Bauvorhaben in Kögning

Diskussion um „Freizeitpark“

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Steinkirchen – Da wurden bei so manchem Steinkirchener Gemeinderat die Augen groß, als er in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Vorbescheid eines Bauantrags aus Kögning auf dem Tisch liegen hatte.

Der Eigentümer des betroffenen Grundstücks möchte auf einer rund 3000 Quadratmeter großen Fläche ein Biotop mit naturnahem Teich und einheimischen Gehölzen errichten. Der Teich soll ein Volumen von 229 Kubikmetern haben. Das Ganze soll dem Hochwasserschutz dienen, heißt es in dem Antrag. Denn wenn der nahe gelegene Stephansbrünnlbach mal arg belastet ist, „dann ist wirklich alles unter Wasser“, sagte Steinkirchens Bürgermeisterin Ursula Eibl im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Darüber hinaus möchte der Antragssteller sein 19 x 12 Meter messendes Wohnhaus zur Straße hin verlegen. Das Stallgebäude soll dagegen stehen bleiben, die Garagen sollen später wegkommen. Der bereits recht detaillierte Plan sorgte nicht bei jedem Steinkirchener Gemeinderat für schiere Begeisterung.

Johann Ertl etwa sprach in der anschließenden Diskussion beispielsweise von einem „Freizeitpark“. Walter Heilmaier und Dieter Brenninger waren sich einig und stimmten letztlich gegen den Vorbescheid, der jetzt erst einmal vom Landratsamt in Erding beurteilt werden muss. Anschließend wird der Plan dann wieder dem Steinkirchener Gemeinderatsgremium zur Abstimmung vorgelegt.

„Mir sind die Dimensionen zu groß“, sagte Heilmaier. Bürgermeisterin Eibl sprach sich dagegen für den Plan aus: „Man fordert immer, dass man auch im Außenbereich was tun darf. Aber wenn jetzt schon der Gemeinderat dagegen ist, weiß ich nicht, wie es das Landratsamt sieht.“

Dass die Behörde den Plan vielleicht sogar schon in Augenschein genommen hat, vermutete Peter Empl. Claudia Vielberger sah es ähnlich. Schließlich sei der Plan schon recht detailliert. „Der war bestimmt teuer“, meinte die Gemeinderätin.

Vize-Bürgermeister Johann Schweiger schlug vor, man solle darauf hinweisen, dass sich die Umstrukturierung ins Ortsbild eingliedern solle. Inwiefern denn dieses gefährdet sei, wollte Manfred Schwaiger dazu wissen. „Das ist eine mords Wasserfläche“, antwortete ihm Schweiger.

Eibl meinte abschließend, dass es keine Nachbarn gebe, die von den baulichen Änderungen auf dem Grundstück beeinträchtig würden. Bis auf die beiden Gegenstimmen segnete das Gremium den Vorbescheid ab. Nun heißt es warten auf das Landratsamt. 

Markus Schwarzkugler

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