungen auf portugiesische Art - und natürlich ist auch hier alles selbst gemacht. Besonders stolz ist Lopes, der sich mit den „größten Kugeln von ganz Dorfen“ brüstet, auf seine Sommersorte Yogurette-Brasilian Summer - mit Zitronen- und weißer Schokoladenglasur - kreiert nach einem brasilianischen Rezept. Beliebt seien auch Sorten wie Hanuta, Snickers, oder das Dorfen-Eis zur Volksfestzeit: Cremevanille, Waldfrucht, mit Schokoglasur. Lopes entwickelt jeden Monat zwei neue Geschmacksrichtungen, aber dennoch gilt auch bei ihm in der Eisdiele: „Die Klassiker gehen am Besten.“

Johanna Schumertl

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