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Im Holzland blüht das Miteinander: Nachbarschaftshilfe ein Aktivposten

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Der Zwergerl- und Wichtelgarten ist ein wichtiger Teil des Angebots der Nachbarschaftshilfe Holzland. Die Nachfrage nach Betreungsplätzen ist so groß, dass eine dritte Gruppe eröffnet werden könnte. Schon 1840 Essen ausgeliefert Mehr Personal für Kinderbetreuung Seniorenausflug schon in Planung
Der Zwergerl- und Wichtelgarten ist ein wichtiger Teil des Angebots der Nachbarschaftshilfe Holzland. Die Nachfrage nach Betreungsplätzen ist so groß, dass eine dritte Gruppe eröffnet werden könnte. © Fabian Holzner

Gutes für Kinder, Senioren und viele mehr: Das Leserhilfswerk Licht in die Herzen unterstützt die Nachbarschaftshilfe Holzland in ihrer Arbeit.

Holzland – Gesellschaftliches Miteinander wird im Holzland groß geschrieben. Verantwortlich dafür zeigen sich die zahlreichen Vereine, einer davon, die Nachbarschaftshilfe Holzland, hat sich dieses sogar zur Kernaufgabe gemacht. Das Miteinander beginnt mit deren Aktivitäten schon bei den Kleinsten und soll gerade im Alter nicht aufhören.

Wenn Kontaktbeschränkungen oder gar Lockdowns gelten, erfordert dies doppelte Anstrengung, die das Team der Vorsitzenden im vergangenen Jahr erfolgreich gemeistert und sogar neue Angebote geschaffen hat. Die Idee für den Essenbringdienst „Frisch auf den Tisch“ hatte Claudia Neumaier, die nach dem etappenweisen Ausscheiden von Stephanie Maier den Vorsitz kommissarisch übernommen hat, schon länger im Kopf.

Die Umsetzung Anfang des Jahres wurde durch den Lockdown beschleunigt. Dabei erhielt Neumaier Hilfe von ihren beiden Stellvertreterinnen Sabine Schweiger und Maria Tristl. Im Februar startete man mit zwei Gastwirten und acht freiwilligen Helfern. „Von Anfang an wurde das viel besser angenommen, als wir erwartet haben“, berichtet Neumaier.

1840 Essen wurden seither gekocht, geliefert und genossen, das sind im Durchschnitt 21 pro Liefertag. Schnell brauchte man eine praktische Lösung für den Transport. Thermolieferboxen im Gesamtwert von 6600 Euro konnten nur durch eine hohe Spendenbereitschaft angeschafft werden. Privatpersonen, Gemeinderäte und „Licht in die Herzen“ legten zusammen, damit die Speisen frisch und heiß die Abnehmer erreichen.

Hauptsächlich richtet sich das Angebot des gemeinnützigen Vereins an Bedürftige, vorübergehend zählten dazu auch viele von Homeoffice und Homeschooling Betroffene. Wer bedürftig ist, sei nicht immer ganz leicht zu entscheiden, sagt Neumaier. Bei körperlichen Einschränkungen, ob durch einen Unfall oder im Alter, ist das noch einfach zu fassen. Schwieriger wird es etwa bei Schicksalsschlägen, die die Betroffenen für eine gewisse Zeit hilfsbedürftig machen.

Bei dem weiteren Programm, das die NBH im vergangenen Jahr leisten konnte, spielt nur das Alter eine Rolle. Zwei bis vier Jahre sind die Kleinkinder alt, für die mit dem Zwergerlgarten in Hohenpolding und dem Wichtelgarten in Taufkirchen die Möglichkeit einer ersten Abnabelung von den Eltern geschaffen wurde.

Spielen, soziale Kontakte aufbauen, „sauber werden“ – all das soll in den zwei kleinen Gruppen angeregt werden. Zwei Betreuerinnen, eine davon immer eine pädagogische Fachkraft, leiten das gemeinsame Basteln, Malen und Singen. „Die beruflichen Vorkenntnisse sind dabei keine Vorgabe, sondern unser eigener Anspruch“, erklärt Neumaier.

Bei den für die vergangenen Monate vorgegebenen Hygienestandards, dieselben wie die für Kindergärten und Schulen, stemmten der Zwergerl- und der Wichtelgarten die Kosten für Coronatests zeitweise selbst. Es entstand insgesamt ein Defizit von 1000 Euro, das der Verein übernahm.

Das für die Eltern hilfreiche und für die Entwicklung der Kinder wertvolle NBH-Projekt, das auf den Vorläuferverein, die Nachbarschaftshilfe Hohenpolding zurückgeht, erfreut sich großer Nachfrage. Die Warteliste im September war so lang, dass man eine dritte Gruppe hätte eröffnen können. Das scheiterte jedoch mit der Suche nach verfügbarem Betreuungspersonal. Zugleich entstehen in allen Gemeinden neue Baugebiete, der Bedarf wird also nicht abflauen, die Suche nach Erziehern oder Kinderpflegern ist also noch aktuell.

Andere Aktivitäten der NBH fielen der Pandemie vorübergehend zum Opfer: Das Austraglertreffen, sonst die Gelegenheit für Ruheständler auf einen Ratsch bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen im Gasthaus „Zur Linde“, musste kurzfristig wieder abgesagt werden. Hier hofft man auf 2022. Das gleiche gilt für den Seniorenausflug, der am 29. April stattfinden soll. Der barrierefreie Bus ist schon reserviert, das Ziel wird noch festgelegt.

Jede der vier Gemeinden ist satzungsgemäß im Vorstand vertreten. Ohne die Finanzierung durch Spenden – zum Beispiel durch das Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“ – könnte der Verein das soziale Leben in den vier Gemeinde nicht derart unterstützen.

Spendenkonto

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt unverschuldet in Not geratene Bürger im Landkreis und Institutionen, die diesen Menschen helfen, zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe Holzland.. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

FABIAN HOLZNER

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