Flüchtlinge in Hofstarring

Bürger fordern gerechtere Verteilung

Im Steinkirchener Ortsteil Hofstarring sind viele Bürger beunruhigt: Sie registrieren, dass in dem vergleichsweise kleinen Ortsteil 17 Flüchtlinge untergebracht sind und halten das für nicht angemessen.

Hofstarring – 18 Hofstarringer haben sich deshalb im Rahmen der Bürgerversammlung (wir berichteten) an die Gemeindeverwaltung gewandt und verlangt, dass die Flüchtlinge gerechter über das Gemeindegebiet verteilt werden.

Bürgermeisterin Ursula Eibl hatte das Schreiben in der Bürgerversammlung verlesen. Darin wird unter anderem argumentiert, dass sich die Menschen, wenn sie in kleineren Einheiten untergebracht werden, auch besser integrieren ließen. Die Rathauschefin überließ die Antwort aber Landrat Martin Bayerstorfer. Diesem habe sie den Antrag zugeleitet, wissend, dass er erstens zuständig sei und zweitens zur Bürgerversammlung kommen werde, sagte sie.

Der Landkreischef aber ließ sich viel Zeit und war erst auf konkrete Nachfrage zu einer Stellungnahme zu dem Antrag zu bewegen. Zunächst führte er aus, dass es im Landkreis Erding noch ganz andere Zahlenverhältnisse zwischen Bevölkerung und Flüchtlingen gebe. Sodann machte Bayerstorfer deutlich, dass es nicht zuletzt dank der Arbeit des Helferkreises in der Hofstarringer Unterkunft zu keinerlei Problemen gekommen sei. Und dann kam erst die Zusage, dass die Zahl der dort untergebrachten Menschen tatsächlich leicht sinken könnte.

Die Forderung nach einer anderen Verteilung über das Gemeindegebiet konnte der Landrat natürlich nicht erfüllen: „Mach‘ ich morgen“, sagte er. „Aber dann brauche ich die entsprechenden Gebäude.“ Dass es genau die nicht gibt war allgemein bekannt.

Bayerstorfer wiederholte seinen Standardsatz, dass er nehmen müsse, was ihm angeboten werde, und dass er sehr froh sei, dass er bisher keiner Gemeinde gegen deren Widerstand eine Zahl von Flüchtlingen gewissermaßen habe aufs Auge drücken müssen. „Ich verstehe ja, dass das eine Riesenbelastung ist“, sagte er direkt an die Beschwerdeführer gewandt.

Er war sehr gut vorbereitet, hatte sich die aktuellen Entwicklungen geben lassen und konnte berichten, dass es aktuell einige Wechsel gebe, etwa von der Unterkunft in Arndorf nach Hofstarring, wo wiederum etliche ausziehen. Beruhigen konnte er damit aber bestenfalls bedingt, denn die neu einziehenden muslimischen Männer seien dann in einem Haus mit nur noch einer einzigen Frau, noch dazu einer Christin. Das weckte nun wiederum ganz andere Befürchtungen, die auch der Landrat nicht vom Tisch wischen konnte. Und so rang er sich zu der Zusage durch, sich das ganze noch einmal anzuschauen. Es sei denkbar, dass in Hofstarring wieder mehr Familien mit Kindern einziehen könnten, deutete er an, vermied aber in der Bürgerversammlung jede konkrete Festlegung.

Die Stimmung war aufgeheizt, das war spürbar. Von „fehlender Privatsphäre“ war die Rede und anderem mehr. Andererseits gab es aber auch Hofstarringer Bürger, die in ihren Debattenbeiträgen mäßigend wirken wollten. Ob es dem Landrat, dem Helferkreis, und den Bürgern gelungen ist, die Wogen zu glätten, muss sich erst noch herausstellen. Der Kreischef musste spät am Abend fürs Erste passen: „Mir fällt nichts mehr ein.“

Klaus Kuhn

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