Kirchenpfleger Ludwig Groll hat die Kreuzwegtafeln installiert. Er pflegt die Anlage seit 14 Jahren.
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Kirchenpfleger Ludwig Groll hat die Kreuzwegtafeln installiert. Er pflegt die Anlage seit 14 Jahren.

Bründlkapelle und Kreuzweg bei Hofstarring

Ein Ort der Besinnung an versiegter Quelle

  • vonGerda Gebel
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Seit mittlerweile 14 Jahren kümmert sich Kirchenpfleger Ludwig Groll um die Bründlkapelle und den Kreuzweg in Hofstarring.

Hofstarring – Ein ganz besonderes Flair umgibt das Starringer Bründl mit seiner Kapelle, die auf einer Waldlichtung bei Hofstarring steht. Seit Jahrhunderten wird die zugehörige Heilquelle von Wanderern und Pilgern gerne besucht. Außergewöhnlich ist dazu die Kombination mit dem schön gestalteten Kreuzweg, die man selten bei Bründlkapellen findet.

Für die Pflege und Sauberkeit der gesamten Anlage sorgt seit 14 Jahren Kirchenpfleger Ludwig Groll. Rechtzeitig zu Karfreitag hat der 61-jährige die metallenen Kreuzwegtafeln mit ihren Holzrahmen wieder an ihren Säulen angebracht. Über den Winter lagern die Tafeln in der Kapelle, erst zu Ostern kommen sie wieder ans Licht, wie Groll berichtet.

Ein Kleinod, das 1707 errichtet wurde: Die Bründlkapelle, deren Altar das Maria-Hilf-Bild und weitere Heiligenbilder ziert.

Für ihn ist die Pflege der Kapelle ein Hobby, denn „wenn man es gern tut, ist es keine Arbeit“, sagt Groll, der hauptberuflich bei Himolla in Taufkirchen beschäftigt ist. Ohnehin kommt er fast jeden Tag vorbei, liegt das Bründl doch auf seiner Joggingroute.

Erbaut wurde die Waldkapelle 1707 vom Hofstarringer Hofmarksherrn von Fraunhofen, der sich die Kosten dafür mit dem Wirt teilte. Von der Filialkirche in Grucking erhandelte sich 1767 der Steinkirchener Pfarrer Ägidius Deutinger einen Altar für zwei Gulden. Der auf Blechtafeln gemalte Kreuzweg wurde 1849 eingeweiht, an den Feierlichkeiten und der Prozession sollen damals 5000 Gläubige teilgenommen haben.

Der kleinen Quelle wurde eine heilende Wirkung bei Augenleiden zugeschrieben, und so wuschen sich viele Besucher damit die Augen aus oder tranken sogar das Wasser. „Leider ist die Quelle seit zwei Jahren versiegt“, bedauert Kirchenpfleger Groll, doch er gibt die Hoffnung nicht auf, dass das Heilwasser irgendwann wieder fließt. Der Metallschöpfer hängt auf jeden Fall noch an der Betonwand des Wasserbeckens.

Von Ostern bis Ende Oktober steht die Bründlkapelle jeden Sonn- und Feiertag für Besucher offen. „Wir haben einen gut funktionierenden Aufsperrdienst, der Schlüssel für die Kapelle wird jeden Monat weitergegeben“, versichert Ludwig Groll schmunzelnd. Im Inneren der Kapelle finden etwa 16 Gläubige auf den Bänken Platz. Über dem Altar hängt ein schönes Maria-Hilf-Bild, ebenso Bilder des Hl. Antonius von Padua und des Hl. Johannes von Nepomuk. Votivbilder, Rosenkränze und Kerzen schmücken die Wände, dazu findet man zahlreiche Sterbebilder. „Immer wieder bringen Besucher neue Sterbebilder, die werden dann in einem kleinen Ordner einsortiert“, berichtet der Kirchenpfleger.

Waren früher noch häufig Bittgänge der Frauengemeinschaft oder der Kriegervereine üblich, so kommen in Coronazeiten die Besucher eher allein. „Im vorigen Jahr hat das Starringer Bründl einen enormen Zulauf bekommen“, erzählt Groll und freut sich, dass seit Corona fast kein Fluglärm mehr die beschauliche Stimmung stört. „Jetzt höre ich nur die Vögel pfeifen, wenn ich hier beim Arbeiten bin“, erzählt der Hofstarringer. Auf ihn übt der Ort am Bründl eine beinahe magische Anziehungskraft aus, denn die wohltuende Stimmung überträgt sich auch auf den Besucher, meint Groll.

Zu normalen Zeiten fänden hier hin und wieder Gottesdienste statt, auch für Hochzeiten oder eine Feier zur Goldenen Hochzeit wurde die Kapelle schon genutzt, berichtet der Kirchenpfleger. Zu einem österlichen Spaziergang laden schöne Wanderwege und einige Ruhebänke ein, auf denen der Besucher die besondere Stimmung dieses Kraftortes genießen kann.

Gerda und Peter Gebel

Wegbeschreibung:

In der Ortsmitte von Hofstarring, beim Gasthaus Groll, geht die Straße Richtung Nödlreuth/Bründl. Hinter dem Gasthaus kann man parken und Richtung Wald gehen. Die asphaltierte Straße endet nach 600 Metern, weiter geht es auf einem Feld- und Waldweg bis zur Kapelle (ausgeschildert). Von Hofstarring sind es etwa 1,3 Kilometer.

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