3. Startbahn kostet 1,2 Milliarden

München – Staatsregierung und Flughafen München GmbH kalkulieren mit Gesamtkosten von 1,2 Milliarden Euro für den Bau der dritten Startbahn.

Die Mehrkosten – bisher kursierten Schätzungen von rund einer Milliarde – resultierten aus den Auflagen der Behörden, sagte Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) unserer Zeitung.

„Im Licht des Planfeststellungsbeschlusses“ rechne die Geschäftsführung des Flughafen-Betreibers FMG mit 1,2 Milliarden Euro. „Das beinhaltet den Bau und alle Maßnahmen im Umland, um die Folgen für die Bevölkerung abzufedern.“ Fahrenschon stellte klar, dass die FMG, die dem Bund, dem Freistaat und der Stadt München gehört, das Geld komplett aus eigener Kraft aufbringen müsse. „Erste Gespräche mit den Banken haben ergeben, dass die Finanzierung kein Problem wäre.“ Fahrenschon warb für den Ausbau: „Nur zwei Startbahnen zu haben, wirkt für den Flughafen wie ein Flaschenhals – den müssen wir beseitigen.“

Die Bagger sollen aber erst mittelfristig anrücken. „Bevor nicht der Sofortvollzug gerichtlich bestätigt ist, wird es keinen Baubeginn geben“, sagte Fahrenschon. Das sei „auch für den Dialog mit den Menschen vor Ort sehr wichtig“.

Gestern begann die einmonatige Klagefrist gegen den Sofortvollzug der Baugenehmigung. Der Bund Naturschutz und eine Reihe von Kommunen, darunter Freising und Berglern, haben eine Klage angekündigt. „Der Kampf gegen die 3. Startbahn geht jetzt in die entscheidende Phase“, sagte BN-Chef Hubert Weiger. Die Umweltschützer wollen ihre Klage vor allem mit dem Klimaschutz begründen. Klimaschutz sei nach der neuen Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofes einklagbar. Wenn man alle Flüge einrechne, erzeuge der Betrieb des Flughafens zehn Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes von ganz Bayern, sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Magerl.

Christian Ude, SPD-Kandidat zur Landtagswahl, bekräftigte, sich nur zu bewerben, wenn die SPD voll hinter dem Ausbau stehe. „Es ist meine Überzeugung.“ Seine Meinung zu ändern, „diese Doppelzüngigkeit beherrsche ich nicht“. Einem Volksentscheid würde er sich aber beugen.

cd/dw

Rubriklistenbild: © dpa

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