Planung in Riemading

Erst Kiesgrube, dann Deponie

Im Steinkirchener Ortsteil Riemading soll eine große Kiesgrube neu erschlossen werden. Nach erfolgter Ausbeutung soll sie abschnittweise auch als Deponie genutzt werden. An solchen Einrichtungen besteht großer Mangel

Steinkirchen Wie berichtet soll die Kiesgrube in Riemading erschlossen, ausgebeutet, als Deponie genutzt, verfüllt und dann rekultiviert werden. Ziel ist, wie Planer Simon Wankner in einer Sondersitzung des Gemeinderats erläuterte, die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Nutzung nach dem Ende der Rekultivierungsphase – wenn alle betrieblichen Anlagen zurückgebaut sind.

Zentrale Frage bei solchen Deponien ist immer, was für ein Material dort eingebracht werden darf. Hierzu meinte Wankner: „Das wird DK-0-Material sein.“ Zur Erklärung: „DK“ steht für „Deponieklasse“, die Null bedeutet, dass es nur „gering belastetes“ Material sein darf – und zwar mineralische Abfälle. Das kann beispielsweise Bauschutt sein, aber auch unbelasteter Bodenaushub.

Laut Deponieverordnung ist eine „geologische Barriere“ von mindestens einem Meter Stärke erforderlich. Das dient dem Schutz des Grundwassers, und genau das ist in Riemading ein Thema. Wankner hatte deutlich gemacht, dass das Grundwasser hoch anstehe. Obendrein ist unterhalb des Planungsgebiets ein Teich, der auf Wunsch des Gemeinderats besonders berücksichtigt werden soll. Wankner bezeichnete die Anlage einer solchen Deponie als unverzichtbar: „Es gibt einen totalen Mangel an Deponieraum“, sagte er. Das deckt sich mit einer Studie, die das Bayerische Landesamt für Umwelt (LFU) vor einigen Jahren schon in Auftrag gegeben hat und aus der hervorgeht, dass es im Kreis Erding mit gerade mal einer einzigen Deponie dieser Klasse eine massive Unterversorgung gibt. Diese wird noch verschärft dadurch, dass es in den Nachbarlandkreisen Freising, Landshut, Mühldorf, Ebersberg und München gar keine gibt. Die Daten sind von Ende 2013, neuere sind noch nicht verfügbar.

Folge ist ein Mülltourismus erheblichen Ausmaßes: Der Studie zufolge wird Material auch der Deponieklasse 0 bis nach Mittelfranken gekarrt. Bayernweit rechnet die Studie mit einem Jahresbedarf von 2,33 Millionen Kubikmetern. Die Studie wird deutlich: „Zum Ende des Prognosezeitraums (2025; Anm. d. Red.) wird das genehmigte Restvolumen aufgebraucht sein, so dass Handlungsbedarf bezüglich kommunaler Zusammenarbeit oder aber zur Schaffung von neuem Deponievolumen der Klasse 0 besteht. Insbesondere ist dabei zu berücksichtigen, dass in Oberbayern viele Gebietskörperschaften über keine Deponie der Klasse 0 verfügen.“

Die Firma Forster wird, was die Deponiesicherheit angeht, von Klaus Köppe beraten, der die geologischen Verhältnisse untersucht hat und den Standort als geeignet für eine solche Anlage ansieht. Tatsächlich wird sich die Landschaft nach erfolgtem Abbau und Rekultivierung leicht verändert zeigen, weil mehr Material eingebracht als entnommen wird. Das hat mit der Deponieabdichtung zu tun, die ein Gefälle erzwingt, wie Wankner dem Gemeinderat erläuterte. Der Lkw-Verkehr wird sich nach seinen Worten begrenzen lassen durch Synergieeffekte: Aushub rein, Kies raus – mit einer Fahrt.

Klaus Kuhn

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