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Ein Gruß in die Kamera, und dann ging’s los: Rund 80 Teilnehmer machten den ersten Oldtimerkorso im Rahmen des Holzland-Volksfestes zu einem Erlebnis. 35 Kilometer lang war der Rundkurs, den Jürgen Baumgartner ausgearbeitet hatte.
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Treffpunkt Drehbar: Vor dem Start wurden die motorisierten Prachtstücke interessiert in Augenschein genommen, und unter den Fahrern wurde gefachsimpelt.
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Man ist nie zu jung für einen Oldtimer: Schön behelmt fuhr dieses Trio auf einer Zündapp mit.
Holzlandvolksfest Steinkirchen Oldtimerkorso
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Ein voller Erfolg war die Premiere des Oldtimerkorsos.
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Ein voller Erfolg war die Premiere des Oldtimerkorsos.
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Ein voller Erfolg war die Premiere des Oldtimerkorsos.
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Ein voller Erfolg war die Premiere des Oldtimerkorsos.
Holzlandvolksfest Steinkirchen Oldtimerkorso
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Ein voller Erfolg war die Premiere des Oldtimerkorsos.

Holzlandvolksfest Steinkirchen

Bierrekord und geglückte Korso-Premiere

Volles Haus und gute Stimmung: Mit dem 42. Holzland-Volksfest zeigen sich FSV-Vorsitzender Markus Wegmaier und Bürgermeisterin Ursula Eibl sehr zufrieden. Was den Bierausschank betrifft, schätzt Wegmaier, „dass es ein neuer Rekord wird“.

VON BIRGIT LANG

Steinkirchen – Schon am Festauszug hatten an die 800 Bürger teilgenommen. Von allen Seiten habe es positives Feedback gegeben. „Das Essen wurde durch die Bank gelobt. In der Weinbar war schon am Freitag alles aufgebraucht. Weinhändlerin Ingrid Kratzer musste ihr Lager kurzfristig räumen“, freute sich Wegmaier über den Ansturm. „Da sieht man, dass sich die Arbeit lohnt.“

Letztes Highlight der Festtage war der erstmals im Rahmen des Volksfestes veranstaltete Oldtimerkorso am Pfingstmontag. Das Knattern der Zweitakter war weithin zu hören. Ihre Fahrer näherten sich dem Festplatz von allen Seiten – viele auf Mofas, Mopeds, Mokicks oder 50ern fast liegend, die Ellbogen eng an den Oberkörper geschmiegt, um windschnittiger zu sein. Souverän und gemütlich wurden sie von den eher wenigen Motorradfahrern überholt.

Im Innenhof des runden Platzes fanden sich alle ein, um zu fachsimpeln, zu ratschen oder noch schnell ein bisschen vom Gemisch mit der Wasserflasche vom eigenen Mofa abzuzapfen. So tat es beispielsweise Christian Schindlbeck (17) für seinen Spezl Matthias Rinser, der kaum noch Treibstoff im Tank hatte. „Damit es für die Rundfahrt reicht“, sagte er. Die beiden hatten schon einen längeren Weg hinter sich, denn sie kamen aus Rott am Inn.

Nicht ganz so weit hatte es Maschinenbau-Ingenieur Alois Schreff. Er ist mit seiner BMW R50 2 aus dem benachbarten Grabing rübergefahren. „Sie ist mein erstes Motorradl. Ich hab sie, seit ich 18 bin“, erzählte der 59-Jährige. Bei ihm steht es sogar in der Bedienungsanleitung, dass sein Motorrad liegend schneller, sprich 130 Stundenkilometer fährt.

50er und 80er, vor allem Zündapps, liegen momentan im Trend – und damit auch die Veranstalter mit ihrem Korso. Organisiert und akribisch ausgearbeitet hatte die 35 Kilometer lange Rundfahrt durch die vier Holzlandgemeinden Jürgen Baumgartner. Er führte den Korso mit seiner Frau Maria, beide auf einer Herkules, an. Zuvor hatte er die rund 80 Teilnehmer auf die Auflagen der Polizei hingewiesen. Jeder muss mit Helm fahren, einen gültigen Führerschein mit sich führen, mit Licht und einem Fahrzeug in einwandfreiem Zustand fahren. Und wer möchte, könne sein Fahrzeug anschließend in einer Garage abstellen, die nur 100 Meter entfernt sei. „Geh Bab!“, grinste Baumgartner in Richtung seines Vaters.

Die Rundfahrt war äußerst gemütlich und verlief ohne große Zwischenfälle. Gelegentlich musste der eine oder andere zwar mit dem Kickstarter sein Gefährt wieder antreten oder mit den Beinen Schwung holen und im zweiten Gang starten, aber nur einer musste vorzeitig abbrechen. Ihm war ein Reifen geplatzt.

„Alle sind diszipliniert gefahren“, sagte Baumgartner erfreut. Das Teilnehmerfeld war gut gemischt – vom 15- bis zum 70-Jährigen waren Fahrer dabei. Sie fuhren auf ihren eigenen Maschinen, denen ihrer Väter oder Großväter. Einige Prachtstücke waren darunter, etwa eine Zündapp Bergsteiger, eine Triumph, mehrere NSU Quickly in Top-Zustand wie die von Simon Zehtner aus Sillading, Baujahr 1958, die er von seinem Sohn Raimund zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen hatte.

Auch Günther Kranich und seine Freundin Sylvia Thaler kamen mit ihren NSU Quicklys, seine in Lindgrün, ihre in Korallrot. Bis nach Palermo auf Sizilien, also 2700 Kilometer, sind die beiden damit vergangenen Sommer gefahren. Bei 40 Stundenkilometern legten sie maximal 200 Kilometer am Tag zurück. „Wir sind nach Steinkirchen gekommen, weil wir letztes Jahr so viel Spaß bei unserer Tour hatten und Erinnerungen geweckt wurden“, erzählte Kranich.

Im Alter von zwölf Jahren hatte sich Thomas Fellermayer aus Zeil seine Simson Habicht, Baujahr 1973, angeschafft. „Da war der Motor fest und alles hin“, sagt der heute 26-jährige Elektromeister. Mit seinem Vater Stephan hat er die Maschine mühevoll auf Vordermann gebracht und auf dem Gepäckträger sogar eine Sirene aufgebaut. Sie wird mit einem Lichtschalter bedient und hat einen schönen Ton.

24 Aktive der Feuerwehren Hofstarring, Inning, Kirchberg und Steinkirchen sicherten die Straßen. Sicherheit hatte Priorität – während des ganzen Holzland-Volksfestes. Auch das Landratsamt war laut Wegmaier zufrieden, weil alle Sicherheitsauflagen erfüllt worden seien. Das Schönste sei aber, dass es keine Schlägerei gegeben habe, nur kleinere Schnittwunden.

Für Bürgermeisterin Eibl einfach der „Wahnsinn. Das Wetter hat total gut gepasst, super Stimmung und niemand war aggressiv“. Sie blieb jeden Tag bis zum Schluss, um mit den Leuten zu ratschen. Auch für die Schausteller lief es bestens. Waltraut Rilke von der Schießbude führt dies aufs Wetter und die vielen Gäste zurück, die sich rund um die Drehbar im Freien aufhielten. „Der FSV hat sich viel Arbeit gemacht mit dem Holzboden und der Anordnung der einzelnen Stände“, lobte sie. Über 1000 Besucher versuchten außerdem, am Stand der Holzland-Eisbären den Puck ins Tor zu stoßen. Mit den Einnahmen will der Verein seine Trainings- und Spielzeiten in den Eishallen finanzieren.

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